19. Mai 2019 / 17:16 Uhr

1:2 gegen Lok Stendal: Anker Wismar in Abstiegsnot

1:2 gegen Lok Stendal: Anker Wismar in Abstiegsnot

Andreas Kirsch/Peter Preuß
Ostsee-Zeitung
Nach dem Abpfiff: Sahid Wahab, der den Treffer zum 1:0 erzielte, liegt regungslos auf dem Rasen und ist total erschüttert. Sein team hat das wichtige Abstiegsduell gegen den 1. FC Lok Stendal mit 1:2 verloren.
Nach dem Abpfiff: Sahid Wahab, der den Treffer zum 1:0 erzielte, liegt regungslos auf dem Rasen und ist total erschüttert. Sein Team hat das wichtige Abstiegsduell gegen den 1. FC Lok Stendal mit 1:2 verloren. © Foto: Daniel Koch
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Das ging voll daneben. Der FC Anker Wismar hat im Abstiegskampf sein Heimspiel gegen den 1. FC Lok Stendal mit 1:2 verloren und steht nun auf einem Abstiegsplatz.

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Damit hatten die wenigsten Anhänger des Fußball-Oberligisten FC Anker Wismar gerechnet, dass die Hansestädter das wohl mit entscheidende Spiel zu Hause gegen den 1. FC Lok Stendal mit 1:2 verlieren würden. Mit dieser Niederlage vor 212 zahlenden Zuschauern rutschte das Team von Trainer Christiano Dinalo Adigo auf einem Abstiegsplatz. Nach dem feststeht, dass der FC Energie Cottbus aus der 3. Liga absteigt, müssen nun auch drei Mannschaften die Oberliga verlassen.

Anker Wismar braucht Schützenhilfe im Endspurt

Die Wismarer stehen zwei Spieltage vor Ende der Saison auf dem drittletzten Platz punktgleich (31) mit dem Brandenburger SC Süd. Doch der FC Anker hat mit 18 Toren gegenüber den Brandenburgern (11) die schlechtere Tordifferenz. Somit wird es für das Team von Trainer Adigo sehr schwer, den Klassenerhalt noch aus eigener Kraft zu schaffen. „Ich bin aber trotzdem noch optimistisch, denn mit zwei Siegen ist die Chance auf den Klassenerhalt noch da. Wir müssen und werden an uns glauben“, gibt sich Christiano Dinalo Adigo mit seinem Team noch nicht auf. „Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, die Niederlage aus den Köpfen herauszukriegen und uns gezielt auf die beiden letzten Spiele bei Tennis Borussia am 2. Juni und zu Hause am 8. Juni gegen den FC Strausberg vorzubereiten“, wirft Adigo schon einen Blick voraus.

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Dabei hatten die Hausherren gegen den 1. FC Lok Stendal, die noch vor der Partie in der Tabelle mit 29 Punkten hinter den FC Anker platziert waren, den perfekten Start erwischt. Bereits in der 10. Minute konnte Sahid Wahab nach einer Flanke von Ivanir Rodrigues den Ball im Strafraum annehmen und zur Führung einschießen. Der Jubel kannte darauf keine Grenzen. „Das Ding ziehen wir heute durch“, war sich Prof. Dr. Bernd Romeike vom Aufsichtsrat des FC Anker sicher. Zumal es nur drei Minuten später erneut im Stendaler Strafraum brannte. Doch der Kopfball vom 1:0-Torschützen Wahab wurde noch von einem Stendaler Abwehrspieler von der Linie geschlagen.

Führung gibt Anker Wismar keine Sicherheit

Wer nun dachte, dass die Anker-Elf weiter befreit aufspielen würde, sah sich getäuscht. Der Rückstand schien eher die Gäste aus Sachsen-Anhalt, aufgeweckt zu haben.

Nach einem gravierenden doppelten Fehler in der Wismarer Abwehr ließ sich Maurice Pascale Schmidt den Ausgleich nicht nehmen. Anker-Trainer Adigo reagierte frühzeitig und brachte Dennis Martens - er bestritt sein 222. Punktspiel für die Hansestädter. Dafür musste Tomasz Serweta sechs Minuten vor dem Pausenpfiff den Rasen auf dem Jahnplatz verlassen. Allerdings eine Wende wurde mit der Auswechslung auch nicht eingeleitet.

Später Schock für Wismar

Nach dem Seitenwechsel fand die Anker-Elf wieder deutlich besser ins Spiel. In der 50. Minute stürmte Kamil Popowicz über links auf das Stendaler Tor zu, doch sein Schuss wurde eine sichere Beute von Stendals Schlussmann Lukas Kycek.

22 Minuten später verpasste der für Franc Junior Silinou eingewechselte Tim Queckenstedt eine Flanke von Christian Okafor - zehn Minuten danach klärte Johannes Marhold für die Gäste bei einer scharfen Eingabe von Queckenstedt im Fünf-Meter-Raum. Die klarste Möglichkeit hatte dann Philipp Ostrowitzki in der 83. Minute. Eine gefährliche Ecke von Rodrigues landete auf dem Kopf von Ostrowitzki - er bestritt sein 200. Punktspiel für die Wismarer - doch auch diesmal blieb der Gäste-Torwart Sieger. „Das hätte ein tolles Jubiläumsspiel werden können, wäre der Ball im Stendaler Tor eingeschlagen“, sinnierte Ostrowitzki nach der Partie. Stattdessen kam es in der Schlussphase für die Gastgeber knüppeldick. Kurz vor dem Abpfiff machte das Stendaler Team dann Nägel mit Köpfen. Einen Eckball von der rechten Seite köpfte Tim Schaarschmidt zum Sieg ein.

Stendal trifft in der Nachspielzeit noch den Pfosten

Grenzenloser Jubel auf Stendaler Seite, Niedergeschlagenheit bei den Hausherren. Die letzte Möglichkeit hatten sogar noch einmal die Stendaler, denn der eingewechselte Martin Gödecke setzte die Kugel in der 95. Minute an den Pfosten.

„Auch wenn im Moment alles gegen uns spricht, ich bleibe optimistisch und sehe uns auch nächstes Jahr in der Oberliga“, meinte Anker-Vizepräsident Reinhart Kny nach der bitteren Niederlage.

So sehen die weiteren Partien der Abstiegskandidaten aus:
10. SV Altlüdersdorf (35 Punkte): Hertha 06 Charlottenbeurg (A), Torgelower FC Greif (H)
11. SC Staaken (32): SpVg Blau-Weiß Berlin (H), Greifswalder FC (A)
12. 1. FC Lok Stendal (32): Malchower SV (H), SpVg Blau-Weiß Berlin (H)
13. Brandenburger SC Süd (31): TSG Neustrelitz (A). FC Hansa Rostock II (H)
14. FC Anker Wismar (31): Tennis Borussia (A), FC Strausberg (H)
15. FC Strausberg (31): Lichtenberg 47 (H), FC Anker Wismar (A)
16. Malchower SV (4): 1. FC Lok Stendal (A), Tennis Borussia (H).

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