25. Juli 2020 / 21:23 Uhr

1. FC Lok Leipzig nimmt gegen Stadtligisten SG Olympia volle Fahrt auf

1. FC Lok Leipzig nimmt gegen Stadtligisten SG Olympia volle Fahrt auf

Rainer Kelch
Leipziger Volkszeitung
Testspiel SG Olympia Leipzig gegen 1. FC Lokomotive Leipzig (Lok), Fußball, Vorbereitung Regionalliga Nordost, 25.07.2020
Tom Nattermann (Nummer 11) in Action vor 411 Schaulustigen im Rosental. © Christian Modla
Anzeige

Der 1. FC Lok Leipzig hat auch das zweite Testspiel der Saisonvorbereitung klar für sich entschieden. Beim Stadtligisten SG Olympia gewannen die Blau-Gelben standesgemäß mit 11:0 Toren. Die knapp 400 Zuschauer sahen ein über weite Strecken unterhaltsames und kurzweiliges Testspiel.

Anzeige
Anzeige

Leipzig. Wichtig war erst einmal die Situation abseits des Rasens: Für das Testspiel gegen den Regionalligisten aus Probstheida hatte die SG Olympia eigens ein Hygienekonzept ausgearbeitet und absegnen lassen, das insgesamt 500 Zuschauer um den heimischen Platz an der Müllerwiese zugelassen hätte. Zwar kamen bei bestem Sommerwetter „nur“ 400 Schaulustige ins Rosental, aber die ausgeklügelte Idee mit vielen kleinen Sektoren, für die es jeweils eine eigene Kapazitätsgrenze gab, war gut durchdacht und top organisiert. Überall wurden die Abstandsregeln eingehalten. Auch beim Einlass und an den Imbissen lief alles geordnet ab, gab es keine großen Schlangen oder gar Gedränge.

Aufmerksam geschaut haben da wohl auch die Lok-Verantwortlichen, die ihrerseits dem Gesundheitsamt bald ein schlüssiges Hygienekonzept präsentieren wollen und müssen, um möglichst schnell wieder Zuschauer ins heimische Bruno-Plache-Stadion lassen zu können. Schließlich können die Blau-Gelben langfristig auf ihren Heimvorteil und die Unterstützung ihrer treuen Anhängerschaft ebenso wenig verzichten wie auf die Einnahmen aus Ticket- und Fanartikelverkäufen.

DURCHKLICKEN: Das sind die Eindrücke vom Testspiel SG Olympia 1896 gegen Lok Leipzig

Die in der Stadtliga spielende SG Olympia 1896 konnte dem höherklassigen 1. FC Lokomotive Leipzig kaum Paroli bieten und verlor das Testspiel mit 0:11 (0:6) Toren klar. Zur Galerie
Die in der Stadtliga spielende SG Olympia 1896 konnte dem höherklassigen 1. FC Lokomotive Leipzig kaum Paroli bieten und verlor das Testspiel mit 0:11 (0:6) Toren klar. ©

Im Spiel selbst wehrten sich die Olympioniken nach Kräften und in den ersten Minuten durchaus erfolgreich gegen die blau-gelbe Übermacht. Schließlich war es Neuzugang Tom Nattermann, der nach einer schönen Kombination zum ersten Tor einnetzte (13.). Vorher hatte der Mittelstürmer allerdings auch schon zwei „Riesen“ ausgelassen. Danach schoss Lok standesgemäß und in schöner Regelmäßigkeit ein Tor nah dem Anderen, bis Sascha Pfeffer, der einen neuen Vertrag über ein Jahr plus ein Jahr Option unterschrieben hat, fünf Minuten vor Schluss den elften und letzten Treffer erzielte. In die Torschützenliste trug sich übrigens auch Gabriel Boakye ein – der pfeilschnelle kanadische Flügelstürmer spielte im Nachwuchs und auch in der Regionalliga bei Energie Cottbus und stößt von der Reserve des 1. FC Köln zur Lok.

Wichtig, dass die Trainer zufrieden waren

Die Olympia-Kicker wiederum kamen nur einmal richtig gefährlich vors gegnerische Tor, aber Dennis Dickmann, der in der zweiten Halbzeit zwischen den Lok-Pfosten stand, entschärfte gekonnt. Olympia-Trainer Steve Tympel zeigte sich nach dem Spiel dennoch zufrieden: „Aus meiner Sicht haben meine Jungs eine ordentliche Leistung abgeliefert mit einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte, wo wir gezeigt haben, dass wir für unser Level ein ganz gutes Spielverständnis haben.“ Einzig für Torhüter Fabian Resch, der Olympia beruflich in Richtung München verlässt, endete der Nachmittag wenig positiv. Nach einem unglücklichen Zusammenstoß mit Loks Maximilian Pommer musste der Keeper mit einer schweren Gehirnerschütterung eine Nacht ins Krankenhaus.

Zufrieden war auch Lok-Trainer Almedin Civa mit der Leistung seiner Mannschaft. Laufbereitschaft, Einsatz und gute spielerische Ansätze hatte er vorher gefordert und dann im Spiel zu sehen bekommen. „Die Jungs haben meine Vorgaben gut umgesetzt. Wir waren immer in Bewegung, haben versucht, nach vorne zu spielen, den Ball laufen zu lassen“, erklärte Civa nach dem Spiel, „zu Anfang der zweiten Halbzeit war es zehn Minuten mal etwas zu wild, aber insgesamt haben wir das ordentlich gemacht, die Tore gut herausgespielt, oft mit ein oder zwei Kontakten agiert.“ Auch insgesamt sieht der Lok-Coach seine Mannschaft in der Vorbereitung auf einem guten Weg, auch wenn diesmal weniger Zeit ist als sonst: „Wir haben eigentlich nur drei Wochen Vorbereitung, spielen ja schon übernächstes Wochenende im Pokal in Eilenburg unser erstes Pflichtspiel. Das ist natürlich eine Herausforderung, aber ich will da gar nicht jammern – am Ende müssen da dieses Jahr alle Mannschaften in der Regionalliga durch. Die Jungs ziehen gut mit und setzen gut um, was ich ihnen mitgebe. Was jetzt noch fehlt, ist die Spritzigkeit, aber gegen Eilenburg werden wir fit sein.“

Weitere Meldungen vom 1. FC Lok Leipzig

Fit ist Lok mittlerweile in Sachen Kaderplanung. War noch vor zwei Wochen Paul Schinke der einzige blau-gelbe Kicker mit einem gültigen Arbeitspapier, stehen mittlerweile insgesamt 18 Spieler unter Vertrag. Noch keinen Kontrakt unterschrieben haben Mittelfeld-Probespieler Farid Abderrahmane (Civa: „Ich kenne ihn noch aus Babelsberg, will ihn gerne haben. Jetzt muss der Verein entscheiden.“) und Maximilian Pommer (Civa: „Ich will ihn nach seiner langen Verletzung noch etwas anschauen und dann entscheiden.“). Eine Einigung mit beiden scheint jedoch sehr wahrscheinlich.

Auch Co-Trainer müssen menschlich passen

In der Offensive sieht Civa sein Team dann gut aufgestellt, nur in der Defensive könnte noch einmal nachgelegt werden, „wenn es passt – sportlich und finanziell. Einen Schnellschuss brauchen wir nicht!“ Das gilt übrigens auch für die eventuelle Verpflichtung eines Co-Trainers. Civa hatte früh einen Kandidaten im Auge, der jedoch irgendwann woanders unterschrieb. Jetzt will sich der neue Lok-Coach mit dieser Personalie nicht unter Druck setzen lassen: „Einen Co-Trainer zu verpflichten, hat aktuell nicht die höchste Priorität. Wichtig ist auch hier: Es muss passen – menschlich und fachlich müssen wir auf einer Wellenlänge sein“, erklärt Civa, der im Zweifel auch solo weiter machen will: „In Babelsberg war ich auch lange Alleinunterhalter und würde das auch wieder hinbekommen.“

DURCHKLICKEN: Das ist der Kader des 1. FC Lok Leipzig für die Regionalliga Nordost 2020/2021

Almedin Civa sitzt künftig auf der Trainerbank in Probstheida. Zur Galerie
Almedin Civa sitzt künftig auf der Trainerbank in Probstheida. ©

Lok Leipzig 1. Halbzeit: Gies – Salewski, Eglseder, Urban, Schneider – Abderrahmane, Schinke, Piplica – Jäpel, Nattermann, Boakye

Lok Leipzig 2. Halbzeit: Dickmann – Berger, Eglseder, Piplica, Mehmedovic – Heynke, Schinke, Pommer – Pistol, Ziane, Pfeffer

Tore: 0:1 Nattermann (13.), 0:2 Nattermann (15.), 0:3 Boakye (18.), 0:4 Eigentor (24.), 0:5 Jäpel (35.), 0:6 Abderrahmane (42.), 0:7 Berger (49.), 0:8 Schinke (63. Foulelfmeter), 0:9 Eigentor (68.), 0:10 Ziane (80. Foulelfmeter), 0:11 Pfeffer (85.)