03. Mai 2020 / 09:54 Uhr

Köln-Boss Heldt verteidigt Umgang nach Corona-Fällen: „Niemand hat sich leichtsinnig verhalten“

Köln-Boss Heldt verteidigt Umgang nach Corona-Fällen: „Niemand hat sich leichtsinnig verhalten“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sportchef Horst Heldt sieht in den drei positiven Corona-Tests beim 1. FC Köln keinen Anlass zur Sorge.
Sportchef Horst Heldt sieht in den drei positiven Corona-Tests beim 1. FC Köln keinen Anlass zur Sorge. © Getty Images
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Die drei positiven Corona-Tests beim 1. FC Köln sorgen für große Diskussionen. Klub-Sportchef Horst Heldt stellt nun klar, dass innerhalb der Mannschaft kein Fehlverhalten erkennbar war - doch ein Profi hat bereits deutliche Kritik geübt.

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Trotz der drei positiven Corona-Tests beim 1. FC Köln hat Sportchef Horst Heldt ein Fehlverhalten innerhalb der Mannschaft zurückgewiesen. "Niemand aus unserem Team hat sich leichtsinnig verhalten. Fakt ist: Wir haben drei Infizierte und über 50 Nicht-Infizierte in unserer Testgruppe. Insofern gehen wir davon aus, dass die Regeln und Maßnahmen am Geißbockheim wirken", sagte Heldt der Bild am Sonntag. Am Freitag war bekanntgeworden, dass zwei Spieler und ein Betreuer der Rheinländer positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

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Es sei klar gewesen, dass es auch positive Tests geben könne, "wenn man in der Liga auf einen Schlag weit über 1000 Tests macht", betonte Heldt. Dass nur die drei infizierten Personen in Quarantäne mussten, sei die Entscheidung des Gesundheitsamtes gewesen. Diese Entscheidung sorgte bei Köln-Profi Birger Verstraete für große Verwunderung, wie der 26 Jahre alte Belgier in einem Interview mit dem TV-Sender VTM erklärte. "Wir sollten vorerst nicht unter Quarantäne gestellt werden, und das ist ein bisschen bizarr", sagte Verstraete.

Verstraete rechnet mit weiteren Corona-Fällen in Köln

Dass es keine weiteren Fälle geben werde, bezweifelt Verstraete. "Der Physiotherapeut ist der Mann, der mich und andere Spieler wochenlang behandelt hat. Und mit einem der beiden fraglichen Spieler habe ich am Donnerstag im Fitnessstudio ein Duo gebildet", sagte Verstraete in dem Interview, über das Het Laatste Nieuws berichtete. Es sei daher "nicht ganz richtig", dass kein anderer aus dem Team der Kölner mit den Betroffenen in Kontakt gekommen sei. Der Mittelfeldspieler des FC rechnet daher mit weiteren Infektionen.

Mittlerweile hat der Klub auf die Aussagen seines Profis reagiert und die Vorwürfe zurückgewiesen. "Die Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen wurden eingehalten", hieß es in der Stellungnahme vom Sonntag. Auch Verstraete selbst ruderte zurück. Er habe sich "an einigen Stellen falsch ausgedrückt, so dass in der Übersetzung ein missverständlicher Eindruck entstanden ist, der mir leid tut".

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Kölns Sportchef Heldt hätte aber kein Problem damit, wenn es in zwei Wochen in der Bundesliga wieder losgehen würde. "Wir lernen gerade alle, Kompromisse einzugehen, an die wir vor Wochen noch nicht gedacht haben." Natürlich seien zehn bis 14 Tage richtiges Mannschaftstraining sinnvoll. "Aber vielleicht kriegen wir diese Zeit nicht. Und dann machen wir es so", ergänzte der langjährige Manager. Auch in diesem Punkt widersprach Verstraete seinem Klub - eine schnelle Wiederaufnahme der Saison hält er für "naiv".

Heldt: Vorerst kein 100-Millionen-Transfer

Für die Zukunft geht Heldt davon aus, dass die Corona-Krise für sinkende Ablösesummen sorgt. "Es wird zwar immer noch Spitzen-Transfers im zweistelligen Millionenbereich geben, aber nicht mehr in der Vielzahl wie vor Corona. Ich glaube nicht, dass es in den nächsten Jahren einen 100-Millionen-Transfer geben wird."