08. Oktober 2019 / 11:00 Uhr

100 Tage mit Oliver Glasner: Das hat sich beim VfL Wolfsburg verändert

100 Tage mit Oliver Glasner: Das hat sich beim VfL Wolfsburg verändert

Alexander Flohr
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL-Cheftrainer Oliver Glasner gibt seiner Mannschaft Anweisungen.
VfL-Cheftrainer Oliver Glasner gibt seiner Mannschaft Anweisungen. © imago images / regios24
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Seit 100 Tagen ist Oliver Glasner schon als Cheftrainer beim VfL Wolfsburg im Amt. Zeit, um ein erstes Resümee zu ziehen. Was hat sich verändert? Wie hat sich der Coach eingelebt? Und was sagen die Spieler über den neuen Trainer?

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Montag erlebte Oliver Glasner seinen 100. Tag als Trainer des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg. Am 30. Juni hatte der Österreicher sein erstes Training in Wolfsburg geleitet. Die VfL-Profis studierten eine völlig neue Taktik ein, waren anfangs noch etwas skeptisch, doch ihr Coach behielt Recht: Die Wolfsburger sind nach 100 Tagen immer noch ungeschlagen. Glasner ist dabei ein wichtiger Faktor, er drehte in seinen ersten Monaten beim VfL viele Steine um.

Das hat sich unter Glasner verändert:

Von Tag eins an war den Fans und Spielern klar, dass die Wolfsburger nicht mehr so spielen wird wie zuvor unter Ex-VfL-Trainer Bruno Labbadia. Glasner, der vom österreichischen Erstligisten Linzer ASK gekommen war, verzichtete sofort auf den gewohnten Ballbesitzfußball und ging über in ein knallhartes Offensivspiel, in dem die VfL-Profis den Gegner früh unter Druck setzen sollen. Auch neu: das System. Von der Viererkette ging es hin zu einer Dreierkette. In den ersten Wochen seiner Amtszeit griff der 45-Jährige zudem zu ungewöhnlichen Trainingsmethoden - auf dem Programm standen unter anderem ein Schubkarrenlauf, "Vier gewinnt" oder ein Spiel auf einem Feld mit 40 kleinen Quadraten.

Mit den Entwicklungen ist Glasner zufrieden: "Es macht mir große Freude, wie die Mannschaft mitzieht. Vor allem bin ich glücklich darüber, dass wir mittlerweile eine gewisse defensive Stabilität haben."

Die Ansätze Glasners fruchteten: Nach sieben Liga-Spielen ist das Team noch immer ungeschlagen und kassierte die wenigsten Gegentore (vier). Dafür gibt's aktuell Platz zwei in der Bundesliga.

Neue Methoden: Mit diesen Übungen fordert Glasner die VfL-Profis

Schladming, VfL Wolfsburg, Trainingslager, Fu§ball, …sterreich, Bundesliga, 07.2019, Saison 2019/20, Zur Galerie
Schladming, VfL Wolfsburg, Trainingslager, Fu§ball, …sterreich, Bundesliga, 07.2019, Saison 2019/20, ©
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Das sagen die Spieler über Glasner:

Mit der Taktik von Vorgänger Labbadia hatte der VfL in der vergangenen Spielzeit großen Erfolg, schaffte am Ende sogar den Einzug in die Europa League. Nicht alle Profis hatten von Beginn an verstanden, wieso ein neues System her muss. Doch mittlerweile haben die Spieler verstanden, was Glasner von ihnen möchte.

Und: Alle Spieler erhalten eine neue Chance vom VfL-Coach. Jeffrey Bruma und Marcel Tisserand saßen zu Beginn der Saison fast nur auf der Bank. Nun haben sie sich festgespielt. Auch Josip Brekalo und Admir Mehmedi boten sich über eine Joker-Rolle an. Glasner gibt jedem Profi im Kader das Gefühl, dass er wichtig ist. So bleiben alle bei der Stange.

VfL-Stürmer Wout Weghorst kommt mit den Neuerungen bereits gut zurecht - in zehn Pflichtspielen sammelte er acht Scorerpunkte. Der Niederländer lobt den neuen Trainer: "Er ist begeistert von Fußball. Wir haben jetzt ein klares System. Die ganze Mannschaft versteht das immer besser." Der Niederländer ist aber vor allem von der Expertise Glasners überzeugt: "Er hat fast immer Recht mit dem, was er uns sagt. Wir sehen, dass es uns viel bringt."

Das ist der VfL-Spielpan für die Hinrunde 2019/20

<b>8. Spieltag:</b> RB Leipzig - VfL Wolfsburg / 19. Oktober (15.30 Uhr) Zur Galerie
8. Spieltag: RB Leipzig - VfL Wolfsburg / 19. Oktober (15.30 Uhr) ©

So hat sich der Trainer eingelebt:

Viel Zeit blieb Glasner in den 100 Tagen nicht, um sich mit der Stadt vertraut zu machen. Der Fußball-Lehrer, der in Fallersleben wohnt, machte dort weiter, wo er in Linz aufgehört hatte - und stürzte sich in die Arbeit. "Ich habe eine sehr schöne Wohnung, in der ich eigentlich nur zum Schlafen bin. Ich habe sehr wenig unternommen. Es ist alles wie zu Hause", sagt Glasner mit einem Schmunzeln.

Rein sportlich gesehen ist Glasner bereits angekommen, er hatte nur eine kurze Eingewöhnungsphase in Deutschland gebraucht. Er redet viel mit seinen Schützlingen und vermittelt seine Inhalte konsequent, aber ohne den Spaß zu verlieren. Im Kader des VfL kommt das gut an.

Eine Sache nervte Glasner trotzdem: "Der einzige Wermutstropfen ist, dass wir einige Langzeitverletzte haben. Von diesen Spielern hatten wir in den ersten Monaten sehr wenig."

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Das erwartet Glasner in den nächsten 100 Tagen:

Die nächsten 100 Tage Glasners werden ereignisreich. Auch, weil schon bald feststeht, wie gut der VfL unter dem neuen Coach wirklich ist. Denn dann stehen die ersten echten Kracher gegen Leipzig, Dortmund oder Leverkusen auf dem Programm.

Hart wird es auch, weil die Belastung für den VfL zunehmen wird. "Nach der Länderspiel-Pause ist das Training quasi gestrichen. Dann haben wir in drei Wochen sieben Spiele", so Glasner. Nach der Hinrunde steht für Glasner das erste Winter-Trainingslager an, Anfang Januar geht es erneut nach Portugal. Danach steht das nächste Zwischenfazit an.

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