09. Mai 2019 / 18:11 Uhr

Raus aus dem Schneckenhaus: Schafft Egestorf beim Spitzenreiter den Turnaround?

Raus aus dem Schneckenhaus: Schafft Egestorf beim Spitzenreiter den Turnaround?

David Lidón
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Egestorfer um Joshua Siegert (rechts) stehen unter Druck.
Die Egestorfer um Joshua Siegert (rechts) stehen unter Druck. © deisterpics/Stefan Zwing
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Der 1. FC Germania Egestorf/Langreder gastiert in der Regionalliga Nord am Sonnabend beim Spitzenreiter VfL Wolfsburg II. Beim derzeitigen Negativlauf der Deisterstädter kommt dieser Gegner nicht unbedingt wie gerufen, wenn man im Kampf um den Klassenerhalt punkten muss.

Zugegeben, der Vergleich hinkt ein wenig. Zu behaupten, der 1. FC Germania Egestorf/Langreder stehe in der Regionalliga Nord beim Gastspiel am Sonnabend (18 Uhr) bei der Reserve des VfL Wolfsburg II vor einer ähnlichen Herkulesaufgabe wie Hannover 96 vor Wochenfrist in der Bundesliga beim FC Bayern München, ist etwas gewagt. Die Mission Klassenerhalt ist für die Kicker von Paul Nieber natürlich nicht so aussichtslos wie für die Spieler von Thomas Doll, aber Egestorfs Coach ist sich bewusst: „Momentan spricht vieles gegen uns.“

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Wolfsburger können Meister werden

Nieber schiebt jedoch sogleich nach: „Das war in dieser Saison schon einmal so, und dann haben wir die positive Wende gepackt.“ Sollten die Deisterstädter beim Tabellenführer verlieren und der Lüneburger SK Hansa zu Hause gegen den SSV Jeddeloh siegen, dann würde der 1. FC Germania vor dem letzten Spieltag auf einen Abstiegsplatz abrutschen. Und je nachdem, wie sich der Zweite VfB Lübeck am Freitag beim SC Weiche Flensburg schlägt, könnte den Wolfsburgern morgen schon ein Punkt zur vorzeitigen Meisterschaft reichen.

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Und ebendiesen Zähler in der Autostadt und einen Sieg zum Abschluss daheim gegen den FC Eintracht Norderstedt brauche seine Mannschaft wohl, um die vierthöchste Spielklasse zu halten, sagt der Calenberger Trainer. Viel einfacher wäre natürlich folgende Rechnung: „Gewinnen wir beide Partien, bleiben wir drin.“

Unangenehmer Gegner sein

Selbstredend würde die Bundesliga-Reserve des VfL morgen als Favorit ins Spiel gehen. Die Egestorfer müssen aber ein unangenehmer Gegner sein, der nur wenige Torchancen zulässt. „Die Fähigkeiten dafür haben wir“, sagt Nieber. Seine Mannschaft stecke keinesfalls in einem mentalen Tief. Seine Spieler glauben daran, dass nicht nur der Klassenerhalt, sondern auch ein Sieg in Wolfsburg machbar ist. Die Qualität sei im Kader vorhanden, lediglich Jannik Oltrogge falle nach seinem Muskelfaserriss aus. Robin Gaida hat nach seinem Comeback in der vergangenen Wochenende noch Schmerzen, sollte aber einsatzfähig sein. Wichtig: Linksverteidiger und Vorbereiter Nummer eins, Niklas Teichgräber, ist zurück im Aufgebot.

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Niebers Rezept für die hohe Hürde Wolfsburgs U23 lautet, defensiv stabil zu stehen, aber auch mutig aufzutreten. „Wir dürfen uns nicht im Schneckenhaus verkriechen und einfach nur abwarten“, betont der Trainer der Egestorfer. Weniger auf den Gegner und mehr auf sich selbst gucken sei angesagt. „Bestimmte Abläufe müssen wir klar haben und das Umschaltspiel besser hinkriegen“, fordert der 31-Jährige.

Seit sieben Begegnungen sieglos

Vier Niederlagen in Folge, seit insgesamt sieben Begegnungen sieglos – diese Negativbilanz muss aufgehübscht werden, damit die Germania vor dem Saisonfinale eine realistische Ausgangsposition hat. Und warum soll der Turnaround nicht beim Spitzenreiter gelingen? Hannover 96 hat das in München bekanntlich nicht geschafft – aber ein Vergleich ist an dieser Stelle sicherlich nicht angebracht.

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