06. August 2020 / 08:30 Uhr

0:3 bei Donezk: Jetzt holt der VfL "den Plan fürs Ausscheiden" raus

0:3 bei Donezk: Jetzt holt der VfL "den Plan fürs Ausscheiden" raus

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Das war's dann für den VfL: Brooks sah in Kiew Gelb-Rot
Das war's dann für den VfL: Brooks sah in Kiew Gelb-Rot © AP
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Durch das 0:3 im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League ist Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg ausgeschieden. Jetzt muss Trainer Oliver Glasner für die nächsten Wochen "den Plan fürs Ausscheiden" rausholen.

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Die Saison 2019/20 ist für den VfL Wolfsburg vorbei. Der Fußball-Bundesligist kassierte am Mittwochabend in Kiew eine 0:3-(0:0)-Rückspiel-Niederlage gegen Schachtar Donezk und schied damit im Achtelfinale der Europa League aus. Unnötig: Der VfL, der mindestens zwei Tore fürs Weiterkommen hätte schießen müssen, ergab sich am Ende regelrecht – die Tore durch Junior Moraes (2) sowie Manor Solomon fielen ab der 89. (!) Minute.

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Donezk gegen VfL Wolfsburg - Die Bilder des Rückspiels

Dodo (M) kämpft mit Joao Victor (r) um den Ball. Zur Galerie
Dodo (M) kämpft mit Joao Victor (r) um den Ball. ©

Die Höhe der Niederlage sieht darum blöd aus, eine Rolle spielt sie nicht – raus ist raus. Ob’s ein nachhaltiger Stimmungsdämpfer war, müssen jetzt die kommenden Wochen zeigen. Der VfL, dem mehr als einen Monat nach der letzten Bundesliga-Partie gegen Bayern München sichtbar Spielpraxis und Rhythmus fehlten, erspart sich so das Endturnier mit den besten acht Teams der Europa League, das kommende Woche in Nordrhein-Westfalen startet.

Dafür gibt es nun vor den ersten Pflichtspielen der neuen Saison Mitte September eine einigermaßen normale Vorbereitung, zwar ohne Trainingslager-Reise, aber mit Testspielen. „Wir hatten für alle Szenarien einen Plan entworfen, wollten natürlich nicht den fürs Ausscheiden aus der Schublade herausholen“, so Trainer Oliver Glasner. „Wir werden jetzt noch mal ein paar Tage frei machen und uns dann intensiv auf die anstehenden Aufgaben vorbereiten. Ich hoffe, dass dann einige verletzte Spieler zurückkommen.“ Bis Montagnachmittag haben die Profis jetzt trainingsfrei, dann stehen die nächsten Einheiten an. Nach der Vorbereitung komme dann mit „Pokal, Bundesliga und Europa-League-Qualifikation ein schönes Programm auf uns zu“, so Glasner.

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Gegen die offensiv quirligen Brasilianer in Reihen der Ukrainer wirkte der VfL im leeren Olympiastadion der Hauptstadt gestern stellenweise überfordert und war eigentlich chancenlos – hätte aber Hoffnung schöpfen können, als Schachtars David Khocholava in der 68. Minuten Rot sah. Doch nur zwei Minuten später handelte sich John Anthony Brooks unnötig Gelb-Rot ein – und der VfL-Mut war dahin.

Für Glasner war die erste Gelbe Karte gegen den US-Verteidiger „eindeutig“, die zweite eher weniger. „Da ist der Fuß schon hoch, aber er spielt auch den Ball.“ Klar ist auf jeden Fall: Als Brooks ging, ging auch die letzte Wolfsburger Hoffnung. Denn die Überzahl zuvor, so Glasner, „war eine Situation, wo das Spiel hätte kippen können“. Als dann aber beide Teams nur noch zu zehnt waren, „hat Schachtar mit schwindenden Kräften auf unserer Seite das Spiel für sich entschieden“.

Wolfsburg verpasste es damit, zum vierten Mal nach 2010 (EL gegen Fulham), 2015 (EL gegen Neapel) und 2016 (CL gegen Madrid) das Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs zu erreichen. Immerhin: Schon bald geht es um die nächste Chance: In drei Qualifikationsrunden am 17. September, 24. September und 1. Oktober will der VfL den Sprung in die Europa-League-Gruppenphase der kommenden Saison schaffen.