18. Juli 2021 / 09:29 Uhr

0:3 gegen Union Berlin: Ernüchterung bei Dynamo Dresden

0:3 gegen Union Berlin: Ernüchterung bei Dynamo Dresden

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
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Dynamo Dresden musste sich Bundesligist Union Berlin mit 0:3 geschlagen geben. © dpa
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Die Generalprobe vor dem Ligastart gegen Ingolstadt hatte sich die Sportgemeinschaft aus Dresden etwas anders vorgestellt: Trainer Alexander Schmidt ist enttäuscht.

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Berlin. Einen Sieg bei einem Erstligisten aus dem oberen Drittel hatte wohl kaum einer erwartet, auch Alexander Schmidt nicht. Ein Unentschieden oder eine knappe Niederlage beim 1. FC Union Berlin, der jetzt ins Trainingslager nach Oberlängenfeld in Tirol fährt und erst am 8. August im DFB-Pokal bei seinem Ex-Verein Türkgücü München das erste Pflichtspiel hat, hielt Schmidt aber sehr wohl für möglich. Er hoffte auf Schwung für Dynamos letzte Vorbereitungswoche vor dem Zweitliga-Auftakt am kommenden Sonnabend (13.30 Uhr) gegen Mitaufsteiger FC Ingolstadt, doch es kam anders. Nach dem 0:3 (0:2) im mit 3278 Fans besetzten Stadion An der Alten Försterei war der Dynamo-Coach schon etwas geknickt. In einem ersten Statement aus dem Bauch heraus bekannte Schmidt nach Spielschluss: “Das einzig Positive war, dass das heute kein Punktspiel war.”

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Gegentore wurmen den Trainer

Den Augsburger ärgerten die Gegentore mächtig. Dass man viele Konter der Unioner nicht hatte unterbinden können und auch gegen deren Standards oft kein Mittel gefunden hatte, behagte dem 52-Jährigen überhaupt nicht. “Wir haben ganz gut mitgespielt, hatten gute Balleroberungen, auch ansatzweise gute Chancen, aber natürlich speziell auch das zweite Tor darf einfach nicht passieren. Das hat uns schon mit dem Halbzeitpfiff demoralisiert.” Marcus Ingvartsen (37.) und Andreas Voglsammer (42.) hatten Union noch klar in Vorhand gebracht. Auch das dritte Gegentor nach der Halbzeitpause - ein Kopfball von Robin Knoche (54.) - gefiel Schmidt überhaupt nicht, zumal der Verteidiger schon vorher mehrfach bei Eckbällen von Ingvartsen gesucht und gefunden worden war: “Man weiß ja, Union ist sehr stark bei Standards, sehr kopfballstark. Da darf uns das in der Form auch nicht passieren.”

Yannick Stark über Dynamo Dresdens Generalprobe gegen Union Berlin.

Schmidt konnte sogar noch froh sein, dass Kevin Broll nach dem 3:0 einmal in höchster Not gegen Voglsammer das 4:0 für die Köpenicker hatte verhindern können (59.): “Gefühlt war das ein Gegentor." Der Trainer forderte seinen Mitarbeiterstab und die Mannschaft auf, rasch Konsequenzen zu ziehen: “Wir müssen jetzt gut analysieren. Wir müssen diese Fehler schnellstens abstellen und dann im ersten Punktspiel einfach anders auftreten, was das Umschaltspiel betrifft.” Man dürfe nicht zu pessimistisch sein, “aber die Alarmglocken müssen läuten”.

Kapitänsfrage wird am Montag geklärt

Natürlich wünschte sich Schmidt nach diesem Auftritt seiner Mannschaft auch mehr Effektivität vorm gegnerischen Tor, denn in der ersten Halbzeit und dann in der Schlussviertelstunde hatte Dynamo jeweils zwei gute Chancen ausgelassen. Erst hatte Heinz Mörschel verzogen (34.), dann war Paul Will an Andreas Luthe im Berliner Tor gescheitert (40.), ehe Luka Stor schlecht abspielte anstatt einfach selbst zu schießen (75.) und schließlich Panagiotis Vlachodimos an Luthe hängen blieb (90.). “Ich hätte mir gewünscht, dass wir bei ein, zwei Torchancen auch mal treffen. Luka Stor hat eine Riesenchance, da muss er einfach auch mal ein Tor machen”, so Schmidt. Auch die anderen Spieler hätten das Ergebnis freundlicher gestalten können: “Ein 3:0 steht nun blöd da”, war der Trainer frustriert. Gerade die vergebenen Chancen von Stor und Vlachodimos ärgerten ihn: “Das sind ja eigentlich auch zwei Tore.”

Schwarz für das Heimspiel gegen die “Schanzer” sah Schmidt aber nicht: “Wir haben immerhin bei einem Gegner aus dem vorderen Mittelfeld der Ersten Liga gespielt, ich will die Jungs jetzt auch nicht in die Pfanne hauen. Wir müssen einfach jetzt die Schlüsse draus ziehen, dürfen nicht alles negativ reden. Wir haben jetzt einen Punktspielauftakt vor der Brust - und Ingolstadt ist nicht Union auswärts.” Union habe auch in der zweiten Halbzeit komplett durchgewechselt, frische Leute gebracht - auch das dürfe man nicht vergessen. In Sachen Startelf für Ingolstadt könnte es noch einmal etwas Veränderung geben, denn mit allen Spielern der ersten Formation war Schmidt nicht zufrieden: “Ich habe ein paar Spritzige gesehen, aber ich habe auch ein paar gesehen, wo ich mir einfach noch mehr wünsche: mehr Aggressivität gegen den Ball. Wir haben schon ein paar Dinge gesehen, über die wir reden müssen.” Geredet wird jetzt, versicherte Schmidt, auch über den neuen Kapitän: “Das wird am Montag bestimmt. Mannschaftsrat und Kapitän stehen auf der Agenda für Montag.” In Berlin trug wieder der bisherige Vizekapitän Yannick Stark die Kapitänsbinde, der bisherige Kapitän Sebastian Mai war verletzungsbedingt erneut nicht im Kader.