23. April 2022 / 17:26 Uhr

1:2-Pleite gegen Union: RB Leipzig geht in der Schlussphase k.o.

1:2-Pleite gegen Union: RB Leipzig geht in der Schlussphase k.o.

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Christopher Nkunku blieb am Samstag ohne Treffer.
Christopher Nkunku blieb am Samstag ohne Treffer. © 2022 Getty Images
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RB Leipzig sieht gegen Union Berlin bis in die Schlussphase hinein wie der einigermaßen sichere Sieger aus, kassiert dann aber binnen drei Minuten zwei Tore. Die 1:2-Niederlage (0:0) ist auch das Ergebnis einer zum wiederholten Mal schlechten ersten Halbzeit, in der die Sachsen nicht einen Torschuss produzierten.

Leipzig. Das Pokalduell gewann RB Leipzig, im Bundesliga-Schlagabtausch war die gezeigte Leistung vor allem in der ersten Halbzeit aber zu wenig, verloren die Sachsen am Samstagnachmittag 1:2 (0:0) gegen Union Berlin. Die Niederlage bringt RB in Sachen Champions-League-Qualifikation in schon vergessen geglaubte Bedrängnis. Der Vorsprung auf Konkurrent SC Freiburg beträgt nun nur noch zwei Punkte. Die Breisgauer mussten in der Partie gegen Mönchengladbach nach 3:2-Führung noch den Ausgleich hinnehmen.

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Zähe erste Halbzeit

Domenico Tedesco nahm im Vergleich zum ersten Duell beider Team sechs Änderungen vor. Siegtorschütze Emil Forsberg durfte ebenso von Beginn an ran wie Marcel Halstenberg und Nordi Mukiele. Abwehr-Dauerbrenner Josko Gvardiol bekam dagegen ein Pause. Auch Stürmer André Silva nahm zunächst auf der Bank Platz. Die Eisernen, die auf den gelbgesperrten Timo Baumgartl verzichten mussten, wechselten dreimal. András Schäfer, Niko Gießelmann und Dominique Heintz rückten in die Anfangself.

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Rückschlag im Kampf um die Champions League Ränge: RB Leipzig kassiert eine unglückliche aber verdiente 1:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Union Berlin. Zur Galerie
Rückschlag im Kampf um die Champions League Ränge: RB Leipzig kassiert eine unglückliche aber verdiente 1:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Union Berlin. ©

Die Eisernen machten da weiter, wo sie am Mittwoch aufgehört hatten: mit einer extrem kompakten Defensive, immer aufmerksam, immer darum bemüht, keinerlei Räume für eine wie auch immer geartete Entwicklung der Hausherren zu lassen. Die Elf von Urs Fischer beließ es nicht dabei, entwickelte durchaus Offensivdrang. Die erste Chance vergab Taiwo Awoniyi per Kopf in der zweiten Minute. Kurz vor der Pause waren die aufopferungsvoll arbeitenden Köpenicker der Führung nah. Erst scheiterte Christopher Trimmel, im letzten Moment entscheidend bedrängt von Angelino (38.), dann versuchte es Grischa Prömel aus spitzem Winkel (45.) und schließlich knallte ein herrlicher Distanzschuss von Trimmel an die Latte (45.+2).

Und RB? Die fanden offensiv nicht statt, natürlich aufgrund des Engagements von Union, aber eben auch aufgrund von Fehlpässen, einer gewissen Ideenlosigkeit, fehlender Geschwindigkeit. Nicht einen einzigen Schuss gaben die Leipziger in Halbzeit eins auf das Tor von Frederik Rönnow ab. Die Leistung der Gastgeber erinnerte an die beim Auswärtsauftritt in Leverkusen, wo in den ersten 45 Minuten ebenfalls wenig bis gar nichts ging. Zäh ist wohl das Wort, das die Darbietung der Tedesco-Elf bis zum Pausenpfiff am besten beschreibt.

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Urs Fischer und sein goldenes Händchen

Der zweite Durchgang begann vor diesem Hintergrund fast schon sensationell überraschend. Denn kaum hatte Schiri Daniel Schlager wieder angepfiffen, jubelten die RB-Fans. Christopher Nkunku hatte kurz angezogen, Prömel mit dem Kopf direkt vor die Füße von Yussuf Poulsen geklärt, der hatte flach in Richtung linkes Eck abgezogen - 1:0 mit dem ersten Leipziger Torschuss des Nachmittags. Da waren gerade 35 Sekunden rum. Union brauchte eine Weile, um sich zu schütteln. Die Hausherren kombinierten indes vor sich hin. Doch diese Phase währte nicht lang, dann hatten die Köpenicker ihren Biss wiedergefunden. Die Partie gestaltete sich nun deutlich offener, weil die Gäste die massive Raumverdichtung öffneten, selbst offensiver wurden. Der Ausgleich, besser gesagt ein Strafstoß, lag in der Luft, als Nordi Mukiele bei einer Abwehraktion unabsichtlich Niko Gießelmann traf. Der VAR meldete sich, Schlager stand lange am Monitor - und entschied sich gegen den Elfer (63.). Das tat er auch gut zehn Minuten später als, Mohamed Simakan im Strafraum zu Fall kam.

Da hatten auf beiden Seiten bereits zahlreiche Wechsel begonnen. Tedesco tauschte zunächst im Trio - unter anderem kamen Konrad Laimer und Dani Olmo. Fischer brachte mit Andreas Voglsammer erst einmal einen zusätzlichen Stürmer. In der 85. Minute ersetzte Sven Michel seinen Kollegen Dominique Heintz und belohnte den Auftritt der Berliner nur 21 Sekunden, nachdem er den Platz betreten hatte mit dem 1:1. Das goldene Händchen von Fischer setzte sich fort. Denn drei Minuten später bediente Sheraldo Becker Michel, der legte ab auf den ebenfalls eingewechselten Kevin Behrens und Union führte 2:1. Eine Leipziger Reaktion gelang nicht mehr. Es war der erste Sieg der Köpenicker in der Red Bull Arena überhaupt. Sie feierten ihn ekstatisch.

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Gulacsi - Simakan, Orban, Halstenberg - Mukiele (83. Henrichs), Adams, Kampl (63. Laimer), Angelino, Nkunku (75. Szoboszlai), Forsberg (63. Olmo) - Poulsen (63. Silva).

Union: Rönnow - Jaeckel, Knoche, Heintz (85. Michel) - Trimmel (76. Ryerson), Khedira, Gießelmann (76. Oczipka), Schäfer (68. Voglsammer), Prömel - Awoniyi (85. Behrens), Becker.

Tore: 1:0 Poulsen (46.); 1:1 Michel (86.); 1:2 Behrens (89.).

Zuschauer: 45.770.

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