05. September 2021 / 21:13 Uhr

1. FC Phönix Lübeck ruft Abstiegskampf aus - 1:3-Pleite beim FC St. Pauli II

1. FC Phönix Lübeck ruft Abstiegskampf aus - 1:3-Pleite beim FC St. Pauli II

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Enttäuschung bei Adler Corvin Bock. 
Enttäuschung bei Adler Corvin Bock.  © 54°/Garve
Anzeige

Der 1. FC Phönix Lübeck hat das Regionalliga-Auswärtsspiel am Sonntag in Norderstedt beim FC St. Pauli II mit 1:3 verloren. 

„Es hat an allem gefehlt: Laufbereitschaft, Wille und Zweikampfverhalten. So kann man keine Spiele gewinnen“, sagte Trainer und Geburtstagskind Daniel Safadi (wurde 40 Jahre alt), der sich seinen Geburtstagsabend sicher etwas anders vorgestellt hatte.

Anzeige

Salomon: "Das ist eine verdiente Niederlage"

Das anstehende spielfreie Wochenende wird den Adlern sicherlich guttun. „Wir müssen uns sammeln und auf die Rückkehr von den angeschlagenen Spielern warten“, sagte Sportdirektor Frank Salomon. „St. Pauli hat uns regelgerecht niedergekämpft. Kämpferisch haben wir nicht mitgehalten und konnten uns auch spielerisch nicht davon befreien. Das ist eine verdiente Niederlage. Die Mannschaft hat müde gewirkt. Uns ist es nicht gelungen, die Ausfälle zu kompensieren. Es hat einfach nicht gereicht. Das war keine Regionalligaleistung, wie wir sie uns vorstellen. Ein paar Jungs, die heute gespielt haben, sind die Regionalligatauglichkeit schuldig geblieben.“

Saisonziel rückt erstmal in die Ferne

Das Problem ist die fehlende Konstanz. Gute und schlechte Leistungen wechseln sich ab. Wie schon in der vergangenen Saison sollte mit einem Sieg gegen die Kiezkicker die Trendwende eingeläutet werden. Nachdem die Qualifikation für die Meisterschaftsrunde als Saisonziel ausgegeben wurde, müssen die Lübecker erstmal kleinere Brötchen backen. „Nach so einem Spiel von diesem Ziel zu sprechen, wäre nicht angebracht. Wir haben noch keine besonderen Spiele abgeliefert“, betonte Salomon. Safadi rief indes den Abstiegskampf aus. „Die Ausfälle sollen keine Ausrede sein. Doch sind zu viele Spieler nicht in der Lage, konstant Leistung zu bringen“, sagte er den LN.

Graudenz bei den Adlern nur schwer zu ersetzen

Schmerzlich vermisst wurde der verletzte Fabian Graudenz. Für ihn rückte Björn Lambach erneut ins defensive Mittelfeld neben Kusi Kwame. Dieser war nach einer Knie-OP lange verletzt. Dem 32-jährigen Ex-Hamburger merkte man die englische Woche (ein Punkt aus drei Spielen) an. Kwame fehlte vor 113 Zuschauern im Edmund-Plambeck-Stadion die Kraft. Nur auf der Ersatzbank saß Sean Vinberg. Seinen Part übernahm Nico Fischer. „Wir wollten die Innenverteidigung stärken“, erklärte Salomon, „wir haben mit Sean gesprochen und wollten ihm den Druck nehmen.“ Den Gastgebern merkte man von der ersten Minute an, dass sie in Abwesenheit von Cheftrainer Joachim Philipkowski (krank) nach fünf sieglosen Spielen unbedingt den ersten Saisonsieg einfahren wollten. „Piepel“ wurde von Co-Trainer Benjamin Olde vertreten.

Kapitän Fischer spricht von Abstiegskampf

Die 1:0-Führung durch Justin Plautz per direkt verwandelten Freistoß konnte Rechtsaußen Corvin Bock (45. +1) zwar ausgleichen, doch Yiyoung Park (47.) und Mika Stuhlmacher (72.) brachten die bissigeren Hamburger auf die Siegerstraße. Bei den Lübeckern fehlte es an der nötigen Durchschlagskraft. Über die Außen ging nicht viel. Und vorne erwischte Torjäger Haris Hyseni auch nicht den besten Tag. „Das Ergebnis ist natürlich sehr enttäuschend. Wir haben verdient verloren und jetzt zwei Wochen Zeit, uns auf den Abstiegskampf einzustellen“, erklärte Kapitän Fischer.

Kellerduell am übernächsten Wochenende

Schlusswort von Salomon: „St. Pauli hat unseren Spielern keine Luft gelassen. Die Spieler scheinen noch nicht zu wissen, was wir wollen. In erster Linie ist das Stabilität. Dann kannst du auch über andere Ziele sprechen. Bleibt zu hoffen, dass der eine oder andere wichtige Spieler bald zurückkehrt.“ Am 19. September geht es für die Phönixer mit dem Kellerduell beim noch sieglosen Schlusslicht Altona 93 weiter.


Statistik zum Spiel:

St. Pauli II: Heim – Wieckhoff (68. Dursun), Teixeira, Beifus (65. Schütt), Park – Stuhlmacher – Bednarczyk (46. Jessen), Plautz – Brandt (79. Coordes) – Loubongo, van den Berg

Phönix Lübeck: Tittel – Korup (58. Budimbu), Thiel, Fischer, Gnerlich (72. Knudsen) – Lambach, Kwame – Bock (58. Kisekka), Bouchama, Rasgele (58. Iraqi) – Hyseni

SR.: Alexander Herbers (SV Lathen). Zs.: 113. Tore: 1:0 Plautz (40.), 1:1 Bock (45. +1), 2:1 Park (47.), 3:1 Stuhlmacher (72.). Gelbe Karten: Bednarzyk, van den Berg, Dursun – Lambach, Bock, Kwame