19. Mai 2021 / 18:04 Uhr

Der 1. FC Lok im Landespokalfinale: Die Leipziger lassen Dynamo Dresden beim 4:0 keine Chance

Der 1. FC Lok im Landespokalfinale: Die Leipziger lassen Dynamo Dresden beim 4:0 keine Chance

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Die Leipziger Spieler gratulieren Torschütze Djamal Ziane zu seinem ersten Tor.
Die Leipziger Spieler gratulieren Torschütze Djamal Ziane zu seinem ersten Tor. © Christian Modla
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Die Leipziger erteilen einer Jugend-Forscht-Truppe von Dynamo Dresden eine Lektion in Sachen Erwachsenenfußball. Djamal Ziane und Sascha Pfeffer treffen doppelt und sorgen für das deutliche 4:0. Jetzt treffen die Leipziger im Finale am 29. Mai in der Egidius-Braun-Sportschule auf den Chemnitzer FC.

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Leipzig. Das war eine Lektion in Sachen Erwachsenenfußball: Im Sachsenpokalhalbfinale schickt Dynamo Dresden gegen den 1. FC Lok Leipzig eine Jugend-Forscht-Truppe aus A- und B-Jugendlichen ins Bruno-Plache-Stadion und wird von den Probstheidaer Gastgebern abgekocht, ausgespielt und 4:0 abserviert. Damit klappt es für Lok Leipzig im dritten Anlauf endlich mit dem Finaleinzug – die beiden vergangenen Spielzeiten scheiterten die Leipziger jeweils im Halbfinale. Die Treffer der Leipziger erzielten Djamal Ziane (1. und 27.) sowie Sascha Pfeffer (46. und 86.).

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Lok Leipzig legt enormes Tempo vor

Glaubt man den Fußballfloskeln, so gibt es Treffer zu psychologisch besonders guten oder schlechten Zeitpunkten. Die frühe Führung und das Tor zum 3:0-Endstand ähnelten sich nicht nur in der Entstehung, sondern insbesondere auch in der psyschologischen Bedeutung.

DURCHKLICKEN: Das war das Halbfinale zwischen Lok Leipzig und Dynamo Dresden

Dynamo Dresden ist mit einem „Nachwuchsteam“ aus dem Sachsenpokal ausgeschieden. Der Zweitliga-Aufsteiger (weinrot) verlor sein Halbfinale beim starken Regionalligisten 1. FC Lok Leipzig mit 0:4. Leipzig Zur Galerie
Dynamo Dresden ist mit einem „Nachwuchsteam“ aus dem Sachsenpokal ausgeschieden. Der Zweitliga-Aufsteiger (weinrot) verlor sein Halbfinale beim starken Regionalligisten 1. FC Lok Leipzig mit 0:4. Leipzig © Christian Modla

Nach nur 20 gespielten Sekunden stibitzt Djamal Ziane, der im Sturmduo mit Tom Nattermann aufläuft, Dynamo Dresdens Hollenbach den Ball und schließt schnörkellos ab. Hollenbach wird zur Pause ausgewechselt, dessen Ersatz Kenny Weyh kommt nur neun Sekunden nach Wiederanpfiff ebenfalls nicht mit dem Herrentempo zu Recht, Ziane ist erneut zur Stelle und kann nur noch durch ein Foul von Weyh gestoppt werden – Lok-Kapitän Sascha Pfeffer verwandelt den folgenden Elfmeter zur Entscheidung.

Bereits nach dem 1:0 machen die Männer von Almedin Civa, der seine bisherige Nummer eins Jannes Tasche überraschend durch Jeroen Gies ersetzt und im ersten Pflichtspiel seit 203 Tagen und im Jahr 2021 in einem 3-5-2 spielen lässt, gehörig Dampf. Der schwere Patzer, Loks robuste Gangart und das aggressive Anlaufen machen Eindruck bei den Teenagern, die sich kaum entfalten oder Torchancen erspielen können. Den Probstheidaern ist dagegen nicht anzumerken, dass sie erst vor zwölf Tagen ins volle Training einsteigen konnten.

Auch Pfeffer schnürt einen Doppelpack

Nach 27 Minuten schlägt Luca Sirch einen langen Ball auf die unsichere Dynamo-Abwehr, der Ball fliegt lang und länger, keiner geht hin und Tom Nattermann läuft durch. Dessen Flanke findet Zianes Brust, der mit einem Volley-Traumtor das 2:0 markiert. Weitere Topchancen folgen in Hälfte eins, in der Zak Piplica emsig abräumt, Leon Heynke klug verteilt und Civas Taktik voll aufgeht.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es bei den Dresdnern, deren erste Mannschaft sich auf eine mögliche Drittligameisterschaft vorbereitet: Heiko Scholz. Der eigentliche Co-Trainer der SG fungiert an alter Wirkungsstätte als Chefcoach, mit vollem Bartwuchs und typischer Haarpracht könnte seine Halbzeitansprache Wunder bewirken.

DURCHKLICKEN: Das sagen Spieler und Trainer

Trainer Almedin Civa (Lok Leipzig): „Ich war sehr zufrieden. Ich denke von der ersten bis zur letzten Minute waren wir hochkonzentriert. Dynamo macht es in der Jugend sehr sehr gut, das waren alles hochtalentierte Spieler. Das wussten wir. Wir hätten noch ein paar Tore mehr machen können. Die Konkurrenz in Sachsen ist sehr hoch, jetzt haben wir zehn Tage Zeit und gucken, dass wir das auch holen. Wir freuen uns riesig, jetzt haben wir morgen früh Training.“ Zur Galerie
Trainer Almedin Civa (Lok Leipzig): „Ich war sehr zufrieden. Ich denke von der ersten bis zur letzten Minute waren wir hochkonzentriert. Dynamo macht es in der Jugend sehr sehr gut, das waren alles hochtalentierte Spieler. Das wussten wir. Wir hätten noch ein paar Tore mehr machen können. Die Konkurrenz in Sachsen ist sehr hoch, jetzt haben wir zehn Tage Zeit und gucken, dass wir das auch holen. Wir freuen uns riesig, jetzt haben wir morgen früh Training.“ ©

Doch da kommen wieder die psychologisch schlechten Zeitpunkte ins Spiel: Jegliche Gedanken an eine Aufholjagd werden durch Pfeffers Elfmetertor begraben. Danach geht nicht mehr viel: Lok verwaltet und schaltet clever, Dynamos Moral ist zwar gebrochen, aber die junge Mannschaft fällt nicht auseinander. Mit einem sehenswerten Treffer schnürt Pfeffer noch seinen Doppelpack gegen seinen alten Arbeitgeber, dann ist pünktlich Schluss. Am 29. Mai trifft Lok nun in der Egidius-Braun-Sportschule auf den Chemnitzer FC.