21. August 2020 / 16:28 Uhr

1. FC Lokomotive Leipzig: Torwart-Frage und kanadischer Neuzugang

1. FC Lokomotive Leipzig: Torwart-Frage und kanadischer Neuzugang

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
A Civas
Im Training kann Lok-Coach Almedin Civa bald den jungen Goteh Ntignee begrüßen. Gedanken muss sich der Trainer noch über seine neue Nummer eins machen. © Thomas Gorlt
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Noch immer hat Lok Leipzig keine feste Nummer eins. Am Sonntag gegen den Berliner AK setzt Chef-Trainer Almedin Civa auf Jannes Tasche, welcher auch zuletzt im Tor der Blau-Gelben stand. Derweil verkündet der Verein die Verpflichtung von Goteh Ntignee. Der 18-Jährige erhält einen Einjahresvertrag.

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Leipzig. Im Europapokal-Halbfinale 1987 hielt René Müller im Elfmeterschießen gegen Girondins Bordeaux zwei Elfer und verwandelte einen selber. Maik Kischko, Müllers Nachfolger im Tor des 1. FC Lok Leipzig, stieg mit den Messestädtern 1993 in die Bundesliga auf und sitzt heute als Torwarttrainer und Vereinsinstanz neben Trainer Almedin Civa in der Coaching-Zone. Auch der von Verletzungen geplagte Benjamin Kirsten überzeugte als Publikumsliebling und sicherer Rückhalt im Tor der Probstheidaer, verlängerte seinen Vertrag im Sommer nach seiner Meniskustransplantation indes nicht.

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Ihn zu ersetzen stellte sich bereits letzte Saison als Herausforderung dar. Lukas Wenzel, Herbert Schötterl und zuletzt Fabian Guderitz: Gleich drei Keeper liefen für Lok in 24 Spielen auf, um Kirsten zu vertreten. Nachhaltig empfehlen konnte sich keiner. Stattdessen wechselte Wenzel in die bayerische Heimat, sucht Schötterl noch nach einer neuen Anlaufstelle und wanderte Guderitz zum ZFC Meuselwitz ab.

Civa warnt vor spielstarken Berlinern

Und das Erbe zwischen den Pfosten ist trotz drei neuer Tormänner weiterhin nicht gefunden. Auf eine feste Nummer eins möchte und kann Civa sich nach der kurzen Vorbereitung noch nicht festlegen. Dennoch wird am Sonntag gegen den Berliner AK (14.05 Uhr, MDR) Jannes Tasche zum dritten Mal in Folge das Tor hüten. „Er ist ein Tick weiter“, begründet Civa die Wahl für den Ein-Meter-90-Hünen. Einen Freifahrtsschein hat der von Hannover und Wolfsburg ausgebildete 21-Jährige jedoch keineswegs, sein Trainer fordert: „Er muss alles tun, damit er da bleibt. Der Dreikampf ist immer eröffnet.“

Seine Position festigen kann er gegen die, wie Civa analysiert, „spielstarke und selbstbewusste Mannschaft“ des BAK, der letzte Saison eins der fünf torgefährlichsten Teams stellte. Mit einem 3:2-Sieg gegen Fürstenwalde fordern die Hauptstädter nun Lok vor 1000 Fans heraus. Civa warnt vor seinem Heimdebüt: „Es ist immer ein Team, dass vorne mitspielen wird.“

18-Jährige Offensivkraft für Lok

Am Freitag hat Lok Leipzig den Wechsel des jungen Kanadiers Goteh Ntignee bekanntgegeben. Der in der Republik Benin geborene Goteh Ntignee wechselt für ein Jahr zur "Loksche" und soll den blau-gelben Angriff unterstützen. Die Stärken der neuen Offensivkraft sind unter anderem seine Schnelligkeit und seine hervorragenden Eigenschaften im Zweikampf-Spiel. Leider müssen sich die Fans noch ein wenig gedulden. Die Arbeitsgenehmigung und somit auch die Spielberechtigung für Goteh muss von den Behörden noch erteilt werden.

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Der 1,72 m große Goteh freut sich über sein Engagement bei Lok: „Ich mag den Verein und die Qualität der Spieler, mit denen ich spiele. Lok ist eine großartige Gelegenheit für mich, meine Fähigkeiten einzubringen, um in diesem Jahr bestenfalls an der Spitze der Liga zu spielen. Ich respektiere Coach Civa und den Rest meines Teams und ich möchte für den Klub ein wichtiger Spieler sein.“

Almedin Civa freut sich über den Neuzugang: „Goteh ist ab jetzt ein Teil unserer Mannschaft und wir hoffen, dass er so schnell wie möglich das Spielrecht bekommt. Goteh kann noch A-Jugend spielen, ist aber sehr weit für sein Alter und er wird uns mit seiner Dynamik viel Freude bereiten."