25. November 2021 / 21:44 Uhr

1:3 in Köln! Trotz Blitzstarts holen die Grizzlys bei den Haien keine Punkte

1:3 in Köln! Trotz Blitzstarts holen die Grizzlys bei den Haien keine Punkte

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Der schnelle Ausgleich nach der frühen Führung: Kölns Marcel Müller (r.) bugsierte den Puck per rechtem Bein ins Netz. Grizzlys-Goalie Dustin Strahlmeier (M.) war chancenlos.
Der schnelle Ausgleich nach der frühen Führung: Kölns Marcel Müller (r.) bugsierte den Puck per rechtem Bein ins Netz. Grizzlys-Goalie Dustin Strahlmeier (M.) war chancenlos. © imago images/Beautiful Sports
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Die Grizzlys Wolfsburg haben die Chance verpasst, sich vom direkten Verfolger, den Kölner Haien, in der Tabelle abzusetzen. Am Donnerstagabend gab's in der Rhein-Metropole nur ein 1:3 (1:1, 0:2, 0:0) - und das trotz eines Blitzstarts der Wolfsburger.

Grizzlys-Coach Mike Stewart (bestritt sein 300. DEL-Spiel als Trainer) bleibt auch in seinem zweiten Spiel mit Wolfsburg (1:2 nach Verlängerung) gegen Ex-Klub Köln ohne Sieg. Die Grizzlys verloren am Donnerstagabend mit 1:3 (1:1, 0:2, 0:0) in der Rhein-Metropole. Das einzige Tor der Gäste erzielte Jonas Enlund, die Haie bleiben damit einer der Angstgegner der Wolfsburger, die nun lediglich eines der letzten elf Duelle mit Köln für sich entscheiden konnten. Ärgerlich: Köln, auf Platz fünf der Quotienten-Tabelle, machte mit dem Sieg gegen Wolfsburg (Platz vier) etwas Boden gut.

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Das Personal

Personell gab's keine Veränderung bei den Feldspielern, Stewart vertraute exakt dem Team, das am Dienstag mit 4:2 gegen die Düsseldorfer EG gewonnen hatte. Allerdings mit einer kleinen Ausnahme: Dustin Strahlmeier stand wieder anstelle von Chet Pickard im Kasten.

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Das Spiel

Beide Teams legten los wie die Feuerwehr! Nach nicht mal einer Minute stand es bereits 1:1. Enlund blieb nach einer Puck-Eroberung von Julian Melchiori vor Haie-Keeper Justin Pogge cool, verzögerte lässig und netzte nach 38 Sekunden zur Führung ein. Aber: Nur sieben Sekunden (!) später zog musste der Vorlagengeber wegen Behinderung runter - und die Haie brauchten nur zwölf weitere Sekunden im Powerplay, um auszugleichen. Nach einem Schuss von Andreas Thuresson beförderte Marcel Müller die Scheibe mit seinem Oberschenkel ins Netz. Lag eine Schussbewegung des Stürmers vor? Dann hätte der Treffer nämlich nicht zählen dürfen. Die Schiris checkten per Video, das Tor zählte - grenzwertig. Müller in der Drittel-Pause am Magentasport-Mikro ehrlich: "Ich kenne die Regeln gar nicht so genau. Ich war mir selbst nicht sicher, ob das Tor zählt."

Im weiteren ersten Drittel fielen zwar keine Tore mehr, aber das Tempo blieb extrem hoch, die Checks hart. Die Grizzlys waren wahnsinnig aggressiv im Forecheck, sorgten so nicht nur für die Führung, sondern setzten Köln immer wieder unter Druck und kreierten Chancen. Sogar in Unterzahl waren die Wolfsburger - wenn sich die Chance bot - mit zwei Mann im Drittel der Haie präsent. Doch mit gleich sechs Strafminuten im ersten Drittel machten sich die Grizzlys das Leben selbst schwer, wenn es brenzlig wurde, war allerdings der mal wieder gut aufgelegte Strahlmeier zur Stelle. Beide Teams waren stets gefährlich, es hätte gut und gerne auch mit einem 2:2 in die Drittelpause gehen können.

Haie druckvoller

War das Spiel im ersten Drittel noch ausgeglichen, schlug das Pendel im Mitteldrittel doch in Richtung der Hausherren aus, die Haie waren druckvoller, schnürten die Grizzlys teilweise minutenlang vor Strahlmeiers Tor ein. In diesen Druckphasen fielen auch die zwei Tore dieses Abschnitts - auch weil die Kölner mehr Scheiben-Glück und mehr Genauigkeit in ihren Aktionen hatten. Ersteres beim Führungstreffer: Maurice Edwards zog von der blauen Linie ab, Strahlmeier parierte per Fanghand, in Ping-Pong-Manier prallte der Puck aber von dort an Ryan Button, der die Scheibe so unfreiwillig ins eigene Netz beförderte. Gerrit Fauser fälschte kurz zuvor einen Schuss von Janik Möser gefährlich ab, Pogge konnte diesen aber stark parieren.

Und Genauigkeit bewiesen die Haie beim 1:3 aus Sicht der Wolfsburger. Kurz nachdem ein langer Pass den an der blauen Linie lauernden und völlig freistehenden Trevor Mingoia nicht erreicht hatte, erhöhte Howden. Sebastian Uvira tankte sich auf der rechten Seite gegen zwei Wolfsburger durch und legte zurück auf Thuresson. Plötzlich hatten die Kölner ein Zwei-gegen-eins im Slot, quergelegt, Tor. Strahlmeier erneut chancenlos. Immerhin: Die Grizzlys blieben im weiteren Spielverlauf ohne Strafzeit, nutzten ihre Überzahlen aber auch nicht. Fauser kritisierte in der Pause: "Uns fehlt die Effizienz in den Zweikämpfen, so kreieren wir keine Chancen." Bezeichnend: Wolfsburg hatte nur fünf Schüsse im zweiten Abschnitt.


Wolfsburg nicht zwingend genug

In den Schlussabschnitt starteten die Grizzlys gleich mit einem Powerplay, ließen das aber ungenutzt. Auch in der Folge kamen die Wolfsburger nicht zu klaren Chancen, waren nicht gefährlich genug. Köln stand hinten gut - und wenn es doch mal gefährlich wurde, beispielsweise bei einer Chance von Spencer Machacek, der völlig frei im Slot abziehen durfte, war Pogge zur Stelle. Insgesamt brachten die Grizzlys nur 19 Schüsse auf den gegnerischen Kasten.

Kurios: Nach einer Parade des Haie-Keepers verschwand der Puck in der Ausrüstung des Goalies. Nach einigen Momenten der Suche gaben die Schiris dann zunächst die Hoffnung auf, das Spiel ging weiter. Wenig später kullerte die zweite Scheibe aus Pogges Schoner ins Netz. Leider kein Tor für die Grizzlys. Ein reguläres Tor gelang den Gästen allerdings auch nicht mehr. Bereits drei Minuten vor Schluss nahm Stewart Strahlmeier vom Eis, brachte einen zusätzlichen Feldspieler - ohne zählbaren Erfolg.

Für die Grizzlys ist am Sonntag spielfrei, erst am 3. Dezember (19.30 Uhr) geht's für Stewarts Team weiter. Dann sind die Iserlohn Roosters zu Gast.

"Nicht genug an den Gameplan gehalten"

"Wir haben nicht so gespielt, wie wir das wollten. Wir hatten einen guten Start, aber das zweite Drittel war ausschlaggebend", sagte ein enttäuschter Toto Rech bei Magentasport. "Wir waren da nicht mehr so aggressiv wie sonst, haben nicht mehr so gut foregecheckt." Neben dem besseren Powerplay habe Köln auch die besseren Chancen gehabt und extrem viele Schüsse geblockt, so der Stürmer. "Wir hatten nicht so viele gute Möglichkeiten, haben uns nicht genug an unseren Gameplan gehalten."

Statistik

  • Haie: Pogge - Edwards, Mo. Müller; Roach, Zerressen; Sennhenn, Ugbekile; Oblinger - Dumont, Sill, Üffing; Ma. Müller, Olver, Kammerer; Thuresson, Howden, Uvira; Ferraro, Matsumoto, Barinka.
  • Grizzlys: Strahlmeier - Bittner, Melchiori; Krupp, Murray; Button, Möser; Raabe - Archibald, DeSousa, Rech; Furchner, Pfohl, Reichel, Nijenhuis, Festerling, Enlund; Machacek, Fauser, Mingoia.
  • Schiedsrichter: Bruggeman/Schrader.
  • Zuschauer: 7950. - Strafminuten: Haie 8 / Grizzlys 6.
  • Tore: 0:1 (00:38) Enlund (Melchiori), 1:1 Ma. Müller (Thuresson - 5:4), 2:1 (22:32) Edwards (Uvira/Howden), 3:1 (32:14) Howden (Thuresson/Uvira).