20. März 2022 / 12:12 Uhr

1:4 - Rot-Weiß Erfurt lässt Grimma keine Chance

1:4 - Rot-Weiß Erfurt lässt Grimma keine Chance

Tom Rietzschel
Dresdner Neueste Nachrichten
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Die Gäste vom FC Rot Weiß Erfurt tauchten immer wieder gefährlich vor dem Kasten der Grimmaer auf. © Karsten Hannover
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Die Überraschung ist ausgeblieben. Der FC Rot-Weiß Erfurt, Tabellenführer in der Oberliga Süd, zog nach fünf Siegen in Folge auch beim Auswärtsspiel in Grimma einsam seine Kreise und sicherte sich nach 90 Minuten einen ungefährdeten 4:1 (2:0)-Erfolg.

Grimma. Die Muldestädter hatten gegen den Liga-Primus insgesamt nichts zu bestellen, sodass der Gästesieg aufgrund des Spielverlaufs letztlich auch in der Höhe so in Ordnung ging. „Wir sind hochzufrieden, auch wenn wir vielleicht das eine oder andere Tor noch mehr hätten erzielen müssen“, resümierte Rot-Weiß-Trainer Fabian Gerber die Partie in der anschließenden Pressekonferenz.

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Kalte Dusche bereits nach elf Minuten

Sein Grimmaer Trainerkollege Alexander Kunert war auf der anderen Seite natürlich enttäuscht über die klare Angelegenheit in den 90 Minuten. „Leider ist es uns nicht gelungen, Bonuspunkte auf unserem Konto zu verbuchen“, so Kunert. „Der Erfurter Sieg ist absolut verdient. Doch wir werden Wunden lecken und nächsten Samstag im Heimspiel gegen Plauen einen neuen Anlauf gegen einen Staffelfavoriten nehmen.“

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Klare Angelegenheit für den großen Favoriten: Der FC Rot Weiß Erfurt ließ dem tapfer kämpfenden FC Grimma beim 4:1-Auswärtserfolg keine Chance. Zur Galerie
Klare Angelegenheit für den großen Favoriten: Der FC Rot Weiß Erfurt ließ dem tapfer kämpfenden FC Grimma beim 4:1-Auswärtserfolg keine Chance. ©

Dabei hatte der Grimmaer Coach seine Elf vor dem Duell mit dem Spitzenreiter dementsprechend eingestellt. Mit Leidenschaft, Mut, Zweikampf- und Laufbereitschaft wollte man für Rot-Weiß ein ekliger Widerpart sein und den Spielrhythmus der Gäste immer wieder unterbinden. Dementsprechend begannen die Muldestädter sehr engagiert, indem Jan Hübner das erste Achtungszeichen setzte. Moritz Griesbach setzte sich am Erfurter Strafraum zunächst im Zweikampf gegen Amougou Nkoa durch, Hübner verzog im Abschluss jedoch anschließend knapp (4.). Allerdings hielt diese Phase leider nur die ersten zehn Minuten an. Die Thüringer begannen mehr und mehr die Spielkontrolle zu übernehmen. In einer leicht unübersichtlichen Situation geriet ein Rückpass des unter Bedrängnis geratenden Alexander Irwin viel zu kurz – Fatlum Elezi legte die Kugel im Anschluss auf Romarjo Hajrulla quer, der wenig Mühe zum 0:1 zu vollenden (11.).

Dieses Gegentor hinterließ bei den Grimmaern sofort Signalwirkung. Der Anfangsschwung war komplett verflogen, konstruktive Offensivaktionen waren fortan an einer Hand abzuzählen. Stattdessen hatte man im Defensivbereich fortan einige heikle Situationen zu überstehen. Den Grimmaern gelang es in der Folgezeit nicht im Geringsten, im Spiel nach vorn für Entlastung zu sorgen. Man gab die Kugel nach wenigen Sekunden sofort wieder preis, die gravierenden Probleme in der Pass-Qualität waren unübersehbar. Weiterhin war der Elf deutlich anzumerken, dass mit den verletzungsbedingten Ausfällen von Kevin Wiegner (Oberschenkel), Robin Brand (Bruch des Unterarms) sowie Stefan Tröger (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) absolute Führungsspieler auf dem Platz fehlen.

Grimmaer Ballverluste leiten gefährliche Erfurter Angriffe ein

So konnten die Gäste durch die Grimmaer Ballverluste selbst immer wieder Angriffe starten und immer wieder ihre Torgefährlichkeit andeuten. Zunächst hatte Nico Becker im Grimmaer Tor bei einem Aufsetzer von RWE-Kapitän Artur Mergel einige Probleme (34.), ehe es anschließend zum zweiten Mal einschlug. Nach einem Ballverlust von Hübner ring es ruckzuck – Bär spielte Keliano Tavares frei, der aus halbrechter Position per Flachschuss zum 0:2 einlochte (35.).

Auch nach dem Wechsel änderte sich am Spielverlauf fortan recht wenig. Zwar rutschte ein Freistoß von Kapitän Schwarz gefährlich in Richtung RWE-Gehäuse durch (vorbei/50.), doch war dies die einzige Aktion, in der es vor dem Erfurter Tor etwas gefährlicher wurde. Ansonsten wirkte die Vorstellung der Muldestädter äußerst mutlos und blutleer. Die eigenen Ballbesitz-Phasen wurden weiterhin auf ein Minimum reduziert, sodass Erfurt leichtes Spiel hatte, selbst immer wieder gefährlich zu werden. In der 61. Minute war es dann jedoch soweit – mit dem 0:3 gelang den Thüringern die Vorentscheidung im Spiel. Völlig unbedrängt konnte Mergel von der Strafraumgrenze abdrücken, der zur Pause eingewechselte Kay Seidemann hatte nach einer sehenswerten Parade Beckers leichtes Spiel, die abgewehrte Kugel per Abstauber im verwaisten Tor unterzubringen.


Maximilian Sommer erzielt den Ehrentreffer zum 1:4

Mergel fand zunächst am gut reagierenden Becker seinen Meister (62.), anschließend verpasste der eingewechselte Angelos Kerasidis das 0:4, als er eine flache Eingabe von Tavares aus bester Position verstolperte (76.). So konnte den Grimmaern die Abschluss-Unzulänglichkeiten der Gäste sicherlich nur recht sein. „Uns ist es über die gesamten 90 Minuten nicht im Geringsten gelungen, auch nur ansatzweise an unsere Leistungsgrenze zu kommen“, sagte der FC-Coatch Kunert in der anschließenden Pressekonferenz. So konnten die Muldestädter auch in der Schlussphase von Glück reden, dass Erfurt vor dem Tor weiterhin sehr schluderte. Nach guter Kombination verfehlte Mergel aus halblinker Position flach das kurze Eck (76.), nach gutem Zuspiel von Moulaye N’Diaye traf Kerasidis zusätzlich nur das Außennetz (81.). „Wir haben uns viel zu wenig gewehrt und konnten vor allem im eigenen Offensivspiel nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten“, legte Grimmas Coach nach dem Abpfiff den Finger in die Wunde.

So musste seine Elf fünf Minuten vor Schluss dann doch noch das 0:4 hinnehmen – als Erfurt nach einem Fehlpass von Leonhard Wolf blitzschnell umschaltete. Zwar scheiterte Tavares zunächst noch am gut reagierenden Becker, doch der eingewechselte Tom Woiwod nahm die zurückspringende Kugel auf und schob sie anschließend ins leere Gehäuse (85.). Zwar konnten die Gastgeber noch für etwas Ergebniskosmetik sorgen, als Maximilian Sommer nach Rückpass von Kevin Ruppelt zum 1:4 einschoss (90.), doch änderte dies nichts an der klaren Niederlage der Muldestädter, die nach einer enttäuschenden Vorstellung klar die Grenzen aufgezeigt bekamen.

Grimma: Becker – Markus (ab 76. Mattheus), Ronneburg, Irwin (ab 60. Wolf), Bartsch – M. Schwarz – Goldammer (ab 65. Ntignee), Sommer, Ziffert, Hübner (ab 65. Funken) – Griesbach (ab 76. Griesbach) – Trainer: Kunert

Erfurt: Schellenberg – Bär, Manu, Amougou Nkoa, Lopes Cabral (ab 75. Aguilar Alvarez) – T. Schwarz (ab 65. N’Diaye) – Tavares, Mergel, Elezi (ab 65. Kerasidis), Nsimba (ab 46. Nsimba) – Hajrulla (ab 75. Woiwod) – Trainer: Gerber Schiedsrichter: Horacek (Berlin) – Schiedsrichter-Assistenten: Fischer, Winkelmann (beide Berlin) –

Tore: 0:1 Hajrulla (11.), 0:2 Tavares (35.), 0:3 Seidemann (61.), 0:4 Woiwod (85.), 1:4 Sommer (90.)

Zuschauer: 310 im Husaren-Sportpark zu Grimma