23. August 2020 / 16:51 Uhr

0:3! Pegau verpasst Qualifikation zur ersten Hauptrunde im Sachsenpokal

0:3! Pegau verpasst Qualifikation zur ersten Hauptrunde im Sachsenpokal

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Symbolbild © Christian Modla
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Die Elf von TrainerMike Hartleib verkaufte sich gegen das Landesklasse-Team SV Eiche Reichenbrand teuer und hielt über weite Strecken gut mit. Erst ein unglückliches Eigentor von Julian Lukosek ließ alle Dämme brechen. Werneke und Weinhold erhöhten für die Gäste. 

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Pegau. So deutlich wie es im ersten Moment klingt, war es beileibe nicht. In der Ausscheidungsrunde des Fußball-Landespokals hatte der TuS Pegau 1903 gegen den SV Eiche Reichenbrand mit 0:3 (0:0) das Nachsehen. Für beide Vereine war die vergangene Corona-Saison eine äußerst erfolgreiche. Die Elsterstädter warfen im Kreispokal vier höherklassige Kontrahenten aus dem Wettbewerb, holten sich dadurch den Pott und krönten diesen Triumph mit dem Wiederaufstieg in die Kreisoberliga. Das Team aus Chemnitz (von 2000 bis 2002 sogar in der Landesliga vertreten) schaffte ohne Punktverlust den Sprung in die Landesklasse West und garnierte den Erfolg mit dem 3:1-Sieg im Kreispokalendspiel gegen die SG Neukirchen/E.

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Am Samstag Nachmittag entwickelte sich auf der „Großen Reitbahn“ (etwa 150 Zuschauer konnten das Geschehen abermals nur als Zaungäste verfolgen) eine über weite Strecken ausgeglichene Begegnung. Dass kein Klassenunterschied zu erkennen war, ist dem gestiegenen Selbstvertrauen der auf Augenhöhe agierenden Hausherren zu verdanken. TuS machte die individuelle Klasse der Reichenbrander mit Leidenschaft und gesunder Aggressivität wett. Die sechs gelben Karten (5/1) schienen etwas ungerecht verteilt zu sein. Insgesamt war es ein von hoher Intensität geprägtes Match, welches allerdings zu keiner Zeit unfair verlief.

Pegaus Kampfgeist lässt keinen Klassenunterschied erkennen

Nachdem vor der Partie auf Seiten der Blau-Gelben Standardspezialist Martin Müller (die Martin-Fraktion schrumpft damit auf fünf Spieler) und Zweikampfstratege Kai Seifert in den Ruhestand verabschiedet wurden, war sofort nach dem Anpfiff von Schiedsrichters Jakob Reiche (SG Olympia Leipzig) Feuer drin in diesem Duell. Zwei Freistöße von Hans Jerke aus aussichtsreicher Position (jeweils nach Fouls an Steve Bachmann) blieben in der Eiche-Mauer hängen, die Schussversuche von Bachmann und Thomas Menge nach einer gefährlichen Eingabe von Lucas Stacziwa wurden in letzter Sekunde von grün-weißen Abwehrbeinen abgeblockt, Jerkes Distanzschuss war ein wenig zu hoch angesetzt. Der favorisierte Gegner aus dem Südwesten der Industrie-Metropole besaß in dieser Phase seine größte Tormöglichkeit bei einem Pfosten-Kopfball, bei dem der hinterherschauende Pegauer Keeper Stefan Schuldig (kam in der Sommerpause vom TSV Markkleeberg) mit dem Glück des Tüchtigen im Bunde war. Der Rest der ersten Halbzeit war vorwiegend von Mittelfeldszenen gekennzeichnet, die Defensivabteilungen beider Mannschaften hatten sich mittlerweile besser organisiert.

Auch nach dem Seitenwechsel ließen die Hausherren keinen Kräfteschwund erkennen, im Gegenteil. Ein Fernschuss von Benjanín Hans strich nur knapp über das Gäste-Gehäuse, ein Freistoß von Sebastian Plechinger sorgte für Verwirrung im Sechzehner des SV, Bachmann hatte bei einem Pressschlag mit dem Reichenbrander Hüter Pech - solche Dinger sind auch schon rein gegangen. Nun jedoch erlangte Eiche zunehmend mehr Ballbesitz, machte mächtig Betrieb, die Führung lag in der Luft, aber noch hielt TuS dem Druck stand. Als längst die Schlussviertelstunde angebrochen war, passierte es dann doch. Ein eigentlich gar nicht so gefährlich wirkender Eckball fand irgendwie seinen Weg ins Netz, weil Julian Lukosek das Leder unfreiwillig dorthin abfälschte (78.). Jetzt musste der Platzbesitzer seine Deckung lockern, öffnete damit Räume und die Chemnitzer stießen in diese hinein. Karsten Warneke nutzte einen dieser Konter-Angriffe zur Vorentscheidung (82.), bevor Rudi Weinhold in der Nachspielzeit nach einer sehenswerten Kombination den Deckel drauf machte (90.+2).

Nach einer starken Leistung mussten sich die tapferen Pegauer um Trainer Mike Hartleib geschlagen gegen, wobei das Ergebnis definitiv zu hoch ausfiel. Landesliga-Neuling VfB Empor Glauchau wäre übrigens der Preis für den Sieg gewesen, aber so kann TuS nach anstrengenden Wochen und Monaten erst einmal tief durchatmen.

Tore: 0:1 Lukosek (78./ET) 0:2 Werneke (82.) 0:3 Weinhold (90.+2)

SR: Reiche (Leipzig)

Zuschauer: nicht zugelassen

Pegau: Schuldig, Riemann, Köhler, Jerke, Bachmann, Menge (73. Böhme), Plechinger, Lukosek, Hans (79. Hennig), Stacziwa, Posnien (46. Schulz)