20. November 2016 / 17:36 Uhr

0:1 gegen Schalke: Bonjour Tristesse

0:1 gegen Schalke: Bonjour Tristesse

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Tor des Tages Schalkes Leon Goretzka traf den Ball nicht einmal voll, sein Schuss geriet so zum Aufsetzer, der neben dem verdutzten Diego Benaglio im VfL-Tor landete.
Tor des Tages Schalkes Leon Goretzka traf den Ball nicht einmal voll, sein Schuss geriet so zum Aufsetzer, der neben dem verdutzten Diego Benaglio im VfL-Tor landete. © imago sportfotodienst
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Der VfL Wolfsburg muss in der Fußball-Bundesliga weiter auf seinene ersten Heimsieg der Saison warten. Gegen Schalke gab es am Samstag eine 0:1-(0:0)-Niederlage.

Als Ricardo Rodriguez nach 150 gespielten Sekunden einen Freistoß rechts neben das Schalker Tor setzte, konnte noch niemand ahnen, dass das die gefährlichste Tor-Annäherung des VfL in diesem Spiel bleiben wird. Ein Spiel, das der Wolfsburger Fußball-Bundesligist durch ein Tor von Leon Goretzka vor 30.000 Zuschauern verdient mit 0:1 verlor. Viel schlimmer noch als die Niederlage: Es kam kein einziger VfL-Schuss aufs gegnerische Tor. Nichts. Nada. Niente. Nothing. Null. Oder in der Heimatsprache des Trainers: Rien.

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Bonjour Tristesse.

Neben dem Rodriguez-Freistoß gab es sieben weitere Torschussversuche (allesamt vor der 13. und nach der 71. Minute!), alle gingen daneben oder wurden abgeblockt. Dem Sieg zwei Wochen zuvor in Freiburg folgte keine Bestätigung, sondern ein weiterer Wolfsburger Offensiv-Tiefpunkt. „Wir waren im Spiel mit dem Ball nicht gut“, analysierte Trainer Valérien Ismaël, „wir waren zu hektisch, hatten zu viele Ballverluste, im Eins-gegen-Eins waren wir nicht gut, wir sind nicht bis zur Grundlinie gekommen, haben keine Tiefe gesucht.“ Er hätte die Aufzählung fortsetzen können: Flanken zum Weinen, Laufwege zum Heulen, die Außen mit Jakub Blaszczykowski und Daniel Caligiuri zum Schreien. Zu behaupten, die VfL-Offensive wäre ein Puzzle, das nicht zusammenpasst, wäre noch geschönt. Es war am Samstag - wieder einmal - nicht einmal ein Puzzle. In einer Saison ohne Heimsiege habe man auch „die Nervosität gemerkt“, wie Ismaël befand.

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Und so wäre der Trainer „mit einem 0:0 auch mal zufrieden gewesen“ und zog 20 Minuten vor Schluss Luiz Gustavo in die Abwehr zurück - was leider nach hinten losging. Der Mittelfeldmann fehlte vor der Abwehr, als Goretzka das Tor des Tages schoss - ungestört von einem zu langsam zurücklaufenden Vieirinha. „Da sind wir nicht in höchstem Tempo zurückgekommen“, formulierte es Ismaël. Ohne den Portugiesen als Adressaten seiner Kritik zu nennen.

Das Schalker Tor sorgte nun dafür, dass der VfL immer noch die schlechteste Saison seiner 20-jährigen Bundesliga-Geschichte spielt und dass die Bilanz des neuen Trainers (drei Niederlagen in vier Spielen) trist bleibt.

Bonjour Tristesse.

Was Hoffnung macht? Die Schalker mit ihrem Abwehr-Bollwerk (zwei Gegentore in sechs Spielen) sind für diesen VfL kein Gegner, mit dem er sich auf Augenhöhe messen kann; Wolfsburg steckt im Abstiegskampf und muss seine Punkte woanders holen. „Auswärts tun wir uns im Moment leichter“, sagte Mario Gomez. Am nächsten Samstag steigt das Spiel in Ingolstadt.

Ein Keller-Knaller.

Bonjour Tristesse.