06. Februar 2022 / 16:46 Uhr

Egestorf verkauft sich bei Testspielpleite gegen Rehden teuer – Vorbereitung läuft nach Plan

Egestorf verkauft sich bei Testspielpleite gegen Rehden teuer – Vorbereitung läuft nach Plan

David Lidón
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Germanias Tigrinho (links) zieht ab, Rehdens Pierre Becken kommt zu spät.
Germanias Tigrinho (links) zieht ab, Rehdens Pierre Becken kommt zu spät. © Stefan Zwing/deisterpics
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Seit drei Wochen befindet sich der 1. FC Germania Egestorf/Langreder inzwischen in der Vorbereitung. Am Saisonende soll der Aufstieg in die Regionalliga gelingen. Trainer Paul Nieber ist mit seiner Truppe bislang zufrieden, einzig "mit dem Ball tun wir uns noch etwas schwer", sagt er. Dieser Eindruck bestätigte sich auch bei der 1:3-Testspielniederlage gegen den Regionalligisten BSV Rehden.

Die ersten drei Wochen der Wintervorbereitung sind beim 1. FC Germania Egestorf/Langreder um – es gilt, ein gutes Fundament zu schaffen, damit am Saisonende das Ziel Regionalliga-Aufstieg erreicht wird. Paul Nieber kann mit der ersten Phase des Aufgalopps gut leben. „Körperlich sind die Spieler in guter Konstitution“, sagt der Trainer. „Die Abläufe sind defensiv in Ordnung, mit dem Ball tun wir uns noch etwas schwer. Darauf haben wir bislang aber auch noch nicht den Schwerpunkt gelegt.“

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Viermal die Woche bittet der Coach seinen Oberligakader zu den Einheiten. In den ersten zehn Tagen legte Nieber mit seinem Trainerteam die physischen Grundlagen. „Aber kein Kondition bolzen, mehr in Richtung Prävention, Verletzungsprophylaxe“, sagt er. Für das erste offizielle Testspiel, nachdem es schon einen internen Vergleich gegen die U19 des JFV Calenberger Land gegeben hatte, hatte sich Nieber einen Regionalligisten ausgesucht, den BSV Rehden. Auf dem Kunstrasenplatz des TSV Kirchdorf hinterließ seine Mannschaft bei der 1:3-Niederlage einen guten Eindruck. Zweimal 60 Minuten standen sich die Teams gegenüber, es konnte einiges ausprobiert werden.

Bilder zum Testspiel zwischen dem 1. FC Germania Egestorf/Langreder und dem BSV Rehden

Germanias Jonas Lübke (links) gegen Rehdens Serkan Temin. Zur Galerie
Germanias Jonas Lübke (links) gegen Rehdens Serkan Temin. ©

"Das war schon ordentlich, aber ich weiß, dass wir es viel besser können."

„Körperlich waren wir total auf der Höhe, da haben sich die ersten zehn Tage der Vorbereitung ausgezahlt“, sagte Egestorfs Trainer. Griffig und robust sei das Zweikampfverhalten der Elf vom Deister gewesen. Die Germanen hätten zehn bis 15 Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen. „Rehden hatte aber schon drei Vorbereitungsspiele, da sitzen die Abläufe natürlich mehr als bei uns“, so Nieber. Nach dem 0:1 durch Pierre Becken (15. Minute) kam der Oberligist aber immer besser in die Partie, ab dem 1:1 von Jonas Lübke (38.) bis zur 60. Minute seien die Egestorfer mindestens gleichwertig gewesen. Zwei gute Chancen wurden vergeben, Robin Gaida traf – aber ins eigene Netz (45.).

In den zweiten 60 Minuten kontrollierten die Germania das Spiel aus der Defensive heraus, berichtete ihr Coach. „Es fehlte nur die Genauigkeit, gerade beim Umschalten. Da waren die Jungs ein bisschen zu hektisch“, sagte Nieber. Ismet Osmani (86.) erhöhte noch für den Regionalligisten. Trotz der Niederlage stimmte der Test Nieber als Auftakt in die Vorbereitungsspiele positiv. „Das war schon ordentlich, aber ich weiß, dass wir es viel besser können“, sagte er. Der 19-jährige Karsan Doski lief gegen die Rehdener erstmals als rechter Verteidiger auf und machte seine Sache gut. „Karsan ist ein überragender Sechser für sein Alter, aber ich habe immer gedacht, dass er auch einen guten Rechtsverteidiger abgeben würde.“ Seine Vermutung erwies sich als richtig.

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Neuzugang Elias Beck bekommt seine ersten Minuten

Seine ersten 20 Minuten Spielzeit erhielt Neuzugang Elias Beck, der vom SV Jahn Regensburg II an den Deister gewechselt ist. „Da muss man erstmal abwarten, sein letztes Spiel lag ja etwas zurück“, sagte Nieber. Als Beck im Sommer 2020 aus dem Nachwuchs von Hannover 96 nach Regensburg ging, sei das kein einfacher Weg gewesen. „Elias kannte dort ja keinen, und Regensburg liegt auch nicht wie Braunschweig oder Wolfsburg in der Nähe.“ Es tut ihm nun gut, wieder bei seiner Familie zu sein, wo sich der 20-Jährige wohlfühlt. Von den Anlagen passe Beck zu den Egestorfern, er könne sich jetzt zeigen und Kraft sammeln. Aber völlig ohne Druck – der Stürmer solle erstmal ankommen, wieder Spaß am Fußball finden und Selbstvertrauen zurückgewinnen.

Neben Tobias Kienlin, der zurück zum TSV Barsinghausen gegangen ist, verließ nur Mika Pich den opulenten Kader der Germania im Winter – der Youngster wechselte aus familiären Gründen zum SV Germania Helstorf. Dass der erste Gegner der Egestorfer in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga am 13. März Kickers Emden heißt, will Nieber nicht bewerten: „Wir müssen nur auf uns gucken.“ Er habe eine „tolle Mannschaft, die den Anspruch hat, Regionalliga zu spielen“. Nach wie vor ist es ein sehr junges Team, und unabhängig von Tabellenständen und Resultaten sei sicher: „Wir stehen erst am Anfang von etwas. Perspektivisch ist es eine super Mannschaft, und sie ist es jetzt auch schon.“ Viele Stammspieler sind erst Anfang 20, haben aber schon eine Menge Oberliga- oder Regionalligapartien in der Vita stehen. „Daran erkennt man das Potenzial dieser Mannschaft“, sagte Nieber. Knapp fünf Wochen sind es noch bis zum Heimspiel gegen Emden, dann wollen die Spieler des 1. FC Germania Egestorf/Langreder beweisen, dass sie auch eine Klasse höher noch nicht am Ende der Entwicklung sind.

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