20. November 2021 / 17:04 Uhr

1. FC Phönix Lübeck siegt 2:0 - Conor Gnerlich mit Tor des Monats aus 40 Metern

1. FC Phönix Lübeck siegt 2:0 - Conor Gnerlich mit Tor des Monats aus 40 Metern

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Torschütze Conor Gnerlich, Fabian Graudenz, Arnold Budimbu, Conor Gnerlich und Haris Hyseni jubeln nach dem zwischenzeitlichen 2:0 in der 20. Minute.
Torschütze Conor Gnerlich, Fabian Graudenz, Arnold Budimbu, Conor Gnerlich und Haris Hyseni jubeln nach dem zwischenzeitlichen 2:0 in der 20. Minute. © Agentur 54°
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Gegen ein trotz vier Aushilfen aus der 2. Liga offensiv harmloses Team vom FC St. Pauli II haben die Lübecker ihre Krise überwunden. Herrlich, Gnerlich! Die Rückennummer 2 des 1. FC Phönix rechtfertigte seinen Startelfeinsatz mit einer tollen Leistung, die mit einem klasse Tor abgerundet wurde. "Der Sieg ist verdient. Wir haben ganz klar gezeigt, was wir wollten. Wir wollten Herrenfußball spielen und von Anfang zeigen, dass wir die Punkte in Lübeck lassen wollen." 

Vor dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli II hatte man beim 1. FC Phönix Lübeck das Saisonziel in der Regionalliga korrigiert. Geht nach dem 2:0-Erfolg nun doch noch was in Punkto Meisterrunde? „Das waren die erhofften Punkte nach der Ergebniskrise“, sagte Sportdirektor Frank Salomon nach zuvor drei Niederlagen in Folge.

4-1-4-1-System greift sofort

Auch Trainer Daniel Safadi fiel ein Stein vom Herzen. „Endlich haben wir uns vorne belohnt. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir nicht viel zugelassen. Das war gut“, freute er sich. Statt des gewohnten 4-4-2-Systems setzte Safadi auf eine 4-1-4-1-Variante. Für Kapitän Nico Fischer, der bereits das zweite Mal in dieser Saison draußen blieb, und Kubilay Büyükdemir (fünfte Gelbe Karte) rückten Conor Gnerlich und Björn Lambach neu ins Team. „Wir wussten, dass die beiden Außenbahnspieler des Gegners eigentlich keine Außenbahnspieler sind, sondern sehr weit im Zentrum spielen. Wir wollten unsere Mitte dicht haben“, erklärte der Coach die Umstellung. Die St. Paulianer liefen mit vier Spielern aus dem Zweitligakader auf.

Der große Auftritt des Conor Gnerlich

Es war der Tag der Sonntagsschüsse im Stadion Buniamshof. Erst traf der völlig unbedrängte Fabian Graudenz (4.) sehenswert aus 25 Metern in den linken Winkel, ehe Gnerlich seinen großen Auftritt hatte. Der viel zu weit aus seinem Kasten stehende Gästetorwart Sören Ahlers (die Nummer drei bei den Profis) spielte dem Linksfuß den Ball genau in den Fuß. Gnerlich zog zwei Meter vor der Mittellinie auf Höhe der Gästebank frech ab. Der Weitschuss wurde immer länger und trudelte schließlich zum 2:0 (20.) ins leere Tor. Eine Bude Marke „Tor des Monats“.

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Das wunderschöne zweite Tor des 1. FC Phönix Lübeck von Conor Gnerlich.

"Conor hat sich das auch verdient. Er hat ein Riesenspiel gemacht"

„Nach der 1:0-Führung habe ich das Risiko in Kauf genommen und hatte das Selbstvertrauen. Nur wer schießt, kann auch treffen“, grinste Gnerlich. Direkt dahinter beobachtete Safadi die Szene und meinte nachher: „Ich habe sogar noch gerufen schieß, schieß, weil das Tor so weit frei ist. Dass er den Ball so optimal trifft und dann unten noch in der Schlammpfütze landet, dass er noch nicht mal mehr auftrumpft, war natürlich perfekt und hat heute gepasst. Und Conor hat sich das auch verdient. Er hat ein Riesenspiel gemacht.“

Mehrere gute Chancen auf Seiten der Gastgeber

Glück hatten die Lübecker beim Pfostenkracher von Jakub Bednarczyk (39.). Kurz vor der Pause hätten Haris Hyseni (40.) und Arnold Budimbu (44., nach schönem Doppelpass mit Hyseni) erhöhen können, scheiterten allerdings jeweils am aufmerksamen Keeper Ahlers. Die gefällig spielenden Adler zeigten eine gute erste Halbzeit und verdienten sich Applaus von den Rängen. Nach dem Seitenwechsel war Hyseni schon einschussbereit, doch die Linksflanke von Budimbu war zu ungenau (53.). Auf der anderen Seite lenkte der Lübecker Torwart Kevin Tittel einen Distanzschuss von Profileihgabe Lars Ritzka stark zur Seite (62.).

Regionalliga-Premiere für Ramazan Acer

Der Sieg geriet nie wirklich in Gefahr gegen schwache Kiezkicker, die kein Mittel gegen die kompakte Lübecker Verteidigung fanden und das Hinspiel noch klar mit 3:1 gewannen, und hätte sogar höher ausfallen können. So scheiterte Kenny Korup ebenfalls an Ahlers (68.). Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. „Der Sieg ist verdient. Wir haben ganz klar gezeigt, was wir wollten. Wir wollten Herrenfußball spielen und von Anfang zeigen, dass wir die Punkte in Lübeck lassen wollen“, freute sich Gnerlich. Sein Regionalliga-Debüt feierte der eingewechselte Stürmer Ramazan „Rambo“ Acer.


"Gegen den Ball waren wir allgemein nicht aggressiv genug. Und mit dem Ball haben wir kein Mittel gefunden"

Bedient zeigte sich Gästetrainer Joachim „Piepel“ Philipkowski. „Wir bauen den Gegner auf und müssen unsere groben Fehler abstellen. Der Sonntagsschuss zum 1:0 war unglücklich für unser Spiel. Dem 2:0 geht ein grober Fehler von unserem Torwart voraus. Den Ball muss er klar klären“, resümierte er. „Der Start war nicht gut. Gegen den Ball waren wir allgemein nicht aggressiv genug. Und mit dem Ball haben wir kein Mittel gefunden. Wobei man auch sagen muss, dass Lübeck das mit seiner Kompaktheit gut gemacht hat. Sie waren aggressiv und haben mit einer gewissen Leidenschaft verteidigt.“ Gnerlich & Co. überholten durch die drei Punkte aus dem Sieg die Braun-Weißen in der Tabelle.

Jubelkreis des 1. FC Phönix Lübeck nach dem Heimsieg gegen den FC St. Pauli II.

Statistik zum Spiel:

Phönix Lübeck: Tittel – Korup, Kwame, Ibraimo, Gnerlich – Vinberg – Knudsen (90. + 1 Rasgele), Lambach, Graudenz, Budimbu (77. Hübner) – Hyseni (83. Acer).

FC St. Pauli II: Ahlers – Bednarczyk, Dzwigala, Beifus, Ritzka – Münzner (75. Brandt), Jessen, Plautz, Nadj (81. Stuhlmacher) – Loubongo (70. Schütt), van den Berg.

SR: Tim-Alexander Strampe (MTV Handorf).Zs.: 263. Tore: 1:0 Graudenz (4.), 2:0 Gnerlich (20.).

Gelbe Karten: Knudsen – Beifus, Jessen, Bednarczyk, Nadj.