18. Dezember 2019 / 19:08 Uhr

1. FC Köln stoppt China-Engagement - knallharte Kritik: "Totaler Überwachungsstaat"

1. FC Köln stoppt China-Engagement - knallharte Kritik: "Totaler Überwachungsstaat"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Stefan Müller-Römer (r.) vom 1. FC Köln hat scharfe Kritik an der Politik des chinesischen Staatschefs Xi Jinping geübt, der unter anderem nach mehr Einfluss im freien Hongkong strebt.
Stefan Müller-Römer (r.) vom 1. FC Köln hat scharfe Kritik an der Politik des chinesischen Staatschefs Xi Jinping geübt, der unter anderem nach mehr Einfluss im freien Hongkong strebt. © dpa/XinHua/imago images
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Der 1. FC Köln hat sein geplantes Engagement in China gestoppt. Während Präsident Werner Wolf den Schritt mit moderaten Worten begründet, wird der Mitgliederrats-Vorsitzende Stefan Müller-Römer deutlich - und sorgt vereinsintern für Wirbel.

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Der 1. FC Köln hat seine geplante Kooperation mit dem chinesischen Fußball gestoppt. "Wir haben beschlossen, dieses Projekt in der derzeitigen sportlichen Situation nicht zu machen. Das hat mit dem Bündeln von Ressourcen und dem Setzen von Prioritäten zu tun", sagte Werner Wolf, Präsident des vom Abstieg bedrohten Bundesliga-Klubs, dem Kölner Stadt-Anzeiger.

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Stefan Müller-Römer, Vorsitzender des FC-Mitgliederrates, kommentierte den Verzicht der Kölner mit deutlichen Worten: "Ich verstehe, dass die Bundesrepublik Deutschland nicht vollständig an der Wirtschaftskraft Chinas vorbeikommt und also insoweit ein Austausch stattfindet. Aber im Sport brauchen wir China nicht. Vielmehr will China bei uns Wissen absaugen, wie es das in der Wirtschaft seit über seit 20 Jahren tun kann, weil unsere Wirtschaftsführer in Teilen völlig naiv sind."

Wolf reagierte in einer Mitteilung des Vereins offensichtlich verärgert über diese Aussagen. "Die unabgestimmten Äußerungen von Stefan Müller-Römer geben ausschließlich seine private Meinung wieder und entsprechen nicht der offiziellen Haltung des 1. FC Köln", erklärte er: "Köln ist Partnerstadt von Peking. Der FC steht zu seinen demokratischen Werten ebenso wie zum internationalen Dialog." Laut Wolf bleiben "andere mögliche Formen der Zusammenarbeit, beispielsweise Sponsoring mit chinesischen Unternehmen" von dem jüngsten Beschluss "unberührt".

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Das geplante Engagement der Kölner sollte Bestandteil eines zwischen der deutschen und chinesischen Regierung im November 2016 beschlossenen und bis 2021 gültigen Abkommens sein, das in erster Linie auf einem Transfer von Wissen beruhen sollte. So sollten chinesische Talente nach Vorbild der erfolgreichen Kölner Nachwuchsakademie ausgebildet werden und der Bundesligist dabei die sportliche Leitung übernehmen.

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Nach Meinung von Müller-Römer werden in China "Menschenrechte in massiver Form missachtet". Dort werde "ein totaler Überwachungsstaat aufgebaut, wie ihn sich George Orwell nicht schlimmer hätte ausdenken können“, sagte der Jurist dem Stadtanzeiger. "Deswegen bin ich der Meinung, dass ein Verein wie der 1. FC Köln dort nicht aktiv sein sollte." Mit ähnlichen Vorwürfen hatte vor wenigen Tagen Mesut Özil für Aufsehen gesorgt. Nach der kritischen Äußerungen des ehemaligen deutschen Nationalspielers in Diensten des englischen Klubs FC Arsenal zur Unterdrückung der Uiguren hatte das chinesische Staatsfernsehen am Sonntag die Übertragung des Topspiels zwischen Arsenal und Manchester City aus dem Programm gestrichen.