01. Juni 2019 / 21:21 Uhr

1:0 bei Borussia Möhnsen: SV Hamberge darf dank Bastian Beth vom Aufstieg träumen

1:0 bei Borussia Möhnsen: SV Hamberge darf dank Bastian Beth vom Aufstieg träumen

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Von links: Henoch Förster (Bolzplatzkind), Pietro Ludwig (Hamberge), Vorsitzender Bastian Siemers (Borussia Möhnsen), Luca Jäger (Hamberge) und Oliver Kohrs (Borussia Möhnsen).
Von links: Henoch Förster (Bolzplatzkind), Pietro Ludwig (Hamberge), Vorsitzender Bastian Siemers (Borussia Möhnsen), Luca Jäger (Hamberge) und Oliver Kohrs (Borussia Möhnsen). © GIERING
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Tolle Geste: Borussia Möhnsen sammelt 432,10 Euro für Familie Ewald aus Hamberge.

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Der SV Hamberge kann auf den direkten Durchmarsch in die Fußball-Verbandsliga hoffen. Die Stormarner setzen sich im ersten Aufstiegsspiel beim lauenburgischen Kreisliga-Zweiten SV Borussia Möhnsen mit 1:0 durch. Das Tor des Tages erzielte Bastian Beth in der 35. Minute.

Möhnsen hätte 2:0 führen können...

Der Hamberger Torjäger wurde in der Nachspielzeit unter lautem Applaus der 80 mitgereisten Fans unter den 200 Zuschauern ausgewechselt. „Noch sind wir nicht am Ziel. Am kommenden Sonnabend gilt es nochmal 90 Minuten zu spielen“, warnte Beth vor einer zu großen Euphorie. Die Möhnser seien eine starke Mannschaft mit vielen großgewachsenen Spielern. Beth traf per Nachschuss und stellte mit seinem Treffer („Der Ball kam lang. Der erste Kontakt war gut. Es war wichtig, dass ich nachgesetzt habe“) die Partie im ersten Durchgang auf den Kopf. Denn die Gastgeber waren die aktivere Mannschaft und hätten locker 2:0 führen können.

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"Wir haben noch alle Chancen"

Die Hamberger konnten sich bei ihrem guten Torhüter Patrick Dombrowski bedanken, der gegen Wladislaw Traut (4.) und Timo Stegmann per Doppelschlag (24., 26.) brtavorös parierte. Zudem wäre Gästekapitän Gregor Rath bei einer Rettungsaktion im Rückwärtsgang fast ein Eigentor (34.) unterlaufen. „Wir hatten drei hundertprozentige Torchancen bis zur Pause“, haderte Möhnsens Trainer Felix Stamer später. Trotz der Pleite hat er die Flinte aber noch nicht ins Korn geworfen. „Wir haben noch alle Chancen. Der Spielverlauf stimmt mich hoffnungsvoll.“ Auch nach dem Seitenwechsel hatte seine Elf die erste Möglichkeit, als Dombrowski einen Schuss von Traut mit den Fingerspitzen abwehren konnte (47.).

Rot für Rath, Siehl vergibt 1:1

Überhaupt nicht einverstanden waren die Hamberger mit der Leistung von Schiedsrichter Patrick Möller. Während sie schon nach sechs Minuten vehement einen Strafstoß nach einem angeblichen Foulspiel im Strafraum an Julian Wenzel forderten, war die Rote Karte für Rath (51.) überzogen. Eine Gelbe Karte hätte es auch getan. Möller wertete das Foul an Timo Jahnke als Notbremse, dabei war der SVH-Kapitän gar nicht letzter Mann. „Der Schiedsrichter meinte zudem zu mir, dass ich eine klare Torchance verhindert habe. Das ist brutal. Nächste Woche ist das Spiel der Vereinsgeschichte und ich bin nicht dabei“, sagte ein frustrierter Rath. Die Möhnser müssen sich derweil den Vorwurf machen, nichts aus dem Überzahlspiel in den verbleibenden 40 Minuten gemacht zu haben. In der 85. Minute vergab Hendrik Siehl die letzte Möglichkeit per Kopfball nach einer Ecke von Traut.

„Hut ab, die Jungs haben das mit Bravour gemacht"

„Hamberge hat sich in der Folge mit zehn Mann immer weiter zurückgezogen. Dadurch hatten wir noch weniger Räume gegen einen tief stehenden Gegner“, befand Stamer. Die Balance habe bei seiner Elf gefehlt. Ganz anders war die Gemütslage bei seinem Gegenüber Andreas Möller. „Wir sind glücklich, dass wir die schwierige Auswärtsaufgabe gemeistert haben“, freuet sich der Gästetrainer. „Hut ab, die Jungs haben das mit Bravour gemacht. Nach dem Platzverweis, der keiner war, sind wir konzentriert geblieben.“ Das Rückspiel findet am kommenden Sonnabend (8. Juni) in Hamberge (17 Uhr) statt – dann ohne den gesperrten Rath. Dazu meinte Möller: „Wir haben einen breiten Kader. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir den Gegner auf unserem größeren Platz mehr als heute auseinander spielen können . . .“

SV Borussia Möhnsen: Brogmus – Klemm, Kuschel, Jürgens, Bonuccelli (62. Hartig) – Ahrens (61. Dshivan) – Stegmann, Jahnke, Eiberg (76. Niemeck), Traut – Siehl.
SV Hamberge: Dombrowski – Lie, M. Beth, Rath, D. Möller – Mosler (49. Tramm), Thater, Wenzel, Bechler (62. Jäger) – B. Beth (90. +2 Lange), Röhrich.
Schiedsrichter: Patrick Möller (Kiel).
Zuschauer: 200.

432,10 Euro Familie Ewald aus Hamberge

Die Fußballer des SV Hamberge konnten am Sonnabend nicht nur mit einem 1:0-Sieg die Heimreise angetreten, sondern zusätzlich mit einer Geldspende von 432,10 Euro. Dieser Betrag kam am Rande des Verbandsliga-Aufstiegsspiels bei Borussia Möhnsen zusammen.

Das sind die besten Torjäger in Schleswig-Holstein (Oberliga, Landesliga und Verbandsliga). Stand: 27. Mai 2019.

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Spontan hatte Möhnsens neuer erster Vorsitzende Bastian Siemers einen Karton besorgt. Mit diesem ging dann Betreuer Oliver Kohrs durch die Zuschauerreihen und bat um eine Spende zu Gunsten der Familie Ewald aus Hamberge. Sebastian Ewald (36) und sein zehnjähriger Sohn sind unheilbar an Krebs erkrankt. „Als wir von diesem Schicksal gehört haben, war diese Aktion das mindeste, was wir tun konnten“, sagte Siemers zum LN-Sportbuzzer. Doch damit nicht genug. Vor dem Spiel überreichte zudem Henoch Förster, der Gründer des Modelabels Bolzplatzkind, eine Sachspende an die Hamberger. Bei aller Rivalität stand der gute Zweck im Vordergrund. „Als ich von dem Schicksal der Familie gelesen haben, wollte ich etwas beisteuern“, erklärte Förster. Hamberges Trainer Andreas Möller bedankte sich nach dem Spiel stellvertretend für die Geldspende. „Das ist eine sehr nette Geste“, sagte er.