13. Januar 2021 / 20:49 Uhr

1:2 gegen die DEG: Rech beendet Torflaute, aber Grizzlys Wolfsburg verlieren erneut

1:2 gegen die DEG: Rech beendet Torflaute, aber Grizzlys Wolfsburg verlieren erneut

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of Foto: Boris Baschin, Wolfsburg, DEL, Eishockey, Grizzlys Wolfsburg- Düsseldorfer EG, Eispalast,
Sieg für die Rot-Gelben: Die Grizzlys rettteten beim 1:2 n. V. gegen Düsseldorf immerhin einen Punkt, überzeugten aber erneut nicht. © Boris Baschin
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Die Grizzlys Wolfsburg können offenbar nicht mehr gewinnen. Mit 1:2 nach Verlängerung gegen die Düsseldorfer EG setzte es am Mittwoch die zweite Niederlage in Folge für den heimischen Eishockey-Erstligisten. Immerhin retteten die Gastgeber einen Punkt.

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Alexander Barta hatte die DEG in Führung gebracht, Toto Rech rettete die Gastgeber in die Overtime. Rech, vergangenen Saison Wolfsburgs Topscorer, erzielte sein erstes Saisontor und seinen ersten Treffer seit dem Quasi-Saisonauftakt im Magentasport-Cup. Auch damals ging es gegen die DEG. In der Verlängerung entschied Liga-Toptorjäger Daniel Fischbuch die Partie für die Gäste.

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Bei den Grizzlys stand Chet Pickard im Tor, nachdem zuvor dreimal in Folge Dustin Strahlmeier den Kasten gehütet hatte. Wieder im Aufgebot nach überstandener Verletzung (Nasenbeinbruch) war Mathis Olimb und damit bereit zum Brüder-Duell mit Düsseldorfs Ken-André Olimb. Auch Sebastian Furchner war nach seiner Oberkörperverletzung wieder im Einsatz, Wolfsburg setzte 13 Stürmer ein. Mit Dominik Bittner und Janik Möser scharren zwei Verteidiger mit den Hufen, endlich intensiver trainieren zu können. Bei beiden fehlen noch letzte Untersuchungsergebnisse, bei Bittner die Auswertung eines MRT, bei Möser die eines Langzeit-EKG. Laut Manager Charly Fliegauf gab es da auch am Mittwoch „noch nichts Neues“.

Trainer Pat Cortina von den Grizzlys Wolfsburg beim Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und der DueŸsseldorfer EG am 13.01.2021.
Unter Druck: Grizzzlys-Coach Pat Cortina. Sein Team punktet zu wenig. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Schnell, aber ohne große Höhepunkte verlief der erste Abschnitt: Die Gäste gingen in Führung, Jeromé Flaake fand Alex Barta aus der Position in der Ecke, der DEG-Routinier vollstreckte. Kurz danach musste Linienrichter Wayne Gerth mit einem Cut raus, Mathis Olimb war mit ihm zusammengeprallt, sein Helm traf Gerth unglücklich im Gesicht. Nach ein paar Minuten war der Linesman zurück. Für Wolfsburg traf Fabio Pfohl mit einem ansatzlosen Distanzschuss den Pfosten. Alles in allem war es von den Grizzlys nicht viel. ihr einziges Powerplay taugte nichts, Druck wurde nur selten aufgebaut, es gab viele ungenaue Pässe und Puckverluste.

Defensiv immerhin war die Mannschaft recht konzentriert. Das war eine der Forderungen, die Manager Fliegauf nach 18 Gegentoren binnen vier Partien aufgestellt hatte. Insgesamt hatte er sich von seinem großen Trainerstab gewünscht, dass sich Verbesserungen einstellen, da acht Punkte aus sechs Spielen nicht genug seien, um das Minimalziel, Platz vier im Norden, zu erreichen.

Grizzlys Wolfsburg gegen Düsseldorfer EG

Szenen vom Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und der DEG am 13. Januar 2021. Zur Galerie
Szenen vom Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und der DEG am 13. Januar 2021. © Boris Baschin

Spielerisch mit Mängeln, harm- und drucklos gegen eine Mannschaft, die zuletzt auch reichlich, nämlich 16 Gegentore in vier Partien, kassiert hatte - Olimb analysierte nach 20 Minuten: "Wir müssen an der blauen Linie schlauere Entscheidung treffen, um mehr Spielzeit in Düsseldorfs Zone zu bekommen." Daraus wurde nichts. Auch die DEG, die Wolfsburg kurz ins Schwimmen brachte, war bemüht, die eigene Gegentorflut einzudämmen, verteidigte die neutrale Zone verbissen. Es blieb eine Partie mit wenig Torszenen. Wolfsburg ruckte spät im zweiten Drittel mal an, Phil Hungerecker und Jan Nijenhuis scheiterten in dieser Drangphase.

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Im letzten Drittel kämpften die Kontrahenten verbissen, Wolfsburg rettete einen Punkt durch Rechs Knaller, hatte durch Pfohl sogar noch Pech durch einen weiteren Pfostenschuss. Eine Woche Zeit zur Vorbereitung auf diese Partie hatten die Grizzlys gehabt, viel heraus kam im Endeffekt nicht. Das Powerplay war weiterhin Murks, zuvor unauffällige vermeintliche Leistungsträger waren weiterhin unauffällig, die spielerische Qualität war dürftig, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Wolfsburger zu den wenigen Teams zählten, die sich eine lange Vorbereitungszeit vor der Saison gönnten. Einzig die defensive Ordnung passte, aber womöglich ging sie zu Lasten der Offensive, denn harmloser hatte man das Cortina-Team in dieser Saison selten erlebt. Der Anschluss an die Top Vier geht langsam verloren, am Freitag (18.30 Uhr) daheim gegen Iserlohn stehen Mannschaft und Chefcoach jetzt richtig unter Druck.

Furchner hadert: Wieder keine 60 konstanten Minuten

Kapitän Furchner haderte: "Das waren wieder keine 60 konstanten Minuten. Es gibt Zonen, da ist geradlinigies Spiel gefragt und das schaffen wir nicht über 60 Minuten. Wenn wir es machen, sind wir gut drin, wir müssen es über 60 Minuten machen, dann kriegen wir nicht nur einen oder zwei Punkte, sondern drei." Der Druck lässt ihn kalt: "Wir müssen konzentriert bleiben, als Gruppe zusammenhalten und arbeiten, das ist der einzige Weg, wie man erfolgreich sein kann."

Statistik

Grizzlys: Pickard - Bruggisser, Wurm; Likens, Melchiori; Adam, Button; - Görtz, Järvinen, Hungerecker; Machacek, Festerling, Busch; Rech, M. Olimb, Boucher; Nijenhuis, Pfohl, Fauser.

DEG: Hane - Cumiskey, Jensen; Nowak, Ebner; Johannesen, Zanetti; Eder - Fischbuch, K.-A. Olimb, Alanov, Flaake, Barta, Kammerer, From, Carey, Karachun, Ehl, Buzas, Jahnke.

Schiedsrichter: Schukies/Steingroß. - Strafminuten: Grizzlys 6, DEG 6.

Tore: 0:1 (5:26) Barta (Flaake), 1:1 (55:08) Rech (Busch/Olimb), 1:2 (62:01) Fischbuch (Jensen/Carey).