26. Dezember 2019 / 14:22 Uhr

Germania Egestorf hofft nach Horror-Start noch auf Aufstieg: "Können wir schaffen"

Germania Egestorf hofft nach Horror-Start noch auf Aufstieg: "Können wir schaffen"

Mark Bode
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kollektiver Jubel bei Germania!
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Nach dem bitteren Abstieg in die Oberliga setzte bei dem 1. FC Germania Egestorf/Langreder der freie Fall ein - zwischenzeitlich standen die Germanen auf dem drittletzten Rang. Dennoch darf das Team von Paul Nieber vom Wiederaufstieg träumen. "Wir mussten als Mannschaft erst zusammenwachsen", sagt Keeper Ole Schöttelndreier.

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Mit Stollen, Keksen und Weihnachtsbraten hat sich Ole Schöttelndreier in den nächsten Tagen wieder etwas zurückhalten. „Es ist sicher gut, wenn man diese Dinge in Maßen genießt“, sagt der Torwart des Oberligisten 1. FC Germania Egestorf/Langreder. Denn schließlich verfolgt der Schlussmann mit seinem Team noch ein großes Ziel: „Es wird zwar schwer, aber wir können den Aufstieg noch schaffen“, sagt Schöttelndreier.

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"Wir hatten uns selbst unter Druck gesetzt"

Dass in der Winterpause ein Germane das Wort Aufstieg überhaupt noch in den Mund nehmen kann, daran hatten zwischenzeitlich nur noch ganz wenige Optimisten geglaubt. Denn nach dem ärgerlichen Abstieg aus der Regionalliga setzte sich der freie Fall zunächst fort – bis auf den drittletzten Rang der Oberliga.

„Das war echt ärgerlich. Und wir hatten alle öfter schlechte Laune als sonst“, erinnert sich der Torwart. Für ihn hatte der Abstieg noch mit den schlechten Ergebnissen zu tun. „Das wirkte bei uns noch lange nach. Wir hatten uns selbst unter Druck gesetzt, wieder aufsteigen zu wollen.“ Und mit diesem Druck kam die junge Mannschaft zunächst nicht zurecht.

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Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  Zur Galerie
Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  ©

Egestorf schafft die Wende

Eine gute Leistung wurde teils mit einem Gegentreffer zunichte gemacht, plötzlich kamen keine fünf Pässe in Folge mehr bei einem Mitspieler an. So vergab der 1. FC gegen eigentlich harmlose Gifhorner eine 3:0-Führung und teilte am Ende die Punkte. Bis Mitte September hatte das Team von Paul Nieber nur einen Sieg und ein Remis eingefahren, schied im Verbandspokal zudem direkt in Runde eins aus.

Doch dann kam die Wende: „Wir haben immer zusammengehalten und alles gegeben“, sagt Schöttelndreier. Das wurde belohnt. Was zunächst alles misslang, glückte plötzlich. Die Egestorfer haben das Gefühl des Verlierens komplett vergessen. In einem Dutzend Begegnungen gab es 32 Zähler auf das Konto. „Wir mussten als Mannschaft erst zusammenwachsen. Man musste sich in der neuen Mischung aus älteren und jüngeren Spielern erst finden“, so der Schlussmann. Damit drückt er ein großes Lob für die Arbeit des Trainers aus

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Derr hält die Germanen fit

Dennoch weiß auch er, dass noch lange nichts gewonnen ist. Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf den angepeilten zweiten Platz, der zur Aufstiegsrelegation gegen einen Regionalligisten berechtigt. „Wir müssen immer noch an der Feinabstimmung arbeiten, um einen Sieg im neuen Jahr souveräner über die Bühne zu bringen.“ Damit meint er, dass es gelegentlich nach klarem Vorsprung noch einmal unnötig brenzlig wurde. „Wir haben teils in der zweiten Hälfte einen Gang zurückgeschaltet.“

Das soll nicht mehr passieren. Am körperlichen Zustand kann es nicht liegen, denn mit Sascha Derr haben die Germanen seit dieser Saison einen neuen Fitnesscoach. Dieser stellte für jeden einen individuellen Plan für die Winterpause zusammen. Auch Schöttelndreier geht immer wieder Laufen oder führt eine Krafteinheit durch.

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12 Tore ©

"Wir sind eine große Familie"

Das absolviert der Schlussmann ohne Murren. Allerdings genießt er nun auch die neue Freizeit: „Jetzt reicht es mit Fußball für eine gewisse Zeit auch erst einmal“, sagt er lachend. Die gewonnene Zeit widmet er nun Freundin und Familie, die sonst das ganze Jahr über zurückstecken. Doch ganz ohne Teamkollegen geht es doch nicht. Immer wieder treffen sich Teile und schauen zusammen Fußball im Fernsehen oder gehen in die Stadt. „Wir sind eine große Familie, da finden sich immer welche, die mit einem etwas unternehmen möchten“, so der Torwart.

Rückrundenauftakt gegen Oldenburg

Richtig ernst wird es wieder ab dem 9. Januar, wenn die Vorbereitung beginnt. Exakt einen Monat später geht es zum Auftakt zum VfL Oldenburg. In der Zwischenzeit sind die Egestorfer auch bei mehreren Hallenturnieren am Start, um sich erneut für das SPORTBUZZER Masters zu qualifizieren. Doch der Fokus liegt eindeutig auf der Rückkehr in die vierthöchste Klasse. Dafür verzichtet Schöttelndreier auch gerne auf ein opulentes Weihnachtsmahl.