11. November 2018 / 20:14 Uhr

1:5! Deftige Klatsche für VfB Lübeck beim VfB Oldenburg

1:5! Deftige Klatsche für VfB Lübeck beim VfB Oldenburg

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Wie in dieser Szene gegen Weiche Flensburg dürfte VfB-Coach Rolf Martin Landerl nach der Klatsche gegen Oldenburg nicht zufrieden sein.
Wie in dieser Szene gegen Weiche Flensburg dürfte VfB-Coach Rolf Martin Landerl nach der Klatsche gegen Oldenburg nicht zufrieden sein. © Agentur 54°
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Einen bösen Rückschlag im Titelrennen gab es für die grün-weißen Hansestädter, die allesamt weit unter Normalform blieben

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Die Stimmung im Mannschaftsbus auf der Rückfahrt war ziemlich getrübt. Kein Wunder. Gleich mit 1:5 ist der VfB Lübeck im Regionalliga-Traditionsduell beim VfB Oldenburg böse unter die Räder gekommen. Trainer Rolf Landerl sprach von einer deftigen und schmerzlichen Klatsche vor 1224 Zuschauern. „Das war heute ein kollektives Versagen“, sagte er.

Umstellungen nach Grupe-Sperre

Für die zuletzt stark aufspielenden Lübecker ist es ein völlig unerwarteter Rückschlag im Titelrennen. Nachdem Spitzenreiter VfL Wolfsburg II tags zuvor mit einem 2:1-Last-Minute-Sieg gegen den SV Werder Bremen II wieder einmal vorgelegt hatte, waren die Grün-Weißen also in der Bringschuld. Notgedrungen musste Landerl seine Elf umstellen. Für Abwehrchef Tommy Grupe (fünfte Gelbe Karte) spielte wie erwartet Aleksandar Nogovic in der Dreierkette. Zudem musste der grippeerkrankte Dennis Hoins passen. Für ihn rückte Marvin Thiel ins Team, während Leon Dippert im Angriff den Vorzug vor Cemal Sezer erhielt.

Doppelschlag zieht VfB Lübeck den Zahn

Besonders heiß auf das Duell war Lübecks bester und wiedergenesene Torjäger Daniel Franziskus (elf Saisontreffer) an alter Wirkungsstätte, der vor dem Anpfiff ein Präsent (Gutschein von Paul Hewitt für eine Uhr) über seine Einsätze in den letzten zwei Jahren überreicht bekam. Und es fing auch gut an. Die Gäste setzten die ersten Akzente wie Ahmet Arslan, der den Ball knapp am Pfosten vorbeischlenzte (1.). Doch die Anfangseuphorie war schnell vorbei. Mit einem Doppelschlag innerhalb einer Minute wurde der Tabellenzweite dann eiskalt erwischt. Vor dem 0:1 verlor Sven Mende den Ball im Aufbauspiel am Mittelkreis – Jan-Patrick Kadiata war der Nutznießer (13.). Danach unterlief Tim Weißmann als letzter Mann ein kapitaler Fehler, als ihm der Ball bei der Annahme vom Fuß sprang. Nogovic versuchte zwar noch zu klären, kam aber gegen Maik Lukowicz (14.) zu spät. „Das erste Gegentor war ein Schlag ins Gesicht. In dieser Phase waren wir wie paralysiert“, meinte Landerl. Glück hatte seine Elf, dass der Kadiata in der 27. Minute völlig frei vorbeiköpfte. Die Lübecker Abwehr präsentierte sich vogelwild.

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Grupe fehlt überall

Mit einem Doppelwechsel (Sezer für Dippert und Deichmann für Matovina) und der Umstellung auf zwei Stürmern wollte Landerl zur zweiten Halbzeit ein Zeichen setzen. Doch dieses Vorhaben war mit dem 0:3 erneut durch den starken Kadiata (48.), der völlig blank stand, über den Haufen geworfen. Es war zugleich die frühe Vorentscheidung. Und es sollte noch heftiger kommen. Nachdem Sezer das Außennetz traf (56.) erhöhte der zuvor erst eingewechselte Ibrahim Temin (64.) sogar auf 0:4. Zur Entstehung: Deichmann schoss im Mittelfeld Ahmet Arslan an, daraus entstand ein Konter. Einzig Rückkehrer Arslan (82.) gelang Ergebniskosmetik, ehe Kifuta Kiala Makangu (86.) den alten Abstand aber wiederherstellte. Fazit: Abwehrchef Grupe wurde schmerzlich vermisst. „Er ist einer unserer Leistungsträger. Nogo hat es zwar über weite Phasen gut und aggressiv gelöst. Doch ist Tommy aktuell nicht eins zu eins zu ersetzen“, räumte Landerl ein, „um so mehr ist das Kollektiv gefragt.“

Alle Lübecker unter Normalform

Das Problem war jedoch, dass kein Lübecker Spieler an seine individuelle Leistungsgrenze gekommen ist. „Auch wenn die Oldenburger unangenehm sind, haben wir die Tore hergeschenkt. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht“, ärgerte sich der Gästetrainer. Die schwierigen Bodenverhältnisse wollte er nicht als Ausrede gelten lassen. „Wir haben ein kampfbetontes Spiel nicht angenommen. Es gibt überhaupt keine Ausreden. Die Niederlage ist verdient. Jeder kennt solche Tage, wo jeder Schuss beim Gegner sitzt.“ Das Spiel hat abermals gezeigt, dass sich die Grün-Weißen auswärts ofenkundig schwerer tun als an der heimischen Lohmühle. „Die Diskussion muss man wohl akzeptieren. Die Fakten sprechen für sich. Der Mannschaft muss aber klar sein, wenn sie nachhaltig oben mitspielen will, dass sie es ausblenden muss, dass wir in der Fremde nicht vor unserer tollen Lohmühlenatmosphäre spielen“, erklärte der Coach.

"War einfach nicht unser Tag"

Die unterlegenen VfB-Kicker zeigten sich unterdessen einsichtig. „Wir haben Oldenburg durch Fehler zum Kontern eingeladen. Das haben sie dann eiskalt genutzt. Wir sind weder mannschaftstaktisch noch individuell an unsere Leistungen aus den letzten Wochen herangekommen“, sagte Kapitän Daniel Halke. Franziskus beklagte, „dass das heute einfach nicht unser Tag war. Wir waren zwar in den ersten Minuten präsent. Doch was danach passiert ist, kann ich mir nicht erklären. Wir hatten kein Zugriff mehr, waren zu weit weg von den Leuten. Dadurch dass wir nicht in die Zweikämpfe gekommen sind, haben wir Oldenburg zu den Toren zu einfach eingeladen.“ Bitter: Der Torjäger ist wie auch Thiel am kommenden Sonnabend im brisanten Landesderby beim starken Aufsteiger und Tabellenvierten Holstein Kiel II (Holstein-Stadion, 14 Uhr) nach der fünfte gelben Karte gesperrt. „Jetzt sind andere Spieler in der Pflicht, sich zu zeigen“, sagte Landerl, dessen Job wiederum ist, die Köpfe seiner Spieler wieder frei zu bekommen.

Statistik zum Spiel

VfB Oldenburg: Kisiel – Erdogan, Argyris, Saglam – Ndure, Celikyurt (78. Suffner), Evers (70. Siala), Volkmer – Kadiata (63. Temin), Kifuta, Lukowicz.

VfB Lübeck: Tittel – Riedel, Halke, Nogovic, Weißmann, Matovina (46. Deichmann) – Thiel, Mende, Arslan – Franziskus – Dippert (46. Sezer).

Schiedsrichter: Patrick Mewes (Laatzen).

Zuschauer: 1224.

Tore: 1:0 Kadiata (13.), 2:0 Lukowicz (14.), 3:0 Kadiata (48.), 4:0 Temin (64.), 4:1 Arslan (82.), 5:1 Kifuta.

Gelbe Karten: Argyris (1), Kadiata (2) – Tittel (1), Thiel (5), Halke (9), Franziskus (5).

Einzelkritik: VfB Lübeck beim VfB Oldenburg

Kevin Rene Tittel: Bei allen Oldenburger Toren machtlos. Offenbarte nicht zum ersten Mal kleinere Schwächen bei Flanken. Kurz vor der Pause „flutschte“ ihm ein Ball aus den Händen und fiel einem Oldenburger vor die Füße – das blieb aber folgenlos. Zur Galerie
Kevin Rene Tittel: Bei allen Oldenburger Toren machtlos. Offenbarte nicht zum ersten Mal kleinere Schwächen bei Flanken. Kurz vor der Pause „flutschte“ ihm ein Ball aus den Händen und fiel einem Oldenburger vor die Füße – das blieb aber folgenlos. ©
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