07. März 2019 / 08:30 Uhr

1. FC Lok Leipzig kämpft um Erhalt der Regionalliga Nordost

1. FC Lok Leipzig kämpft um Erhalt der Regionalliga Nordost

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Die Fans von Lok: Müssen sie bald bis nach Bayern reisen, um ihr Team zu unterstützen?
Die Fans von Lok: Müssen sie bald bis nach Bayern reisen, um ihr Team zu unterstützen? © Andre Kempner
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Die Regionalliga-Reformpläne stoßen auf Ablehnung bei den Eisenbahnern. Sollten sie durchgesetzt werden, könnten Traditionsduelle wie gegen den BFC Dynamo bald der Vergangenheit angehören.

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Leipzig. Dieses Szenario gilt als Albtraum der Fans, ist aber nicht abwegig: 23. Spieltag der Regionalliga Süd im Frühjahr 2021. Der FV Illertissen 1921 empfängt den 1. FC Lok Leipzig. Rund 400 Zuschauer haben auf den Tribünen Platz genommen, ein Viertel von ihnen sind die mitgereisten Fans aus der Messestadt, die die fünfstündige Fahrt in die bayerische Kleinstadt auf sich genommen haben. Zwei Klubs mit viel Tradition, doch ein Duell ohne Geschichte. Sollte die vom DFB favorisierte Variante der viel debattierten und weiter umstrittenen Regionalliga-Reform umgesetzt werden, kann das geschilderte Beispiel wahr werden. Denn dann wäre die Regionalliga Nordost in gut zwei Jahren aufgelöst, die Vereine würden in die Staffeln Nord und Süd aufgeteilt. Dies ist auch der Wunsch von 19 der 20 Drittliga-Clubs, die eine gemeinsame Erklärung abgegeben haben, in der sie sich für eine Reduzierung von fünf auf vier Regionalligen aussprechen. Damit wäre sicher, dass nur vier Drittligisten absteigen müssen und alle vier Meister aus der vierten in die dritte Liga hochgehen.

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„In die Regionalliga Bayern zu gehen ist für uns keine Option“, stellt Lok Leipzigs Geschäftsführer Martin Mieth im Gespräch mit dem SPORTBUZZER klar. „Durch die Aufspaltung der Regionalliga Nordost und der Zuordnung zu Bayern beziehungsweise Nord würde der regionale Charakter der Liga verloren gehen. Es würden zudem Derbys sowie Zuschauereinnahmen wegfallen und es wäre wahrscheinlich das Ende von Clubs, die unter reinen Amateurbedingungen in der vierten Liga arbeiten.“

"Wir wissen, wo wir herkommen"

Damit unterstreicht Mieth die Aussagen seines Präsidenten Thomas Löwe, der sich vergangene Woche zu Wort gemeldet hatte: „Die langjährigen Traditionsduelle in Deutschlands Fußballosten müssen unseren Fans auch in Zukunft erhalten bleiben. Wir fordern daher den Erhalt der Regionalliga Nordost.“ Die Auswärtsfahrten nach Bayern wären für die meisten Vereine und deren Fans ein Kraftakt: Leipzig und Illertissen sind beispielsweise knapp 500 Kilometer voneinander entfernt. Kultduelle wie am vergangenen Samstag zwischen Lok und dem dann im Norden einsortierten BFC Dynamo würde es nicht mehr geben.

Die Regionalliga Nordost hat in dieser Saison einen Schnitt von 1244 Zuschauern pro Spiel, die Staffeln Nord und Bayern je rund die Hälfte. „Der ostdeutsche Fußball wird so ein Stück kaputt gemacht“, warnt Mieth, der sich aktiv wehren möchte: „Wir als Verein werden mit lauter Stimme vorangehen und sagen: So geht’s nicht! Aber jeder Vertreter aus dem NOFV-Gebiet muss sich äußern, es geht nur gemeinsam.“

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Lok ist am 19. März dabei

Komisch findet er, dass auch der Hallesche FC, Carl Zeiss Jena und FSV Zwickau zu den 19 Drittliga-Teams gehören, die den Reform-Vorschlag mittragen wollen. „Ich kenne die Beweggründe nicht. Wir wollen auch aufsteigen, aber wir wissen, wo wir herkommen“, sagt Mieth. Sein Vorschlag lautet unter der Prämisse, dass die Regionalligameister aufsteigen: „Ein Kreuz durch Deutschland ziehen und vier Ligen gründen: Nord, West/Südwest, Nordost, Süd. Doch dafür müsse die Verbandsstruktur und demzufolge auch das Stimmenverhältnis auf dem DFB-Bundestag verändert werden.“ Viele fragen sich: Wieso setzen sich bei 16 Bundesländern die Regionalverbände aus 21 Landesverbänden zusammen?

Anbringen kann Lok seinen Vorschlag am 19. März in Landsberg. Auf Einladung des DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch treffen sich in der sachsen-anhaltischen Stadt unweit von Delitzsch die Vertreter der Regionalligen Nord, Nordost und Bayern sowie deren Vereine aus der 3. Liga, um eine einvernehmliche Lösung zu finden. Sollte es nicht dazu kommen, müssten die Gründe sowie eine Alternative genau dargelegt werden. Als sicher gilt, dass es eine Regionalliga-Reform geben wird und diese spätestens beim DFB-Bundestag am 27. September verabschiedet werden soll. Vielleicht müssen sich danach der FV Illertissen und der 1. FC Lok auf ihr erstes Duell gegeneinander einstellen.

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