28. März 2017 / 15:55 Uhr

Im Video: Der 360-Meter-Mast fällt - aber der Ball rollt trotzdem beim Post SV Zehlendorf

Im Video: Der 360-Meter-Mast fällt - aber der Ball rollt trotzdem beim Post SV Zehlendorf

Knut Hagedorn
Märkische Allgemeine Zeitung
Sprechen über den besonderen Tag, an dem der Lange in Zehlendorf fiel (v.l.): Robert Muchk, Ronny Risse, Dietmar Müller und Maxim Hesse.
Sprechen über den besonderen Tag, an dem der "Lange" in Zehlendorf fiel (v.l.): Robert Muchk, Ronny Risse, Dietmar Müller und Maxim Hesse. © Robert Roeske (4), Verein
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Fußballkreis Oberhavel/Barnim: In der 1. Fußball-Kreisklasse spielt der Post SV Zehlendorf II gegen den FC Marwitz parallel zur Sprengung des Sendemastes in unmittelbarer Nähe.

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Jetzt ist er weg: Der Sendemast im Oranienburger Ortsteil Zehlendorf war höher als der Eiffelturm – am Sonnabend schlug seine letzte Stunde. 13.57 Uhr ertönte das erste Warnsignal, wenige Minuten später kamen noch einmal zwei Warntöne. Pünktlich um 14 Uhr fiel der 360 Meter hohe Turm. Fünf ­Einzelsprengungen am Fuß des Funkmastes und an den Verankerungen der Halteseile waren zuvor zu hören. Hunderte Tonnen Schrott lagen schließlich auf dem Funkamtsgelände. Auf der direkt benachbarten Sportanlage des Post SV Zehlendorf wurde die Kreisklasse-Partie zwischen der Post-Reserve und dem FC Marwitz trotzdem angepfiffen. Sie endete nach Treffern von Philipp Heilmann, Marvin Nikov (je 2), Max Kühn und Denny Beer 6:0 (3:0) für die Gäste. Doch wie war es, als der Sendemast in unmittelbarer Nähe fiel?

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Robert Much, Trainer FC Marwitz: „Ohne Frage war es eine sehr komische und spezielle Situation. Wir hatten uns schon im Vorfeld der Partie Gedanken gemacht, wie es ablaufen würde. Irgendwie witzig fand ich, dass die Straße vor dem Platz von der Polizei abgesperrt wurde, wir aber Fußball gespielt haben, obwohl wir viel näher dran waren am Ort der Sprengung. Bei der Sprengung selbst hat der Schiedsrichter beim Ertönen des Warnsignals die Partie kurzzeitig unterbrochen. Es hat schon ordentlich gerummst, als der Turm fiel.“

Ronny Risse, Trainer Post SV Zehlendorf II: „Es war absolut ein besonderer Tag. Alleine schon, was für ein Gewusel an Leuten drumherum war, da waren ja hunderte von Menschen unterwegs. Im Vorfeld gab es eine kurze Besprechung mit dem Schiedsrichter, wie wir damit verfahren, aber nicht mit der Polizei oder dem Ordnungsamt. Für uns als Zehlendorfer fehlt nun natürlich ein Wahrzeichen des Ortes. Ich hoffe, dass die auswärtig wohnenden Spieler nun in Zukunft den Platz finden, ohne den Turm als Orientierungspunkt.“

Sprengung Sendemast

Dietmar Müller, Trainer Post SV Zehlendorf I: „Ohne Zweifel war das ein nicht alltäglicher Nachmittag. Wir haben unsere Besprechung vor dem Spiel aus gegebenen Anlass eine halbe Stunde vorverlegt, um dann bei der Sprengung quasi live dabei zu sein. Gerade wenn man die Autokennzeichen rund um unseren Platz gesehen hat, konnte man sich schon ein Bild davon machen, dass der Sendemast auch vielen Auswärtigen ein Begriff war. Für Zehlendorf selbst fehlt mit ihm nun natürlich ein markantes Wahrzeichen der Gemeinde.“

Maxim Hesse, Torhüter Post SV Zehlendorf II: „Es war ein außergewöhnliches Spiel, alleine schon, weil zahlreiche Menschen um den Platz herum standen, was man in der 1. Kreisklasse nicht so oft hat. Eine besondere Besprechung gab es bei uns nicht im Vorfeld. Als es dann zur Sprengung kam, war es schon extrem laut. Ich hab mich erschrocken, obwohl ich wusste, was kommt. Ohne den Sendeturm ist es schon eigenartig, es fehlt auf jeden Fall etwas. Selbst von meinem Wohnort Liebenwalde aus konnte man den Turm sehen. Nun ist er weg.“