22. März 2021 / 20:58 Uhr

0:1 bei 1860: Dynamo Dresden kehrt ohne Punkte aus München heim

0:1 bei 1860: Dynamo Dresden kehrt ohne Punkte aus München heim

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
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Bitterer Abend für Dynamo Dresden: Die Partie bei 1860 München ging in den letzten Minuten mit 0:1 verloren. © Picture Point
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Die Sportgemeinschaft hat beim TSV 1860 einige gute Chancen, doch am Ende gewinnen die Bayern glücklich mit 1:0 (0:0).

München. Dynamo Dresden hat im Kampf um den Aufstieg einen Dämpfer hinnehmen müssen. Beim Tabellenvierten 1860 München verloren die Kicker von Trainer Markus Kauczinski in einer ausgeglichenen Partie durch ein spätes Tor von Philipp Steinhart unglücklich mit 0:1 (0:0). So hat der Tabellenführer nach dem 29. Spieltag nur noch einen Punkt Vorsprung auf die Verfolger aus Rostock und Ingolstadt.

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Ex-Löwe geht, Ex-Löwe kommt

Kauczinski ließ an der Grünwalder Straße die gleiche Startelf auflaufen, die auch beim 1:0-Sieg am vergangenen Mittwoch gegen den SV Wehen Wiesbaden begonnen hatte. Sein Kollege Michael Köllner hielt es genauso, vertraute wieder der Anfangsformation vom 0:0 gegen Lübeck und ließ den Ex-Dresdner Dennis Erdmann auf der Bank, da der junge Semi Belkahia nach Erdmanns Rotsperre zweimal in der Innenverteidigung überzeugt hatte.

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Bitter! Die SG Dynamo Dresden verliert die Auswärtspartie beim TSV 1860 München durch einen Treffer in der 86. Minute mit 0:1. Zur Galerie
Bitter! Die SG Dynamo Dresden verliert die Auswärtspartie beim TSV 1860 München durch einen Treffer in der 86. Minute mit 0:1. ©

Doch bevor der Ball in der urtümlichen Spielstätte in Giesing rollte, gedachten die Profis dem am 2. März leblos in seinem Haus aufgefunden Kapitän der Sechziger-Meistermannschaft von 1966, Peter Grosser. Die Löwen-Legende wurde 82 Jahre alt.

Der Fokus richtete sich dann aber ganz auf das Spiel, das sofort Fahrt aufnahm. Nach einem Einwurf von Sebastian Mai tauchte der Ex-Sechziger Christoph Daferner vor TSV-Keeper Marco Hiller auf, scheiterte aber an selbigem. Nach zehn Minuten jubelte Daferner schon, doch sein aus Abseitsposition erzieltes Tor zählte nicht. Die Hausherren schockte das nicht, sie gingen engagiert zur Sache und hatten auch eine Großchance, als Sascha Mölders nach einer Ecke abzog, doch Kevin Broll lenkte die Kugel an die Latte (13.).

Das schürte den Kampfgeist der Gastgeber noch. Sie agierten giftig: Mölders sah für einen Trikotzupfer Gelb (16.), Richard Neudecker (20.) kassierte für ein Foul an Julius Kade ebenfalls Gelb. Wenig später sah Heinz Mörschel auf der Gegenseite den hellen Karton (25.) in einer zerfahrenen Partie, die von vielen Zweikämpfen und weniger von Kombinationen geprägt war. Daferner verletzte sich bei einem Foul leicht, musste in der 42. Minute runter. Für ihm kam Philipp Hosiner, ein anderer Ex-Löwe.

Wer die Dinger nicht macht, bekommt sie

Nach dem Seitenwechsel lief Dynamo die Hausherren weiter früh an, doch die hatten die erste Chance der zweiten Halbzeit: Der zentral postierte Merveille Biankadi schoss aus 22 Metern rechts flach vorbei (47.). Hosiner hätte auf der anderen Seite abziehen können, als er einen Fehlpass von Belkahia abfing, der Österreicher zögerte aber zu lange – und die unverhoffte Chance war schon wieder dahin (54.). Gefährlicher war da der Schuss von Mörschel, der nur knapp über das rechte obere Eck strich (68.).


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(1) Kevin Broll: Mit Riesenreflex nach 13 Minuten, als er einen Mölders-Kracher an die Latte lenkt. Wie er Münchens beste Chance in Hälfte eins klärt, ist Extraklasse. Durch seine gute Übersicht auch außerhalb des Sechzehners jederzeit auf dem Posten. Beim Gegentor machtlos. Note: 2,5 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Mit Riesenreflex nach 13 Minuten, als er einen Mölders-Kracher an die Latte lenkt. Wie er Münchens beste Chance in Hälfte eins klärt, ist Extraklasse. Durch seine gute Übersicht auch außerhalb des Sechzehners jederzeit auf dem Posten. Beim Gegentor machtlos. Note: 2,5 ©

Die Chance gab den Dresdnern frischen Mut, sie setzten nach. Tim Knippings Kopfball nach Ecke von Paul Will wurde von Hiller über die Latte abgewehrt, den nächsten köpfte Knipping vorbei (74./75.). Aus dem Spiel heraus gelang den Sachsen aber wenig vorm Münchner Gehäuse, so blieb die Partie offen. Ransford-Yeboah Königsdörffer prüfte Hiller aus spitzem Winkel, doch der hatte keine Mühe den als Flanke auf Luka Stor gedachten Ball abzufangen (83.).

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel gegen 60

Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): Wir sind natürlich traurig, dass unsere Serie gerissen ist. Die erste Halbzeit war ausgeglichen, jede Mannschaft hatte ihre Phasen. In der zweiten Halbzeit sind wir gefährlicher vor das Tor gekommen. Es war ein Spiel, das man nicht verlieren muss. Kurz bevor das Gegentor fällt, haben wir die beste Chance des Spiels durch Königsdörffer. Da müssen wir das Tor machen. Wenn man seine Chancen aber nicht nutzt, dann muss man wenigstens 0:0 spielen. Das haben wir leider nicht geschafft. Wir haben jetzt in zwei Wochen die Gelegenheit, die Dinge besser zu machen, die wir heute schlecht gemacht haben. Wir sind immer noch Erster. Zur Galerie
Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): "Wir sind natürlich traurig, dass unsere Serie gerissen ist. Die erste Halbzeit war ausgeglichen, jede Mannschaft hatte ihre Phasen. In der zweiten Halbzeit sind wir gefährlicher vor das Tor gekommen. Es war ein Spiel, das man nicht verlieren muss. Kurz bevor das Gegentor fällt, haben wir die beste Chance des Spiels durch Königsdörffer. Da müssen wir das Tor machen. Wenn man seine Chancen aber nicht nutzt, dann muss man wenigstens 0:0 spielen. Das haben wir leider nicht geschafft. Wir haben jetzt in zwei Wochen die Gelegenheit, die Dinge besser zu machen, die wir heute schlecht gemacht haben. Wir sind immer noch Erster." ©

Eine Minute später war der Löwen-Schlussmann schon geschlagen, doch Königsdörffer schoss freistehend vorbei (84.). Das war die Riesenchance zum Siegtreffer, doch Dynamo ließ sie liegen. Und so kam es, wie es kommen musste: Philipp Steinhart besorgte auf der Gegenseite das entscheidende Tor, als er ins lange Eck einschoss (86.). Dynamo versuchte zwar noch einmal zurückzukommen, doch die vergebenen Chancen kamen nicht wieder.