28. Januar 2021 / 16:49 Uhr

1. FC Lok Leipzig: Ohne Ach, aber mit Torsten Kracht

1. FC Lok Leipzig: Ohne Ach, aber mit Torsten Kracht

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Lok Leipzigs neuer Sportdirektor Torsten Kracht betont im SpiO-Talk, dass er Cheftrainer Almedin Civa unterstützen wird und ihn sehr schätzt: „Er hat eine tolle Spielphilosophie“.
Lok Leipzigs neuer Sportdirektor Torsten Kracht betont im SpiO-Talk, dass er Cheftrainer Almedin Civa unterstützen wird und ihn sehr schätzt: „Er hat eine tolle Spielphilosophie“. © Screenshot/MDR
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Torsten Kracht gehört seit zwei Tagen zum Präsidium des 1. FC Lok Leipzig. Im SpiO-Talk des MDR äußert er sich erstmals zu seiner Tätigkeit beim Fußball-Regionalligisten. Der neue Sportvorstand der Probstheidaer stellt klar: „Ich bin unterstützend tätig“.

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Leipzig. Als die Entscheidung der Regionalliga-Taskforce Restart bekannt wurde, war Kracht noch keine 24 Stunden im Amt. Es soll keine Playoffs in der Regionalliga Nordost geben. Also keine K.o.-Spiele, die besondere Brisanz und hohe Einschaltquoten im MDR bedeutet hätten. Die Meinung des neuen Präsidiumsmitgliedes der Probstheidaer: „Wir haben für den Playoff-Modus plädiert und mit ihm geliebäugelt.“

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„Ich schätze ihn als Mensch unglaublich“

Der erste „ehrenamtliche Arbeitstag“ des langjährigen Bundesligaprofis und neuen Sportvorstands des 1. FC Lok Leipzig begann mit ein paar Prozent mehr Klarheit über die Zukunft. Wobei Kracht beim Titel Sportvorstand etwas ins Schmunzeln kommt. „Ich bin absolut unterstützend tätig“, meint der 53-Jährige, der klarstellt, keine Aufgaben von Sportdirektor und Trainer Almedin Civa zu übernehmen. „Fragen sie mich nicht nach jedem Spieler der vierten Liga. Themen wie Scouting und Transfers leistet wie bisher Almedin.“

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Mit dem bosnischen Coach kickte der gebürtige Grimmaer bereits 2003 beim VfB Leipzig, Civas Arbeit sei ein Grund für Krachts Engagement beim Viertligisten. „Ich schätze ihn als Mensch unglaublich. Er hat eine tolle Spielphilosophie, in kurzer Zeit hat man sein Konzept sowie die Begeisterung der Spieler bereits erkennen können“, würdigt der frühere Lockenkopf seinen ehemaligen Teamkameraden.

„Es ist ein Prozess, der immer wiederkehrt“

Auch die administrative und infrastrukturelle Arbeit der letzten beiden Jahre haben den zweifachen DDR-Nationalspieler von einem Lok-Engagement überzeugt: „Für mich hat Lok eine wunderbare Basisvoraussetzung, die handelnden Personen haben es wunderbar gemacht. Und natürlich kann man die Vereinsliebe nicht ganz aus seinem Herzen streichen.“

Kracht stellt klar: „Wenn ich was mache, dann nicht für ein paar Wochen, sondern für ein paar Jahre.“ Zu Beginn werde er Gespräche in alle Richtungen führen, in den kommenden Jahren möchte der Unternehmer „Wachstum und Struktur in allen Bereichen“. Sportlich lechze jeder Fan nach Liga drei. „Das ist das Ziel des Vereins und von mir. Doch ein Aufstieg ist auch immer ein finanzielles Risiko, nur eine gute Mannschaft reicht in Liga drei nicht aus.“ Kracht ist ein gebranntes Kind: Die Insolvenz des VfB 2004 erlebte er hautnah mit, er sprang sogar als Not-Präsident ein. „Wir hatten die selben Duschräume wie zu DDR-Zeiten, ich hatte den selben Spind mit den selben Stickern wie 1991.“

Da es wohl nur zu einer Hinrunde kommt, hält Kracht einen Lok-Aufstieg im Sommer ebenso wie eine Drittliga-Lizenz für „völligen Quatsch“. Auf der anderen Seite lohne sich ein solcher Antrag: „Es ist ein Prozess, der immer wiederkehrt. Wenn wir dieses Jahr die Hausaufgaben machen, sind wir für nächstes Jahr vorbereitet.“