21. November 2021 / 18:26 Uhr

0:4! VfB Lübeck II gegen SV Eichede chancenlos - SVE-Talent Mika Clausen beobachtet

0:4! VfB Lübeck II gegen SV Eichede chancenlos - SVE-Talent Mika Clausen beobachtet

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Eicheder Torjubel nach dem 0:2

 durch Tino Arp (m.), der gegen den VfB II insgesamt drei Treffer erzielte. 
Eicheder Torjubel nach dem 0:2 durch Tino Arp (m.), der gegen den VfB II insgesamt drei Treffer erzielte.  © 54°/Sobczak
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Es war ein rabenschwarzer Sonntag, den der VfB Lübeck am 21. November erlebte. Erst verlor die Regionalliga-Mannschaft mit 0:3 beim Hamburger SV II (wir berichteten), ehe auch die U23-Elf beim 0:4 im Oberliga-Topspiel gegen Ligaprimus SV Eichede chancenlos war. 

„Schon die Ausgangslage war schwer“, befand der Lübecker Co-Trainer Nicklas Loose, der Cheftrainer Lars Hopp (war zeitgleich mit der Ligamannschaft unterwegs) vertrat. Während mit Lasse Jetz und Minou Tsimba-Eggers zwei U23-Spieler im Regionalligakader standen, fehlten Gustavo Melo (fünfte Gelbe Karte) und Belal Ahmadi (Gelb-Rote Karte) gesperrt, Randy Gyamenah und Ben Bäßler aus Krankheitsgründen sowie Sven Freitag aus Verletzungsgründen. „Wir hatten einen ganz jungen Kader mit einem Durchschnittsalter von 18 Jahren. Die Mannschaft kennt sich nicht“, resümierte Loose und fügte hinzu: „wir hatten heute 17 Spieler im Aufgebot, wovon elf Spieler noch in der U19 spielen können, darunter zwei 16-Jährige und ein 17-Jähriger.“

Dafür verkauften sich die Grün-Weißen vor 120 Zuschauern auf dem Lohmühlen-Nebenplatz teuer. Wobei sie bei den Gegentoren kräftig mithalfen. Vor dem 1:0 durch den Eicheder Kapitän Jonathan Stöver (19.) per Strafstoß ging ein Foulspiel von Ersatzkapitän Silas Meyer voraus. Beim anschließenden Doppelpack vom bärenstarken SVE-Stürmer Tino Arp (35., 48.) waren Meyer & Co. zu weit weg von den Gegenspielern. Den 4:0-Endstand markierte Stöver (61.) nach toller Arp-Vorlage.

„Die ersten beiden Gegentore waren unnötig. Vielmehr hatte Eichede nicht“, resümierte Loose zur Halbzeitpause. Pech hatte Oskar von Esebeck mit einem Lattenkracher. „Überhaupt waren alle Gegentore vermeidbar. Es ist nicht so, dass uns der Gegner schwindelig gespielt hat“, sagte Loose und räumte ein, „dass Eichede brutal effektiv gespielt hat.“ Dennoch betonte der Co-Trainer, dass er total stolz auf seinen zusammengewürfelten Haufen sei. „Vor allem in der zweiten Halbzeit sind wir geil in die Zweikämpfe gegangen, ohne unfair zu spielen. Das war für die Jungs heute ein guter Lerneffekt.“

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Bei den Gästen aus Stormarn freute man sich über einen erfolgreichen Jahresabschluss. Am kommenden letzten Spieltag vor der Winterpause sind die noch ungeschlagenen Rot-Weißen spielfrei. „Wir sind zufrieden mit dem, was wir in der Hinrunde erreicht haben. Das war heute von hinten bis vorne ein verdienter Sieg. Wir haben überhaupt nichts anbrennen lassen. Auch wenn ich noch ein, zwei Tore mehr gesehen hätte. Das war ein zufriedenstellender Auftritt“, bilanzierte Trainer Denny Skwierczynski.

Für Hendrik Ostermann (Rückenprobleme) bekam Sascha Steinfeldt eine Chance, sich zu zeigen. Der etatmäßige Kapitän kam in dieser Saison bislang nicht über eine Reservistenrolle hinaus. Unter den Besuchern an der Lohmühle weilte Joachim Philipkowski, Trainer von Regionalligist FC St. Pauli II, der Mika Clausen unter die Lupe nahm. „Ich habe ihn schon beim Spiel beim FC Dornbreite gesehen“, verriet „Piepel“ dem LN-Sportbuzzer tags zuvor am Rande des Gastspiels beim 1. FC Phönix Lübeck (0:2).

Eichede-Juwel Mika Clausen (l.) gegen Karim Kalota vom VfB Lübeck II. 
Eichede-Juwel Mika Clausen (l.) gegen Karim Kalota vom VfB Lübeck II.  © 54°/Sobczak

Im Gegensatz zum Hamburger SV und Werder Bremen hat Clausen noch kein Probetraining bei den Kiezkickern absolviert, das aber noch folgen soll, so Philipkowski. „Wir sprechen immer erst mit dem Spieler, um ihn zunächst näher kennenzulernen“, betonte er. Clausens Berater Michael Koch ließ indes die Zukunft des viel umworbenen Mittelfeldspielers offen. „Ob er schon im Winter wechselt oder erst im Sommer, wird man sehen“, sagte Ex-Profi „Kocher“ am Sonnabend als Tribünengast beim Spiel der Phönixer gegen die Reserve von St. Pauli. Viel bekam Philipkowski am Sonntag nicht zu sehen, da Clausen nach der ersten Halbzeit angeschlagen ausgewechselt wurde. „Mika hatte wieder Leistenprobleme. Die Verletzung ist noch nicht ausgeheilt“, erklärte Skwierczynski, der vom Besuch seines Hamburger Kollegen informiert war.


Dafür drückten Stöver und Arp dem Eicheder Spiel ihren Stempel an alter Wirkungsstätte auf. In der internen Torjägerliste liegt jetzt Stöver (12 Saisontreffer) vor dem dieses Mal leer ausgegangenen Ex-VfBer Vico Dombrowski (elf Saisontreffer) und Arp (neun Saisontreffer). Der formstarke „Bobby“ Stöver wird übrigens ebenfalls von Koch betreut….

VfB Lübeck II: Barkmann – Kentzler (75. Hirsching), Neca, Meyer, Urbanski – Lahu, Akcicek, Kalota (86. Radovan), Erfurth (86. Nejatteimoury) – von Esebeck (80. Hagen), Varol.  

SV Eichede: Gevert – Pichelmann, Reimers, Steinfeldt, Arndt (40. Hintz) – Zaske, Clausen (46. Rathjen) – Lahrtz (71. Albrecht), Stöver (71. Hasselbusch), Dombrowski – Arp (71. Wittig).