28. April 2021 / 20:58 Uhr

1:0-Sieg gegen Duisburg! Daferner rettet Dynamo-Dresden-Debüt von Schmidt

1:0-Sieg gegen Duisburg! Daferner rettet Dynamo-Dresden-Debüt von Schmidt

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
28.04.2021, Sachsen, Dresden: Fußball: 3. Liga, SG Dynamo Dresden - MSV Duisburg, 32. Spieltag, im Rudolf-Harbig-Stadion. Dynamos neuer Trainer Alexander Schmidt jubelt nach dem Tor zum 1:0. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes ZB-Funkregio Ost +++ ZB-FUNKREGIO OST +++
Erstes Spiel, erster Sieg! Die SG Dynamo Dresden findet im ersten Spiel unter Trainer Alexander Schmidt zurück in die Erfolgsspur. © dpa
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Die Schwarz-Gelben aus Elbflorenz feiern gegen den MSV Duisburg den ersten Erfolg nach vier sieglosen Partien - und die ersten drei Punkte unter dem neuen Coach.

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Dresden. Wunderdinge kann auch ein neuer Trainer nur selten bewirken. Auch Alexander Schmidt ist kein Zauberer. Der neue Coach von Dynamo Dresden hat es aber mit einer beherzten Ansprache, ein paar Umstellungen und mit einer Portion Glück geschafft, sein Team mental aufzurichten und zum ersten Dreier nach vier sieglosen Spielen zu führen. Gegen den MSV Duisburg gewann Dynamo mühevoll, aber nicht unverdient mit 1:0 (0:0). Christoph Daferner gelang das Tor des Tages in der 77. Minute, nachdem seine Mannschaft 515 Minuten ohne Treffer geblieben war.

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Glück für Broll und Dynamo

Seine erste Bewährungsprobe ging Schmidt mit nur zwei personellen Änderungen in der Startelf an. Er wolle die Mannschaft nicht mit Neuerungen überfrachten, hatte der Augsburger vorab erklärt. So beließ er es dabei, den zuletzt gesperrten Kapitän Sebastian Mai wieder in die Viererkette einzubauen, aus der Niklas Kreuzer weichen musste. Vorn erhielt Philipp Hosiner den Vorzug vor Marvin Stefaniak, doch dem Österreicher hatte Schmidt einen neuen Job zugedacht. Der Eisenstädter spielte auf der Zehnerposition hinter dem Sturmduo Luka Stor/Christoph Daferner. Paul Will und Julius Kade agierten im Mittelfeld offensiver, Yannick Stark spielte allein auf der Sechserposition.

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Heimsieg gegen Duisburg! Die SG Dynamo Dresden gewinnt das erste Spiel mit dem neuen Coach Alexander Schmidt mit 1:0. Zur Galerie
Heimsieg gegen Duisburg! Die SG Dynamo Dresden gewinnt das erste Spiel mit dem neuen Coach Alexander Schmidt mit 1:0. ©

Das 4-1-3-2-System schien anfangs auch ganz gut zu funktionieren, denn Dynamo hatte mehr Zugriff als zuletzt, spielte hohes Pressing und das aggressiv. Will suchte auch mal den Abschluss (7./abgefälscht), Kevin Ehlers köpfte den anschließenden Eckball drüber (8.). Doch weitaus gefährlicher waren die „Zebras“ bei ihrer ersten Chance, einem Geschenk von Dynamo-Keeper Kevin Broll. Der leistete sich einen Abspielfehler, Aziz Bouhaddouz errobete die Kugel und schoss – zum Glück für Broll nur an den Pfosten (12.).

Dynamo übernimmt die Initiative

Doch die Schwarz-Gelben ließen sich nicht beirren, übernahmen weiter die Initiative: Hosiner prüfte Leo Weinkauf aus 20 Metern (14.). Dann bediente der Burgenländer Stor von rechts, der sich die Ecke hätte aussuchen können, aber Weinkauf anschoss. Kade brachte den Nachschuss auch nicht im Ziel unter (19.). Das musste eigentlich die Führung sein!

Die schien dann drei Minuten später nach einer Will-Ecke schon gefallen, als Tim Knipping den Ball eingeköpft hatte, doch der auch sonst schwache Schiedsrichter Asmir Osmanagic gab den Treffer nicht, sondern Freistoß für den MSV. Warum, das blieb sein Geheimnis. Pech für Dynamo, das wenig später aber Glück hatte, dass Broll ein Eigentor von Mai verhinderte (31.). Bouhaddouz senste dabei Mai um, doch dafür sah er nicht mal Gelb und Duisburg bekam einen Eckball (33.). Weitere fragwürdige Entscheidungen des Referees machten das Spiel kaputt, viel passierte bis zur Pause nicht mehr. Daferner hatte noch eine Chance, kam aber nicht richtig an den Ball, Weinkauf parierte (33.).

Daferner rettet den Abend

In der Pause reagierte Schmidt, nahm den taktisch überforderten Stor runter und brachte Agyemang Diawusie in die Partie. Dynamo hatte mehr vom Spiel, Will eine Schusschance, aber der Ball wurde noch von einem Duisburger zur Ecke abgefälscht (52.). Dann musste der Rotschopf runter, für ihn kam Kreuzer rein (53.). Es half nicht viel, vorn blieb Dynamo harmlos. Die Einwechslung von Panagiotis Vlachodimos (63./für Hosiner) war die Folge.

DURCHKLICKEN: Die Noten zum Spiel gegen Duisburg

(1) Kevin Broll: Nach seinem schlimmen Fehlpass im Aufbauspiel ist der Torwart im Glück, dass Bouhaddouz den Ball nur an den Pfosten setzt (12.). Dafür mit Riesenreflex, als Mai einen Flankenball aufs eigene Tor abfälscht (31.). Leistet sich einen zweiten kapitalen Fehler, erneut wird das Abspiel abgefangen, im postwendenden Gegenstoß schießt Vermeij knapp drüber (68.). Ansonsten aber auch bis in die dreiminütige Nachspielzeit immer auf dem Posten. Note: 3,5 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Nach seinem schlimmen Fehlpass im Aufbauspiel ist der Torwart im Glück, dass Bouhaddouz den Ball nur an den Pfosten setzt (12.). Dafür mit Riesenreflex, als Mai einen Flankenball aufs eigene Tor abfälscht (31.). Leistet sich einen zweiten kapitalen Fehler, erneut wird das Abspiel abgefangen, im postwendenden Gegenstoß schießt Vermeij knapp drüber (68.). Ansonsten aber auch bis in die dreiminütige Nachspielzeit immer auf dem Posten. Note: 3,5 ©

Der Deutsch-Grieche hatte alsbald auch einen Konter, doch er verdaddelte den Ball im Strafraum anstatt zu schießen (64.). Da hatte der MSV mehr zu bieten: Bouhaddouz schoss nach einem Konter drüber (63.), Maximilian Jansen prüfte Broll nach einer Ecke per Kopf (67.), Vincent Vermeij schoss freistehend über das Tor (68.). Da hatten die Gastgeber Riesendusel.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel gegen den MSV

Alexander Schmidt (Trainer SG Dynamo Dresden): Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment zollen. Die Spieler haben bis zur letzten Minute um jeden Meter gekämpft. Wir haben zwei, drei grobe Schnitzer im Spiel gehabt, die Gott sei Dank nicht bestraft wurden. Aber alle haben an einem Strang gezogen, im Endeffekt haben wir das Spiel gewonnen und den Turnaround geschafft. Ob der Sieg glanzvoll war oder nicht, ist letztlich egal. Es ist so, dass wir wieder vorn reinrücken können, den ersten Schritt haben wir gemacht. Insgesamt bin ich begeistert von der Mannschaft, die Spieler sind pflegeleicht und hungrig. Zur Galerie
Alexander Schmidt (Trainer SG Dynamo Dresden): "Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment zollen. Die Spieler haben bis zur letzten Minute um jeden Meter gekämpft. Wir haben zwei, drei grobe Schnitzer im Spiel gehabt, die Gott sei Dank nicht bestraft wurden. Aber alle haben an einem Strang gezogen, im Endeffekt haben wir das Spiel gewonnen und den Turnaround geschafft. Ob der Sieg glanzvoll war oder nicht, ist letztlich egal. Es ist so, dass wir wieder vorn reinrücken können, den ersten Schritt haben wir gemacht. Insgesamt bin ich begeistert von der Mannschaft, die Spieler sind pflegeleicht und hungrig." ©

Doch das Schöne am Fußball ist: Es kommt oft anders und zweitens, als man denkt. In der 77. Minute flankte Vlachodimos von der Eckfahne, Daferner verwandelte die Eingabe am kurzen Pfosten zum 1:0. Der Jubel war unbeschreiblich und fiel nach dem Abpfiff erst recht euphorisch aus. Dynamo überholte mit dem 19. Saisonsieg 1860 München und rückte auf Platz drei vor. Der Einstand von Alexander Schmidt ist geglückt, am Wochenende kann sein Team mit einem Sieg beim KFC Uerdingen sogar wieder Tabellenführer werden.