11. Juli 2019 / 11:01 Uhr

1. VfL Potsdam startet Vorbereitung: Auf der Suche nach neuen Reizen

1. VfL Potsdam startet Vorbereitung: Auf der Suche nach neuen Reizen

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
VfL-Trainer Daniel Deutsch (Mitte) freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Neuzugängen Jan Jochens, Norman Flödl, Josip Šimić und Gabriel Gegerfelt (v.l.n.r.). 
 
VfL-Trainer Daniel Deutsch (Mitte) freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Neuzugängen Jan Jochens, Norman Flödl, Josip Šimić und Gabriel Gegerfelt (v.l.n.r.).    © Julius Frick
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3. Liga Nord: Trainer Daniel Deutsch verpasste den Trainingsauftakt aus gutem Grund, will nach privatem Glück aber auch sportlich positive Schlagzeilen schreiben.

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Bereits am 1. Juli nahmen die Drittliga-Handballer des 1. VfL Potsdam die Vorbereitungen zur neuen Spielzeit auf. Eben jenen Tag wird Trainer Daniel Deutsch in seinem ganzen Leben wohl nicht mehr vergessen - nicht wegen des Auftakttrainings, dass er aus gutem Grund verpasste, sondern weil Töchterchen Sophia das Licht der Welt erblickte und das Glück des 37-Jährigen und seiner Ehefrau Moira perfekt machte. Neben den erfreulichen Nachrichten auf privater Ebene, will Deutsch, der in sein drittes Trainerjahr bei den "Adlern" geht, auch sportlich positive Schlagzeilen schreiben. Am Mittwochabend konnte der VfL-Coach erstmals den gesamten Kader für die Saison 2019/20 begrüßen, inklusive der zwei externen Neuzugänge, und sprach im Nachgang über den jüngsten Nachwuchs, die Sommerpause, den straffen Vorbereitungsplan und eine spannende Liga.

Fotos: Vier Neue beim Vorbereitungsstart der Drittliga-Handballer des 1. VfL Potsdam.

In der Einfeldhalle der MBS-Arena kam am Mittwoch die gesamte VfL-Mannschaft zusammen. Zur Galerie
In der Einfeldhalle der MBS-Arena kam am Mittwoch die gesamte VfL-Mannschaft zusammen. © Julius Frick
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VfL-Trainer Daniel Deutsch über...

…das Vatersein: "Wir haben ein sehr gnädiges und entspanntes Kind und bekommen insgesamt genug Schlaf, ich natürlich noch mehr als meine Frau. (lacht) Insgesamt ist das eine tolle Erfahrung, Sophia ist gesund und wir sind sehr glücklich."

...Gedanken zur letzten Saison in der Sommerpause: "Nicht nur ich, sondern auch die gesamte Mannschaft war nach dem letzten Spiel wohl pessimistischer, als die Saison insgesamt eigentlich war. Wir haben die letzten beiden Saisonspiele verloren, anstelle des möglichen Platz vier sprang letztlich Rang sechs heraus. Ich war daher auch erstmal froh, ein wenig Abstand vom Handball zu nehmen. Maximal drei Wochen später habe ich mir aber schon wieder unsere Spiele angeschaut und diese inhaltlich rekapituliert."

...die Saisonvorbereitung: "Die Jungs haben ihren ersten Leistungstest, wo es um Schnelligkeit, Agilität und Kraft geht, wo wir als Trainerteam einfach schauen können, wo der einzelne Spieler steht. Am Ende der Vorbereitung wird dieser Test noch einmal durchgeführt. Jetzt am Wochenende geht es in das erste Trainingslager nach Trebbin, was schon fast traditionell ist. Dort beschäftigen wir uns das erste Mal fokussiert auf den Ball, werden Übungen mit verschiedenen Inhalten absolvieren. Unser Blitzturnier mit den Füchsen aus Berlin und Empor Rostock am 30. Juli stellt einen Höhepunkt der Vorbereitung dar, zusätzlich nehmen wir auch an Turnieren auf Usedom, wo gleichzeitig unser zweites Trainingslager stattfindet, und in Oranienburg teil. Und Mitte August startet mit dem Spiel gegen Zweitligist Essen in der ersten Runde im DHB-Pokal auch schon die Saison."

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...Ziele in der neuen Saison: "Das ist eine wahnsinnig spannende Frage. Die Leistungsdichte im Handball wird einfach immer größer, auch in der 3. Liga. Als ich selbst als Spieler aktiv war, war die 2. Liga noch zweigeteilt. Jetzt haben wir eine eingleisige 2. Liga, die in den letzten Jahren sogar verkleinert wurde, was bedeutet, dass immer mehr Mannschaften, die in der jüngeren Vergangenheit im Unterhaus aktiv waren, sich in den Dritten Ligen rumtummeln. Hinzu kommt speziell in unserer Nord-Staffel, dass Empor Rostock als Meister den Aufstieg verpasst hat, mit Dessau ein Zweitliga-Absteiger zurückkehrt und mit TuS Vinnhorst und Hamburg-Barmbek zwei finanzstarke Aufsteiger, die sich ebenfalls mit enormer Qualität verstärkt haben, dabei sind. Die Ausgeglichenheit ist definitiv vorhanden, was ich positiv sehe, da auch wir somit jeden Gegner schlagen können. Grundsätzlich fällt es mir zum jetzigen, sehr frühen Zeitpunkt aber schwer, ein konkretes Ziel zu definieren."

...die Kaderverstärkungen: "Wir haben das geschafft, was wir uns vorgenommen haben - die Truppe größtmöglich zusammenzuhalten. Mit Josip Šimić und Jan Jochens stoßen zwei Talente, die sofort voll integriert werden sollen, aus der eigenen Jugend dazu. Wir wissen, was das für Spieler sind, ich erwarte viel von ihnen und sehe großes Potenzial. Jan hat für die deutsche U19-Nationalmannschaft an Lehrgängen teilgenommen und ist als Torhüter in Deutschland die Nummer drei in seinem Jahrgang, Josip war erst kürzlich mit der kroatischen U19-Auswahl unterwegs und darf sich berechtigte Hoffnungen auf weitere Maßnahmen machen. Mit Norman Flödl konnten wir vom HC Elbflorenz einen zweitligaerfahrenen Kreisläufer gewinnen, der uns auch in der Abwehr weiterhelfen wird und mit seinen jetzt 30 Jahren im besten Handball-Alter ist. Für den rechten Rückraum ist Gabriel Gegerfelt eingeplant. Er hat in der schwedischen Jugend-Nationalmannschaft gespielt und somit eine tolle Grundausbildung genossen. Sein Ankommen wollen wir ihm so leicht wie möglich machen."

...die eigene sportliche Entwicklung: "Je länger Trainer und Mannschaft zusammenarbeiten, desto besser kennt man sich und man findet sich schnell in einer Komfortzone wieder. Das ist die größte Gefahr für einen Leistungssportler, das er sich zu wohl fühlt und der Ehrgeiz verloren geht. Da bin ich überhaupt nicht der Typ für und habe dies auch den Spielern so mit auf den Weg gegeben. Ich habe mich mehrfach selbst reflektiert, hole mir auch das Feedback vom Mannschaftsrat ein und führe zudem Einzelgespräche, auch um zu wissen, wie sie beispielsweise die Trainingsinhalte finden. Ich halte sehr viel von meiner Mannschaft, bin aber der Meinung, dass man sich immer verbessern kann, wir noch ein, zwei Schritte gehen können. Der Sport, egal in welchem Bereich, lebt auch von neuen Reizen. Die, die uns weiterbringen, muss ich nun versuchen, rauszufiltern, wobei man die positiven Dinge, die bereits vorhanden sind, nicht vergessen darf."

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