15. Januar 2021 / 21:01 Uhr

1:2-Pleite nach Verlängerung: Bei den Grizzlys läuft weiter nicht viel zusammen

1:2-Pleite nach Verlängerung: Bei den Grizzlys läuft weiter nicht viel zusammen

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nach diesem Spiel auch nicht sicherer im Sattel: Grizzlys-Trainer Pat Cortina.
Nach diesem Spiel auch nicht sicherer im Sattel: Grizzlys-Trainer Pat Cortina. © Britta Schulze
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Die Grizzlys Wolfsburg haben in der DEL die nächste Niederlage kassiert. Das 1:2 nach Verlängerung gegen Iserlohn bringt zwar wenigstens einen Punkt, auf dem Eis läuft aber weiter nicht viel zusammen.

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Ob das für den unter Druck stehenden Coach Pat Cortina reicht? Wolfsburg schoss zum zweiten Mal in Folge nur ein Tor, Phil Hungerecker war es. Zu wenig. Es gab beim 1:2 (1:1, 0:0, 0:0) der Grizzlys gegen die Iserlohn Roosters wieder keinen Dreier und wieder nur einen Punkt. Unter den Augen von Aufsichtsrats-Chef Klaus Mohrs und Aufsichtsrätin Hiltrud Werner bot Wolfsburg zumindest eine ordentlich Abwehrleistung - wie zwei Tage zuvor, aber diesmal gegen eine Torfabrik (bis dahin fast fünf Treffer pro Partie erzielte). Hier hatte Manager Charly Fliegauf mit Blick auf die Trainer vergangene Woche "schnell" Abhilfe gefordert. Doch viele andere Mängel sind weiterhin nicht behoben. Kein Stürmer ragt heraus, kein Akteur scheint das Heft in der Hand zu haben, vermeintliche Leistungsträger sind blass, das Spiel läuft selten flüssig, es ist ideenlos und das Powerplay unter aller Kanone.

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UPDATE: Nach dem Spiel stellte sich Wolfsburgs Manager auf SPORTBUZZER-Nachfrage hinter den Coach.

Gegen ein Top-Team waren die Grizzlys wie schon öfter auf Augenhöhe. Die nun verbesserte Defensive ging aber offenbar erneut zu Lasten der Offensive. Und mit ein oder zwei Treffern wie in den letzten drei Partien lassen sich nur selten Dreier einfahren. Ob zwei Pünktchen aus zwei Partien und weiter maue Leistungen nach klarer Ansage der Wolfsburger Klubführung reicht, ob sie die Chance sieht, mit Coach Pat Cortina noch die Kurve zu kriegen, ist fraglich. Der Chor der Fankritik an Cortina in den sozialen Medien wurde derweil noch lauter.

Stürmer Fabio Pfohl über das Grizzlys-Spiel: "Es reicht einfach nicht." Ideenlos fand er es nicht, bemängelte fehlenden Zug zum Tor. "Ein Punkt pro Spiel bringt uns nichts, wir müssen es vergessen, analysieren wieder bei Null starten."


Personal: Bei den Grizzlys fehlte neben den Langzeitverletzten Janik Möser und Dominik Bittner noch Gerrit Fauser, der sich am Mittwoch gegen Düsseldorf eine Unterkörperverletzung zugezogen hatte. Nachdem Wolfsburg am Mittwoch mit neun Außenstürmern ein wenig rotiert hatte, waren es gegen Iserlohn acht, das Team von Coach Pat Cortina hatte damit genau vier komplette Sturmreihen. Sebastian Furchner, der nach längerer Verletzungspause am Mittwoch sein Comeback mit noch wenig Eiszeit gegeben hatte, rückte in die Formation zu Matti Järvinen, dessen bisheriger Stammpartner fand sich neben Fabio Pfohl wieder. Und: U23-Profi Steven Raabe war wie schon in Bremerhaven wieder im Aufgebot.

Ehrung: Iserlohn kam mit drei Ex-Grizzlys, nämlich Torsten Ankert (zu Beginn des Magentasport-Cups noch in Krefeld), Philip Riefers und Brent Aubin. Wegen Corona hatte es für Aubin keinen Abschied aus Wolfsburg geben können, vor dem Spiel holten die Grizzlys das im kleinen Rahmen nach. Es gab ein kurze Ansprache, zudem überreichte Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf dem langjährigen Wolfsburger Torjäger und Publikumsliebling ein großes Bild.

Ehrung Brent Aubin

Die ersten 40 Minuten

Aubin hatte verkündet, er fahre nach Wolfsburg um dort zu gewinnen, Armin Wurm, Verteidiger der Wolfsburger, hatte direkt vor dem Spiel versprochen: "Wir wollen defensiv stärker sein, haben daran gearbeitet, wollen das zeigen. Wenn Aubi mit in die Ecke geht, kann er sich auf was gefasst machen." Zunächst einmal lief es für den Stürmer. Nach wenigen Sekunden war im Aufbau die Scheibe weg, Phil Bruggisser schon viel zu weit aufgerückt, Aubin konterte, hatte Platz, fand per Querpass Brody Sutter - keine Chance für Strahlmeier - 0:1. Die Gastgeber waren spürbar geschockt und fahrig in der Folge, erholten sich aber. Direkt im Anschluss ans erste Powerplay staubte Hungerecker nach Furchners Schuss zum 1:1 ab.

Im zweiten Abschnitt wirkte Wolfsburg griffiger als gegen Düsseldorf, wurde aber nicht zwingend und offenbarte wie gewohnt Passmängel und totale Tempo- und Ideenlosigkeit im Powerplay. Auch das zweite verstrich, kurz danach traf Ryan Johnston für Iserlohn nur den Pfosten. Die Gäste schossen nicht viel, aber das ist bei ihnen oft so, dafür stimmt die Effizienz. Dann trafen die Gastgeber, aber der Treffer zählte nicht. Nach Videobeweis waren die Unparteiischen der Meinung, Toto Rech (geschubst von Janes Baxmann) hätte Roosters-Keeper Andreas Jenike behindert, während Jordan Boucher ums Tor kurvte und den Puck versenkte. Schade, denn Rech hatte versucht, aus dem Torraum zu kommen, hing aber mit einem Fuß hinter Jenikes Beinschoner fest. Das dritte Powerplay der Wolfsburg übrigens - noch schlimmer als die beiden schlechten zuvor.

Grizzlys Wolfsburg gegen Iserlohn - Die Bilder

Die Spieler der Grizzlys Wolfsburg stehen an der blauen Linie vor dem Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Iserlohn Roosters am 15.01.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH) Zur Galerie
Die Spieler der Grizzlys Wolfsburg stehen an der blauen Linie vor dem Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Iserlohn Roosters am 15.01.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH) © Boris baschin

Der Schlussabschnitt

Zum fünften Mal in dieser Spielzeit machten es die Grizzlys spannend. Iserlohn sah im Vorwärtsgang zwar gefälliger aus, die Grizzlys ließen aber nichts zu. Und hatten Pech. Jan Nijenhuis (47.) schoss aus guter Position im Slot vorbei. Iserlohn bekam nur ein Powerplay, kurz vor Schluss, Wolfsburg verteidigte gut. Übrigens mit nur noch vier Veteidigern - Jeff Likens brummte für sein Foul noch eine Disziplinarstrafe ab, Maximilian Adam blieb draußen, Steven Raabe hatte eh keine Einsatzzeit.

Erneut musst die Overtime entscheiden. Zum fünften Mal aus Wolfsburger Sicht. Johnston sicherte den Gästen den Zusatzpunkt.

Grizzlys: Strahlmeier - Bruggisser, Wurm; Likens, Melchiori; Adam, Button; Raabe - Rech, M. Olimb, Boucher; Furchner, Järvinen, Hungerecker; Machacek, Festerling, Busch; Nijenhuis, Pfohl, Görtz.

Roosters: Jenike - Ankert, Raymond; Baxmann, Johnston; Riefers, Orendorz; Elten - Jentzsch, Sutter, Aubin; Bailey, Grenier, Whitney; Fleischer, Raedeke, Friedrich; Lautenschlager, Weidner, Proske.

Schiedsrichter: Hoppe/Iwert. - Strafminuten: Grizzlys 2 + 10 Likens (Check gegen den Kopf), Iserlohn 6.

Tore: 0:1 (0:33) Sutter (Aubin/Jentzsch), 1:1 (13:27) Hungerecker (FurchnerJärvinen), 1:2 (62:10) Johnston (Bailey).