05. März 2022 / 17:24 Uhr

1:1 erkämpft, Platz vier gehalten: RB Leipzig biegt Partie gegen Freiburg noch um

1:1 erkämpft, Platz vier gehalten: RB Leipzig biegt Partie gegen Freiburg noch um

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
LEIPZIG, GERMANY - MARCH 05: Yussuf Poulsen of RB Leipzig battles for possession with Vincenzo Grifo of SC Freiburg during the Bundesliga match between RB Leipzig and Sport-Club Freiburg at Red Bull Arena on March 05, 2022 in Leipzig, Germany. (Photo by Cathrin Mueller/Getty Images)
RB Leipzigs Yussuf Poulsen im Zweikampf mit Freiburgs Vincenzo Grifo. © Getty Images
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Erst in der Schlussphase beginnt RB Leipzig, ernsthafte offensive Akzente zu setzen. In der langen Zeit zuvor fällt den Gastgebern viel zu wenig ein, beißen sie sich am Defensiv-Bollwerk des SC Freiburg auch mangels eigener Ideen die Zähne aus. Dank Angelino reicht es am Ende doch noch zu einem 1:1 (0:1).

Leipzig. RB Leipzig hat den Champions-League-Platz verteidigt, gerade so. Die Sachsen lagen am Samstag in der heimischen Red Bull Arena bis zur 90. Minute 0:1 zurück, holten dank Angelino dann aber doch noch ein 1:1-Unentschieden gegen den SC Freiburg. Die Breisgauer bleiben damit aufgrund des schlechteren Torverhältnisses weiter punktgleich auf Bundesliga-Tabellenplatz fünf hinter RB. Beide könnten am Sonntag noch von der TSG Hoffenheim überholt werden, wenn die ihre Partie beim 1. FC Köln gewinnt.

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Freiburg giftiger

"Wenn es der letzte Spieltag wäre, wäre das Spiel wie ein Finale", meinte Domenico Tedesco vor dem Anpfiff. Auf fünf Positionen veränderte der Coach sein Team für dieses "Endspiel". Im Angriff erhielt André Silva eine Pause, für ihn begann Yussuf Poulsen. Dahinter bekam Emil Forsberg den Vorzug vor Dani Olmo. Verteidiger Josko Gvardiol hatte seine Rückenprellung aus dem DFB-Pokal zügig kuriert, stand in der Startelf.

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Glücklicher Punktgewinn RB Leipzig: Die Tedesco-Elf und der SC Freiburg trennen sich im Duell um die Champions League-Ränge 1:1-Unentschieden. Zur Galerie
Glücklicher Punktgewinn RB Leipzig: Die Tedesco-Elf und der SC Freiburg trennen sich im Duell um die Champions League-Ränge 1:1-Unentschieden. ©

Die begann allerdings nicht, als könnte es auch ein Finale sein. Giftig war zunächst allein der SC Freiburg, ebenso wie RB mit Dreierkette am Start. Auch wenn die Breisgauer erst einmal ohne Chancen blieben, kauften sie den Hausherren im Mittelfeld doch das eine oder andere Mal den Schneid ab. Ein Flachschuss von Nico Schlotterbeck, den Peter Gulacsi im Nachfassen hielt, fungierte als eine Art Wecker (11.). Denn allmählich fanden die Hausherren zu ihrem inzwischen gewohnten, Ballbesitz-haltigen Spiel. Doch weil der SCF hinten solide stand, RB es meist über Links versuchte und es so verpasste, das Geschehen in die Breite zu ziehen, fehlten der letzte Pass, die entscheidende Möglichkeit. Erst in der 33. Minute lag ein Treffer in der Luft. Christopher Nkunku eilte nach Pass von Poulsen los, schüttelte seinen Gegenspieler ab, versuchte es dann aber mit einem Lupfer statt einem satten Schuss. Ein Fehler. Der Ball segelte über das Gehäuse. Es sollte die einzige (!) viel versprechende RB-Aktion in Halbzeit eins bleiben.

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"Es ist wie Schach"

Statt der Hausherren jubelten wenig später die rund 600 mitgereisten Freiburger Fans. Nach einem Patzer von Amadou Haidara enteilte Schlotterbeck den Leipziger Verteidigern, setzte seinerseits zum Lupfer an. Der ging aber nicht drüber, sondern senkte sich ins Netz. Gvardiol versuchte noch, das Leder rauszuschlagen - erfolglos, 0:1 (38.). Für die ohnehin defensiv ausgerichteten Gäste ein wichtiger Trumpf für die zweite Hälfte, zumal RB bis dato offensiv wenig bis nichts eingefallen war. "Es ist wie Schach. Wir wissen, was sie machen. Sie wissen, was mir machen", meinte der Technische Direktor der Gastgeber, Christopher Vivell, in der Pause. Ob er damit, ganz nebenbei, auch die fehlende Beweglichkeit vor allem der Tedesco-Elf ansprach, blieb offen. Den Finger in die Wunde legte Vivell dennoch recht zielgerichtet. "Wir müssen vertikaler spielen." Also nicht nur Ballzirkulation (RB erarbeitete sich in den ersten 45 Minuten nicht einmal eine Ecke), sondern Pässe in die Tiefe, in den Strafraum.

Tedesco verzichtete zum Wiederbeginn auf Wechsel. Da sich aber auf dem Feld auch weiterhin nicht soviel tat - immerhin hatte es zwischenzeitlich zwei, allerdings wirkungslose, Ecken gegeben - brachte der Coach in der 58. Minute mit Silva, Olmo und Benjamin Henrichs gleich drei Neue. Drei, die zuletzt in allen Wettbewerben offensiv regelmäßig überzeugt hatten. Nun auch gegen Freiburg? Tatsächlich kam nun mehr Bewegung in die Leipziger Reihen, nur an Ideen mangelte es weiter, während die Breisgauer ihrem Konzept treu blieben. Die Elf von Christian Streich agierte defensiv diszipliniert und hoch-konzentriert, machte die Räume enger als eng. Zwar fehlten beim SCF offensive Impulse inzwischen gänzlich. Mit der Führung im Rücken bestand für die Gäste diesbezüglich aber auch keinerlei Zugzwang. 20 Minuten vor Schluss skandierten die Freiburger Fans schon mal "Auswärtssieg, Auswärtssieg".

Zu früh? Ja. Denn nun wurde den 24.758 in der Red Bull Arena Einbahnstraßen-Fußball geboten. RB drückte. Aber Silvas Kopfball (77.) blieb ohne Nachdruck, Haidaras Gewaltschuss (85.) verfehlte den Kasten deutlich. Aber Angelinos Linksschuss in die lange Ecke (Vorlage Silva) saß schließlich doch (90.).

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Orban, Gvardiol - Mukiele (58. Henrichs), Haidara, Kampl (58. Olmo), Angelino, Nkunku, Forsberg (79. Szoboszlai) - Poulsen (58. Silva).

Freiburg: Flekken - Gulde (K. Schlotterbeck), Lienhart, N. Schlotterbeck (65. Sildillia) - Kübler, Eggestein, Haberer, Günter, Höler (79. Sallai), Grifo (65. Jeong) - Demirovic (79. Petersen).

Tore: 0:1 Demirovic (38.); 1:1 Angelino (90.).

Zuschauer: 24.758.