13. Mai 2020 / 13:10 Uhr

1. FC Magdeburg: Auch Coach Wollitz kritisiert DFB scharf

1. FC Magdeburg: Auch Coach Wollitz kritisiert DFB scharf

dpa
Magdeburg-Coach Claus-Dieter Wollitz ist für seine klaren Worte bekannt. Nun erwischt es den DFB.
Magdeburg-Coach Claus-Dieter Wollitz ist für seine klaren Worte bekannt. Nun erwischt es den DFB. © PICTURE POINT
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"Aus sportlicher Sicht beschämend", tobt der Cheftrainer. Wollitz erklärte, dass die Tabellensituation überhaupt keine Rolle spiele.

Trainer Claus-Dieter Wollitz von Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) scharf kritisiert. Nach Vorstellung des DFB soll die Saison am 26. Mai fortgesetzt werden. „Die Pläne des Verbandes sind aus sportlicher Sicht beschämend“, sagte Wollitz der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). Der 54-Jährige erklärte, dass die Tabellensituation für ihn überhaupt keine Rolle spiele: „Hier geht es um die Gesundheit aller Spieler in jedem Verein und das Immunsystem wird dieser extremen Belastung in so kurzer Zeit nicht standhalten. Hier werden Krankheiten und Verletzungen gefördert.“

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Die FCM-Profis dürfen seit Dienstag wieder in Kleingruppen trainieren. Andere Teams, wie Viktoria Köln oder der MSV Duisburg, stehen bereits seit mehreren Wochen auf dem Platz. „Verantwortungsvoll wäre, wenn alle Mannschaften gleichzeitig wieder anfangen könnten und dann ein paar Wochen Vorbereitungszeit hätten. Alles andere ist reine Wettbewerbsverzerrung“, sagte Wollitz. In Sachsen-Anhalt bleibt der Wettkampfbetrieb bis zum 27. Mai untersagt.

Bevor die Corona-Pandemie die Ausnahme zur Regel machte, musste Hansa Rostock zwei Geister-Heimspiele bestreiten. Ein Blick zurück zu den beiden Auftritten vor leeren Rängen gegen Dynamo Dresden (2012) und Jahn Regensburg (2017):

Kein Zutritt: Schon zwei Mal musste Hansa Rostock in seiner Vereinshistorie ein Ligaspiel vor Geisterkulisse ohne Zuschauer austragen. Zur Galerie
Kein Zutritt: Schon zwei Mal musste Hansa Rostock in seiner Vereinshistorie ein Ligaspiel vor Geisterkulisse ohne Zuschauer austragen. ©

Außerdem wehrt sich Sportdirektor Maik Franz gegen die Kritik, wonach sich der FCM und andere Clubs weigern würden, die Saison fortzusetzen. „Wir lassen uns nicht in eine Ecke drängen. Wir haben eine klare Linie, die besagt, dass wir uns an die behördlichen Verfügungen halten. Es kann doch nicht sein, dass die, die sich an alle Vorgaben halten und die Regeln der Gesellschaft respektieren, dafür kritisiert werden“, sagte Franz der „Volksstimme“.