22. November 2020 / 21:16 Uhr

"So holst du niemals einen Punkt": Köln stellt gegen Union Negativ-Rekorde ein – Gisdol nimmt Team in die Pflicht

"So holst du niemals einen Punkt": Köln stellt gegen Union Negativ-Rekorde ein – Gisdol nimmt Team in die Pflicht

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach der Niederlage gegen Union Berlin bedient: Kölns Abwehrchef Rafael Czichos und Trainer Markus Gisdol.
Nach der Niederlage gegen Union Berlin bedient: Kölns Abwehrchef Rafael Czichos und Trainer Markus Gisdol. © imago images/Getty
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Der 1. FC Köln bleibt nach dem 18. Spiel in Folge ohne Sieg weiter im Tabellenkeller der Bundesliga. Angesichts der Niederlage gegen Union Berlin haderten Trainer Markus Gisdol und Abwehrchef Rafael Czichos mit der Leistung der Mannschaft.

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Es läuft ganz und gar nicht beim 1. FC Köln. Der Traditionsklub wartet nach dem 1:2 gegen Union Berlin weiter auf seinen ersten Sieg der laufenden Bundesliga-Saison - und hat mit der erneuten Niederlage gleich drei Negativ-Rekorde eingestellt: Mit nun 18 Spielen in Folge ohne Sieg stellte der FC die negative Vereins-Bestmarke aus zwei Spielzeiten ein, in den letzten 19 Partien gab es immer mindestens ein Gegentor - und zehn Heimspiele in Folge ohne Sieg gab es nur 2005/06.

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Dass die Pleite gegen Union nach einem späten Treffer von Max Kruse den FC schmerzte, war den Protagonisten im Anschluss anzumerken. "Unser Abwehrverhalten ist in den entscheidenden Situationen einfach nachlässig", schimpfte Trainer Markus Gisdol, der mit seiner Mannschaft auf dem vorletzten Platz steht und vor allem harten Kampf um den Klassenerhalt steht, bei Sky. "Wir machen uns das Leben selber schwer", so der Ex-HSV-Coach weiter. Damit spielte er unter anderem auf das 0:1 an, als sich Rafael Czichos und Marius Wolf gegenseitig behinderten und so Taiwo Awoniyi den Weg zur Berliner Führung ebneten.

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Czichos war nicht nur deshalb bedient. "Wir müssen uns nicht wundern, wenn wir die Gegentore selbst so einleiten", sagte Kölns Abwehrchef mit Blick auf den ersten Gegentreffer. "Das ist einfach schlecht. So holst du niemals einen Punkt in der Bundesliga." In der Bundesliga werde "jeder Fehler direkt bestraft", sagte der 31 Jahre alte Innenverteidiger. "Heute ist ein sehr bitterer Abend. (...) Wir müssen die Fehler abstellen, sonst gewinnen wir kein Spiel mehr in diesem Jahr."

Gisdol klagt: "Waren viel zu leise auf dem Platz"

Ganz so eine fatalistische Prognose wollte Gisdol nicht aufstellen. Doch der Trainer, dem zunehmend die Argumente für eine Weiterbeschäftigung ausgehen, will zunehmend auch seine Spieler in die Pflicht nehmen: "Wir waren viel zu leise auf dem Platz. Andere Mannschaften feuern sich mehr an", kritisierte der 51-Jährige. "Da muss ich meine Mannschaft in die Verantwortung bringen. Es war mir viel zu still." Er macht vor allem fehlendes Selbstvertrauen für die Krise verantwortlich. Gisdol sagte, er hätte auch einen Zähler gegen die Berliner mitgenommen: "Ein Punkt hilft immer. Wenn du gegen einen Gegner spielst, der mit Selbstvertrauen kommt, dann hilft ein Punkt. Jeder einzelne Punkt hilft uns."