20. April 2021 / 20:24 Uhr

1:2-Niederlage in Köln: RB Leipzig blamiert sich beim Vorletzten

1:2-Niederlage in Köln: RB Leipzig blamiert sich beim Vorletzten

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Nordi Mukiele kann es nicht fassen: RB Leipzig stolpert in Köln.
Nordi Mukiele kann es nicht fassen: RB Leipzig stolpert in Köln. © dpa
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Geht RB Leipzig auf der Zielgeraden der Saison die Puste aus? Nach dem bereits enttäuschenden 0:0 gegen Hoffenheim gab es am Dienstagabend den nächsten Dämpfer. 1:2 (0:0) unterlag der Bundesliga-Zweite beim Vorletzten, dem 1. FC Köln. Dabei zeigten die Sachsen alt bekannte Probleme.

Köln. Während weltweit über die Super League (spitzer Spitzname: „Super Lüg“) diskutiert wird, rollt der Ball in der 1963 geschlüpften einzig wahren und nahezu grundehrlichen Bundesliga. Der 30. Spieltag führte die Roten Bullen in die rote Zone des Klassements, zum 1. FC Köln, dem Rangvorletzten. Die jungen Männer von Julian Nagelsmann kombinierten sich einen Wolf, legten sich den in allen Belangen unterlegenen Gegner zurecht, hatten fünf Groß-Chancen - und gingen sensationeller Weise leer aus. Köln gewinnt glücklich 2:1 (0:0) und setzt ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf. RB - ineffektiv hoch drei - verabschiedet sich von eh nur vagen Titel-Träumen. Gewinner und Verlierer: Der gut abgehangene Kölner Kapitän Jonas Hector zeigt seinem viel jüngeren und viel dynamischeren Gegenspieler Dayot Upamecano, dass Tempo nicht alles ist, trifft doppelt (46./60.). Amadou Haidara sorgt fürs zwischenzeitliche 1:1 (59.).

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Fünf Veränderungen in der Leipziger Startelf

Nagelsmann mit fünf Wechseln gegenüber der Nullnummer gegen Hoffenheim. Marcel Halstenberg, Lukas Klostermann, Amadou Haidara, Kevin Kampl und Alexander Sörloth laufen auf. Ibrahima Konaté, Angeliño, Dani Olmo, Willi Orban erleben den Anpfiff auf der Bank, der angeschlagene Marcel Sabitzer ist in Leipzig geblieben.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus der Partie

Geht RB Leipzig auf der Zielgeraden die Luft aus? Nach einer enttäuschenden Leistung unterlag die Nagelsmann-Elf bei Abstiegskandidat 1. FC Köln mit 1:2. Zur Galerie
Geht RB Leipzig auf der Zielgeraden die Luft aus? Nach einer enttäuschenden Leistung unterlag die Nagelsmann-Elf bei Abstiegskandidat 1. FC Köln mit 1:2. ©

RB startet furios, erspielt sich zwei Topchancen innerhalb von 65 Sekunden. Amadou Haidara semmelt übers Leder, Emil Forsbergs Volley wird kurz vorm Einschlag abgeblockt. RB richtet sich im und am Strafraum häuslich ein, kommt zum dritten Hochkaräter. Alexander Sörloth setzt Haidara ein, der schießt knapp drüber (3.). Nach drei Minuten haben die Rasenballer mehr zwingende Aktionen aufs Grün gezaubert als in 94 Minuten gegen Hoffenheim. RB lässt Ball und Gegner laufen, späht gegen tief stehende Kölner nach Lücken. Der Effzeh wagt sich in der 25. Minute erstmals über die Mittellinie, Kapitän Jonas Hectors Distanzschuss ringt Peter Gulacsi eine Parade ab. Chancen sind nach der heißen Anfangsphase lange Zeit nicht mehr zu bewundern. Dann muss es fallen, das Leipziger 1:0. Haidara spielt Nordi Mukiele frei, der verzieht völlig frei. Im Gegenzug fordert Köln einen Handelfmeter, Klostermanns Aktion bleibt zurecht folgenlos. Kurz vor der Halbzeit köpfelt Sörloth eine Halstenberg-Flanke aufs Kölner Tor und zwingt Timo Horn zu einem attraktiven Rettungsflug.

Halbzeit, 13:1-Torschüsse für RB, ein 0:0 der vergnüglicheren Art. Zentrale Frage vorm Wiederbeginn: Wann stößt der Bulle den Geißbock um? Antwort: Gar nicht, weil Köln in Führung geht! 56 Sekunden nach dem Anstoß flankt Jannes Horn seelenruhig auf den langen Pfosten, wo Hector alle Zeit der Welt hat, einzuköpfen. Upamecano sieht alt aus, Gulacsi auch nicht gerade jung. 1:0, Spielverlauf auf den Kopf gestellt.

Köln kontert Haidaras Ausgleich

RB schüttelt sich und schlägt zurück. Sörloth sichert einen Gulacsi-Ball, passt auf Halstenberg, der quer legt zu Haidara. Der beste Leipziger zieht unhaltbar ab. 1:1, bildschönes (59.). Biegt das Spiel jetzt Richtung Favorit ab? Nein, Effzeh-Kapitän Hector foppt die schläfrige RB-Abwehr erneut, tankt sich durch und schiebt lässig zum Kölner 2:1 ein (60.). Nagelsmann ist auf 180, bringt Angelino und Olmo für Forsberg und Adams, wechselt auch noch Justin Kluivert für Halstenberg ein. Nennt sich: alles oder nichts. Köln wehrt sich gegen die RB-Sturmflut, Keeper Timo Horn ist bei einem Angelino-Freistoß blitzschnell unten, rettet in Handball-Torhüter-Manier (73.). RB drängt, will das 2:2. Kluivert hat es auf dem Kopf, macht es nicht (90.). Dann hat Kluivert den Ausgleich auf dem Fuß, wird im Nachgang umgesenst. Elfer? Nein. Dann ist es vorbei. Köln feiert, Leipzig hadert.

Am Sonntag, 15.30 Uhr, steigt die Heimpartie gegen den VfB Stuttgart. Mit Einlaufkindern, die auf virtuelle Art mit von der Partie und in der Kabine sind. Eine Kooperation von RB, Porsche und Radio Leipzig.