31. März 2019 / 15:31 Uhr

1. FC Lok Leipzig holt nach sensationeller Aufholjagd drei Punkte

1. FC Lok Leipzig holt nach sensationeller Aufholjagd drei Punkte

Fabian Held
Leipziger Volkszeitung
XXX beim Spiel 1. FC Lokomotive Leipzig (Lok) vs Chemnitzer FC (CFC), Fußball, Regionalliga Nordost, 31.03.2019
Der 1. FC Lok Leipzig holt einen 0:2-Rückstand gegen den Chemnitzer FC auf und gewinnt mit 4:2. © Christian Modla
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Nach einem 0:2-Rückstand im Heimspiel gegen den Chemnitzer FC, drehen die Herren des 1. FC Lok Leipzig den Spieß herum und gewinnen die Regionalligapartie mit etwas Glück mit 4:2.

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Leipzig. Der 1. FC Lokomotive Leipzig hat vor dem Sachsen-Pokal-Halbfinale gegen den Chemnitzer FC eine Duftmarke gesetzt. Im Duell der Traditions-Clubs gewann Lok mit 4:2 (1:2). Dabei war der CFC zunächst durch Tobias Müller (4.) und Dejan Bozic (20.) in Führung gegangen. Doch eine leidenschaftliche Lok-Mannschaft kämpfte sich zurück: Matthias Steinborn (21., 90.), Ryan Malone (67.) per sehenswertem Distanzschuss aus rund 25 Metern und Maik Salewski (85.) drehten die Partie. Begünstigt wurde die Lok-Aufholjagd vor 5521 Zuschauern durch eine frühe Gelb-Rote Karte für den Chemnitzer Michael Blum (47.).

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1. FC Lok Leipzig - Chemnitzer FC 4:2 Zur Galerie
1. FC Lok Leipzig - Chemnitzer FC 4:2 © Christian Modla
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Das Spiel begann denkbar schlecht für den 1. FC Lokomotive Leipzig: Der Chemnitzer FC ging mit der ersten Chance des Spiels in Führung. Knappe 20 Meter vom Tor entfernt führten die Gäste einen Freistoß kurz aus, die Lok Mauer reagierte zu langsam und der Ex-Dresdner Müller (4.) hatte zu viel Platz und traf von der Strafraumkannte platziert zur Führung.

1. FC Lok Leipzig ohne klare Abschlüsse in der ersten Halbzeit

Lok wirkte zunächst einige Minuten geschockt, fing sich aber im Laufe der ersten Halbzeit. Mit situativem Pressing und schnellen Pässen versuchten die Spieler in Blau-Gelb hinter die letzte Abwehrreihe der Chemnitzer zu kommen. Immer wieder kamen die Hausherren so in die gefährliche Zone, allerdings zunächst ohne klare Abschlüsse.

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Immer wieder sorgten Fouls für Unterbrechungen des Spielflusses. Während die Leipziger etwas höhere Spielanteile hatten, war Chemnitz nach Ballgewinnen immer wieder gefährlich. So entstand dann das 2:0. Nach einer Balleroberung kam das Leder mit einem Pass zu Dejan Bozic (20.), der Robert Zickert keine Chance ließ. Allerdings stellte Lok den alten Abstand nur eine Minute später wieder her: Nach einem feinen Pass von Maximilian Pommer war Steinborn (21.) im Strafraum sträflich frei und traf versenkte den Ball trocken zum 2:1.

Spätestens jetzt war es ein offenes Spiel, mit etwas mehr Spielanteilen für die „Loksche“. Daniel Frahn (29.) und Steinborn (31.) hatten jeweils eine gute Chance für beide Mannschaften auf dem Fuß, standen mit selbigem aber auch jeweils im Abseits.

HURRRRAAAAAAA!!! Nach einem 2:0 Rückstand dreht unsere Loksche gegen den Tabellenführer aus Chemnitz das Spiel und...

Gepostet von 1. FC Lokomotive Leipzig am Sonntag, 31. März 2019

Lok Leipzig schockt den CFC zu Beginn der zweiten Hälfte

Nach dem Seitenwechsel wurde diesmal der CFC früh geschockt. Im Laufduell brachte Michael Blum (47.) Lok-Stürmer Steinborn zu Fall, kassiert dafür die zweite Gelbe und damit die Gelb-Rote Karte. Die erste Verwarnung hatte Blum Ende der ersten Hälfte für quasi die gleiche Szene gesehen.

Die Partie war dennoch ausgeglichen, da die Gäste mit zwei dicht gestaffelten Vierer-Ketten verteidigte und Lok keine Räume anbot. Zunächst fehlte es den Hausherren auch an klaren Abschlüssen. Eine verunglückte Flanke von Salewski landete an der Latte des Chemnitzer Tores und einige gute Freistoß-Chancen blieben ungenutzt. Dann fasste sich Malone (67.) ein Herz: Der Amerikaner ließ ein Zuspiel prallen und hämmerte das Leder per Drop-Kick in den Winkel. Ein Treffer der Kategorie „Tor des Monats“ zum Ausgleich für den Club aus Probstheida.

Salewski netzt zur Lokschen Führung ein, Steinborn mach den Sach zu

Nun wollte Lok mehr: Immer weiter rannten die Leipziger an und wurden am Ende belohnt. Nach einer schönen Flanke hatte Salewski zu viel Platz und wuchtete den Ball zur Führung ins Tor. Kurz vor Schluss vollendete Steinborn (90.) noch einen Konter zum 4:2-Schlusspunkt. Die Heim-Fans waren entsprechend aus dem Häuschen, während der CFC-Anhang gekickt den Heimweg antrat. Bis zum Abpfiff blieb es auf beiden Seiten ruhig.

Lok-Trainer Björn Joppe: Ich glaube alle das alle Zuschauer ein sehr gutes Spiel gesehen haben. Das war, glaube ich, die beste Werbung, die man machen konnte. Man hat heute gesehen, dass eine überragende Stimmung im Stadion war. Ich glaube wir hatten in den ersten Minuten zu großen Respekt, waren sehr nervös am Ball, sehr hektisch. Chemnitz ist eine sehr gute Truppe, die stehen nicht umsonst da oben. Die ersten beiden Chancen nutzen sie eiskalt. Meine Mannschaft hat gegen den Tabellenführer danach so Fußball gespielt, wie wir in Zukunft spielen wollen. Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft, der Sieg ist sehr verdient.

CFC-Trainer David Bergner: Herzlichen Glückwunsch zum absolut verdienten Sieg an den 1. FC Lokomotive. Wir haben leider nach 20 Minuten das Fußballspielen eingestellt. Wir bekommen den Anschlusstreffer zu schnell. Das in der 47. Minute die Gelb-Rote Karte kommt, spielt natürlich nicht in unsere Karten. Der größere Wille zu gewinnen war bei Lok Leipzig heute, das muss man neidlos anerkennen. Meine Mannschaft hat es versucht, aber alles vermissten lassen, was wir uns im fußballerischen Bereich vorgenommen haben.

*Ryan Malone: *„Wir hatten von Anfang an die Mentalität, dass wir nichts zu verlieren haben. Es kam der erste Platz der Tabelle, uns trennen so viele Punkte. Aber wir haben als Team gespielt, standen geschlossen und haben letztlich gewonnen. Sie hatten zum Schluss wegen der Gelb-Roten Karte einen Spieler weniger. Da haben wir Druck gemacht, wenn sie den Ball hatten – waren ruhig, wenn wir im Ballbesitz waren. Wir hatten die Kontrolle. Chemnitz hat nicht viel falsch gemacht, wir haben es am Ende einfach richtig gemacht.“

Matthias Steinborn: „Wenn man ein Tor hervorheben muss, dann das von Ryan Malone. Der hat da den absoluten Hammer rausgeholt. Ich habe gestaunt, dass das Tornetz irgendwie gehalten hat. Ein wirklich schönes Brett. Wir werden sehen, was jetzt im Pokal möglich ist. Die haben ja bekantermaßen ihre eigenen Gesetze. Wir können jetzt mit breiter Brust nach Chemnitz fahren und sie haben ganz sicher einen riesigen Respekt vor uns.“

1. FC Lokomotive Leipzig: Kirsten – Pannier (82. Gottschick), Zickert, Urban, Malone, Berger – Schinke, Salewski (88. Pfeffer) - Pommer - Schulze (76. Adler), Steinborn

Tore: 0:1 T. Müller (4.), 0:2 Bozic (20.), 1:2 Steinborn (21.), 2:2 Malone (67.), 3:2 Salewski (85.), 4:2 Steinborn (90.)

Zuschauer: 5521

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