13. Dezember 2019 / 16:23 Uhr

1. FC Lok Leipzig: Steinborns letztes Puzzleteil

1. FC Lok Leipzig: Steinborns letztes Puzzleteil

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Steht noch auf der Treffer-Bucketlist von Matthias Steinborn: Der FC Rot-Weiß Erfurt.
Steht noch auf der Treffer-Bucketlist von Matthias Steinborn: Der FC Rot-Weiß Erfurt. © Christian Modla
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Nur noch Rot-Weiß Erfurt fehlt Matthias Steinborn, dann ist seine Sammlung komplett.

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Gegen jedes Team aus der aktuellen Regionalliga Nordost hat der Angreifer vom 1. FC Lokomotive Leipzig bereits getroffen, nur die Thüringer blieben bisher verschont. „Scheiße, sag das doch nicht!“, scherzt Loks Toptorjäger im SPORTBUZZER-Gespräch vor dem letzten Spiel des Jahres am Sonntag, in dem RWE zu Gast im Bruno-Plache-Stadion ist. Vorher verteilte er zusammen mit Djamal Ziane, Patrick Wolf und Co-Trainer Nicky Adler Geschenke auf der Kinderkrebsstation der Uniklinik. „Man geht mit gemischten Gefühlen heraus. Den Kindern ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, ist sehr schön. Doch wenn du denkst, du hast Probleme, merkst du: Du hast keine!“, sagt er ernst.

Steinborn ist ein wichtiger Faktor, wieso Lok seit neun Spielen ungeschlagen ist. Sechs seiner acht Saisontore erzielte er in den letzten sieben Spielen und machen ihn für Wolfgang Wolfs Team daher zurzeit unverzichtbar. Saisonübergreifend jubelte der 30-Jährige 17 mal in diesem Jahr. „Ich fühle mich brutal gut“, verkündet er drohend Richtung Erfurt. Das war diese Saison lange nicht der Fall, denn der Berliner brauchte nach seiner Knie-OP im Sommer und einer wochenlangen Pause Anlaufzeit.

„Doch jeder Torschuss, den wir zulassen, ist drin“

„So eine OP steckst du nicht einfach weg“, erzählt er und dankt seinem ehemaligen Coach. „Es war gut, dass mich Björn Joppe schon früh wieder mitgenommen hat, doch da war ich noch nicht bei 100 Prozent. Jetzt merke ich nichts mehr im Knie. Sobald es beim ersten Zweikampf raschelt und nichts passiert, schaltet das was im Kopf um. Du bist befreiter.“ Das bekamen am Freitag auch die Hertha BSC Amateure zu spüren, als Steinborn zum 2:1-Siegtreffer traf. „Da haben wir eine Menge Mut mitgenommen“, sagt er selbstbewusst.

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Gegen Erfurt kann Lok ein starkes Jahr krönen, mit Glück sogar auf Platz eins überwintern. Dass die Probstheidaer trotz nur einer Niederlage immer noch Jäger sind, liegt auch an den sieben Unentschieden – mit Abstand die meisten im Spitzenfeld. „Wir Offensivspieler müssen unsere Chancen noch besser nutzen. Wir verteidigen gut, doch jeder Torschuss, den wir zulassen, ist drin. Wenn wir dieses Pech loswerden, dann werden wir unsere Unentschieden in Siege verwandeln“, analysiert er.

„Ich hab Schiss! Das wird eklig“

Seine Zukunft nächstes Jahr ist ähnlich ungewiss wie die des Vereins und seinen Mitspielern. „Es ist eine komische Situation, wenn man nicht weiß, wie es weitergeht“, meint Steinborn. Er versichert jedoch: „Es geht weiter! Herr Wolf in seiner Doppelfunktion wird einen Plan haben.“ Der gebürtige Hauptstädter möchte am liebsten in Leipzig bleiben. „Ich fühle mich pudelwohl, kann mit jedem bei uns meine Späße machen und meine Berliner Schnauze rauslassen“, lobt er seine Arbeitsstelle. Doch von nichts kommt nichts. „Es liegt an uns und an mir. Spielen wir erfolgreich, werden wir für den Verein interessant. Kommen wir in eine Negativspirale, wird es schwer, bei Lok einen Anschlussvertrag zu kriegen.“

Um erfolgreich zu spielen, wird Lok wie üblich im Winter ins Trainingslager fahren. Doch anders als letztes Jahr, als der Viertligist in der warmen Türkei schwitzte, geht es dieses Mal in die Kälte. Wolf verriet bereits: „Wir gehen irgendwohin, wo viel Schnee liegt, werden Langlauf machen und noch näher zusammenrücken.“ Steinborn gibt lachend zu: „Ich hab Schiss! Das wird eklig.“

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