15. Mai 2020 / 19:43 Uhr

1. SV Oberkrämer stellt Antrag auf Härtefallregelung

1. SV Oberkrämer stellt Antrag auf Härtefallregelung

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
Jubel nach dem historischen Finalerfolg bei den Kickern des 1. SV Oberkrämer.
So wie hier nach ihrem Kreispokalsieg 2019 hätten die Spieler aus Oberkrämer auch über ihren möglichen Landesklassen-Aufstieg gejubelt. © Robert Roeske
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Kreisoberliga Oberhavel/Barnim: Der aufgrund der Quotientenregelung im Aufstiegsrennen unterlegene Club will so doch noch den Sprung in die Landesklasse schaffen.

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Als einziges Team in der Fußball-Kreisoberliga Oberhavel/Barnim ohne Niederlage, mit 63 Treffern die beste Offensive und mit nur neun Gegentoren die beste Defensive. Zudem die Herbstmeisterschaft geholt. Aufgrund der Nichterfüllung des Schiedsrichter-Solls aber mit minus drei Punkten gestartet, am Ende stehen bei Saisonabbruch dennoch 41 Zähler zu Buche. Trotz dieser grandiosen Werte steht der 1. SV Oberkrämer nicht als Aufsteiger in die Landesklasse fest. Denn nach der Wertung der Quotientenregel, die vom Fußball-Landesverband Brandenburg und anschließend auch von den Fußballkreisen zur Wertung nach dem coronabedingten Saisonabbruch herangezogen worden ist, verpasst der SVO als Tabellenzweiter knapp den Aufstieg – 0,02 beträgt der Abstand zu Aufsteiger Einheit Zepernick, der im direkten Duell sogar mit 4:3 geschlagen worden ist. Hinnehmen will der Verein aus Vehlefanz das nicht so einfach.

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Mehr zum Saisonabbruch

„Die einfache Anwendung der Quotientenregelung durch den FLB und seiner Fußballkreise führt jedoch leider auch zu großen Ungerechtigkeiten“, teilte der SVO am Donnerstagabend mit. Daher habe sich der Verein entschlossen, „beim Fußballkreis Oberhavel/Barnim und FLB einen Antrag auf Aufstieg bzw. Eingliederung in die Landesklasse aufgrund eines besonderen Härtefalles“ zu stellen, wie es vom Verein heißt.

Zum Durchklicken: Die Kreismeister des Fußballkreises Oberhavel/Barnim (bis 2013/2014 FK Oberhavel)

2002/2003 - Rot-Weiß Flatow: Birkenwerder führte in der Tabelle schon deutlich, doch die Flatower nahmen dem BBC noch die Butter vom Brot. Am Ende jubelten die Männer von Trainer Mario Falkowski (obere Reihe, r.), der auch heute wieder das Sagen bei den Rot-Weißen hat. Birkenwerder verpasste zum dritten Mal in Folge den Staffelsieg knapp. Heute kämpft Flatow in der Kreisliga um Punkte. Zur Galerie
2002/2003 - Rot-Weiß Flatow: Birkenwerder führte in der Tabelle schon deutlich, doch die Flatower nahmen dem BBC noch die Butter vom Brot. Am Ende jubelten die Männer von Trainer Mario Falkowski (obere Reihe, r.), der auch heute wieder das Sagen bei den Rot-Weißen hat. Birkenwerder verpasste zum dritten Mal in Folge den Staffelsieg knapp. Heute kämpft Flatow in der Kreisliga um Punkte. ©

„Wir fühlen uns ungerecht behandelt und haben uns Gedanken gemacht, wie wir mit dieser Situation umgehen“, erklärt SVO-Chef Dirk Ostendorf das Ersuchen seines Clubs, doch noch den Gang auf Landesebene antreten zu können. Direkt nach Bekanntwerden des Saisonabbruchs hatte sich der Verein noch nicht dazu äußern wollen. Dass der Einwand inzwischen eingereicht worden ist, bestätigte Fußballkreis-Vorsitzender Michael Reichert. „Der Antrag liegt vor und der Landesverband wird sich jetzt damit beschäftigen. Wir haben damit weniger zu tun“, so der Kreisfußballchef. „Ich werde mich nicht an Spekulationen beteiligen, wie die Sache ausgeht und entschieden wird. Es ist ein laufendes Verfahren.“

"Unverschuldet" ins Hintertreffen geraten

Der Verein begründete diesen Schritt mit der ungleichmäßigen Anzahl an Spielen in der Tabelle, die nach Vereinsangaben „unverschuldet durch den Rückzug von Preussen Eberswalde II“ in der Hinrunde entstanden sei. Denn während sich Konkurrent Zepernick am 18. Spieltag durch einen 2:0-Auswärtserfolg gegen den SV Rüdnitz/Lobetal an die Spitze setzen konnte, setzte Oberkrämer an diesem Spieltag aus. Eine Woche später begann die Corona-Zwangspause. Gespielt wird nun nicht mehr. Einheit Zepernick hätte laut Spielplan erst am 28. Spieltag ein spielfreies Wochenende gehabt. Demnach hatte das Oberkrämer-Team von Trainer Thomas Czerwionka „zu keiner Zeit die Chance, diesen Nachteil auszugleichen“, hieß es im Statement des SVO.

Dies sei ein „gravierender Fehler bei der Quotientenregelung“, führt der Club an und kann nicht verstehen, wie ein „kompletter 3-Punkte-Abzug bei nichtkompletter Saison“ funktioniere. Ebenso plädiert der Verein für eine andere Auslegung der Quotientenregelung des Deutschen Fußball-Bundes. All diese Punkte würden nach Auffassung des 1. SV Oberkrämer „den Aufstieg rechtfertigen“. Daher hofft der Verein nun, dass „unserem Antrag gefolgt wird. Wir werden weiter für den Aufstieg kämpfen und fühlen uns auch Euch gegenüber dazu verpflichtet“, schreibt der Club in Richtung seiner Fans. Dieser muss nun allerdings darauf warten, wie der Verband entscheidet und ob die gute Statistik der Mannschaft doch noch für den Aufstieg in die Landesklasse reicht.