09. Juli 2016 / 23:59 Uhr

13:30 Uhr, die Anstoßzeit des Grauens: Hannover 96 muss zum Heimauftakt mittags ran!

13:30 Uhr, die Anstoßzeit des Grauens: Hannover 96 muss zum Heimauftakt mittags ran!

Uwe Janssen
Peiner Allgemeine Zeitung
Der Bundesligist hat gut lachen, der Zweitligist muss erst aufwachen.
Der Bundesligist hat gut lachen, der Zweitligist muss erst aufwachen. © imago/Hübner (Archiv)
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Uwe Janssen, seines Zeichens 50 Prozent des Platzwart-Duos, stellt fest: 13.30 Uhr ist keine Anstoßzeit, das ist wenn überhaupt Aufstoßzeit.

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Jetzt sind wir endgültig angekommen in der 2. Liga. Bis Anfang der Woche sah alles noch ein bisschen nach 1. Liga aus. Eröffnungsspiel am 5. August auf dem sicher vollen Betzenberg in Kaiserslautern, ein Freitagsspiel um 20.30 Uhr, alles wie immer.

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Nun haben die Planer weitergeplant und festgelegt, dass Hannover 96 das erste Heimspiel am 14. August bestreitet. Um 13.30 Uhr. Es ist also wahr, was man sich über die 2. Liga erzählt. Sie spielen mittags.

Eine Katastrophe für den Biorythmus

Sonntags, 13.30 Uhr. Das ist keine Zeit, in der man Fußball guckt. Und für einen Fankörper, der 14 Jahre lang auf die Sonntags-Anstoßzeiten 15.30 und 17.30 Uhr abgerichtet war, ist 13.30 Uhr schon biorhythmisch eine Katastrophe. Unterhaus-Jetlag. Um 13.30 Uhr machen Alte und ganz Junge Mittagsschlaf, Mitteljunge sind nach der durchgemachten Umtz-Umtz-Nacht noch nicht wach, Mittelalte haben mit dem aktiven Verdauungsprozess von Braten und Rotkohl begonnen, wenn das Zeug überhaupt schon ganz drin ist.

13.30 Uhr ist keine Anstoßzeit, sondern eine Aufstoßzeit. Außerdem ist der ZDF-Fernsehgarten noch nicht zu Ende, und man wird kaum damit rechnen dürfen, dass Martin Kind das Sendungsende während der ersten Halbzeit auf den Anzeigetafeln laufen lässt. Das hätte er damals in der 2. Liga mit dem „Internationalen Frühschoppen“ oder dem „Sonntagskonzert“ auch nicht gemacht. Musste er aber auch nicht. Denn damals ging es um 15 Uhr los. Fast wie bei den Großen.

Schlafen in jeder Haltung

Um in den 13.30-Uhr-Risikogruppen nicht zu viele Zuschauer zu verlieren, muss 96 Strategien erarbeiten. Vielleicht darf man sein Mittagessen ja bei Sonntagsspielen mit ins Stadion bringen. Martin Kind lässt auf den Rängen kleine Klapptischchen mit Tellermulden an der Sitzschale des Vordermanns festschrauben. Was die Mittagsschläfer angeht, hat 96 in den vergangenen drei Jahren sehr akribisch vorgearbeitet – der 96-Fan beherrscht den Stadionschlaf quasi in jeder Haltung.

Und am 14. August nach Spielschluss so gegen halb vier ist er dann auch wieder hellwach. Dann fängt Fußball an.

Eigentlich schreibt er ja für den Platzwart. Also er ist der Platzwart. Zumindest die Hälfte von ihm. Hier wollte Uwe Janssen aber mal alleine schreiben. Kann er auch, sagen wir.