06. Januar 2020 / 19:07 Uhr

13 Kilometer: Der PAZ-Cup-Chef läuft mehr als die Spieler

13 Kilometer: Der PAZ-Cup-Chef läuft mehr als die Spieler

Christian Meyer
Peiner Allgemeine Zeitung
Da kam schon wieder ein Lächeln über seine Lippen: PAZ-Cup-Chef Ralf Lüders bei der Siegerehrung.
Da kam schon wieder ein Lächeln über seine Lippen: PAZ-Cup-Chef Ralf Lüders bei der Siegerehrung. © Isabell Massel
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Ralf Lüders hat zwar nicht mitgespielt in der Endrunde der Hallenfußball-Kreismeisterschaft, sein Schrittzähler kletterte trotzdem auf rund 18000 Schritte an. Rund 13 Kilometer sind das, die der Vorsitzende des TSV Eixe bei seiner Premiere als PAZ-Cup-Chef allein am Final-Tag abspulte.

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„Ich glaube, ich war genauso durchgeschwitzt wie die Spieler. Im Bett lag ich wie ein Fels“, sagt Lüders. Im Interview mit PAZ-Sportredakteur Christian Meyer sprach der 51-Jährige über seine Premiere, Walkie-Talkies, Putzhilfen, Lob und Kritik.

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Ralf, ich hoffe, Sie haben im ganzen PAZ-Cup-Stress nicht vergessen, Sonntag Ihrer Ehefrau Ilka zum Geburtstag zu gratulieren?

(lacht). Nein, nein. Ich war am Samstag nach Turnier-Ende und dreistündigem Aufräumen in der Halle gerade noch rechtzeitig vor Mitternacht zu Hause, um Ilka schon zu gratulieren. Am Sonntag haben wir zwar weiter abgebaut, aber abends sind wir zumindest noch zusammen essen gegangen.

Was war am anstrengendsten an Ihrer Premiere als PAZ-Cup-Chef?

Die Endrunde, die war der Hammer. Als ich gegen 11.30 Uhr zur Halle gekommen bin und gesehen habe, dass dort bereits Zuschauer Schlange vorm Eingang standen, war ich ein bisschen geschockt. Kabinen aufschließen, Fragen beantworten, Dinge holen: Während des gesamten Turniers war ich eigentlich nur in Bewegung. Für einen weiteren PAZ-Cup würde unser Verein daher auf jeden Fall Walkie-Talkies anschaffen. Ich habe nicht ein Spiel in Gänze gesehen, nicht einmal das Finale. Am nervigsten war, dass der Schnapper einer Tür am Spielfeldrand kaputt war und sie nach Zweikämpfen ständig aufsprang. Ich weiß nicht, wie oft ich die Tür von der Rückseite wieder verklemmt habe. Sie wird jetzt repariert.

Was war am schönsten?

Ich bin absolut begeistert von meinem Team. Die Helfer haben autark gearbeitet, mitgedacht und sind immer freundlich gewesen. Die Biere waren schnell gezapft, die Mädels im Imbiss-Verkauf haben viel Lob bekommen. Rund 40 Helfer hatten wir im Einsatz. Die brauchten wir auch. Jeder Bereich hatte einen eigenen Abteilungsleiter bekommen, auch das war die richtige Entscheidung. Als Dankeschön werden wir ein großes Helfer-Essen veranstalten.

Was hat Sie am meisten nervös gemacht?

Ganz eindeutig: Die Siegerehrung. Denn ich habe die Umschläge mit dem Geld für die Mannschaften und geehrten Spieler nicht gefunden. Da lief alles rund, und zehn Minuten vor Ende hatte ich große Sorge, dass doch noch etwas richtig schief geht. In der Aufregung hatte ich die Umschläge einfach übersehen, unser Kassierer hat sie gefunden. Da ist mir ein richtiger Brocken vom Herzen gefallen.

Verraten Sie uns doch mal ein paar anschauliche Zahlen, die verdeutlichen, wie groß das Endrunden-Spektakel ist.

Wir haben allein in der Endrunde 13 50-Liter-Fässer Bier ausgeschenkt. Rund 400 Brötchen haben wir geschmiert, es gab 3 Torten und 4 Kuchen. Und Waffeln waren sehr gefragt, es musste ständig neuer Teig nachgerührt werden, 50 Liter waren es am Ende bestimmt.

Die Fans des SV Lengede haben nicht nur gut getrunken und gegessen, sie haben auch Kreppband in Vereinsfarben aus Konfetti-Kanonen geschossen. Ein paar Fanutensilien verfingen sich unterm Hallendach. Wie haben Sie das sauber bekommen?

Da wir ohnehin ein Gerüst in der Halle hatten, mit dem wir die Banner der Sponsoren auf- und wieder abgehängt haben, war auch das kein Problem.

Einige Fans haben sogar beim Aufräumen mitgeholfen. Wie sehr hat Sie das gefreut?

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Das fand ich super. In unserem Verein gab es unterschiedliche Meinungen darüber, ob wir Fan-Utensilien überhaupt zulassen sollen. Doch für mich gehört das zu der guten Stimmung in der Endrunde einfach dazu. Also haben wir es erlaubt, aber unter einer Vorgabe. Die zündende Idee war: Wer Pilsdeckchen oder Kreppband verschießt, muss auch aufräumen. Und das hat funktioniert.

Es gab viel positive Resonanz auf die Premiere des TSV Eixe als Veranstalter der Endrunde. Es gab aber auch Kritik, weil viele Zuschauer am Endrunden-Tag lange vor der Silberkamp-halle für den Einlass warten mussten – manche sogar vergebens. Die Veranstaltung war ausverkauft, Fans mussten nach Hause geschickt werden. Was kann man da besser machen?

Wenig, denn die Silberkamp-halle können wir nicht größer machen. Dass der Vorwurf kam, wir hätten Karten unter der Hand ausgegeben, hat mich schon geärgert, denn das ist Blödsinn. Wir haben jedem Verein der Endrunde 20 Tickets garantiert, um die Chancengleichheit zu wahren und zu garantieren, dass jedes Team zumindest eine Mindest-Unterstützung hat. Für die Sponsoren der Veranstaltung und die PAZ-Mitarbeiter waren 20 Tickets reserviert. Laut Statuten müssen wir zudem 30 Tickets für Schiedsrichter vorhalten, davon sind allerdings nicht alle genutzt worden. Auch der Vorschlag eines Vorverkaufs löst das Problem nicht. Dann stehen die Leute woanders Schlange und wir können ebenfalls nicht garantieren, dass alle in der Schlange noch eine Karte bekommen. Aber: Wir sammeln Ideen zu dem Thema. Unter anderem wurde bereits angedacht, einen großen Bildschirm oder eine Leinwand vor der Halle aufzubauen, damit die Möglichkeit besteht, dort die Spiele zu verfolgen.

Jetzt wissen Sie es ja: Was ist eigentlich anstrengender, der Job als PAZ-Cup-Turnier-Chef oder mit über 50 noch für den TSV Eixe in der Fußball-Kreisliga spielen?

Gute Frage. Die Antwort ist eindeutig: Die Endrunde. Das hat sehr an den Kräften gezehrt und richtig geschlaucht. Sowohl nervlich als auch körperlich.

Titel, Tore, Emotionen: Die Endrunde der Hallenfußball-Kreismeisterschaft in der Peiner Silberkamphalle war ausverkauft.

PAZ-Cup 2019, Hallenfußball Kreismeisterschaft, Silberkamphalle Peine, Endrunde, Foto Isabell Massel Zur Galerie
PAZ-Cup 2019, Hallenfußball Kreismeisterschaft, Silberkamphalle Peine, Endrunde, Foto Isabell Massel ©

Von Christian Meyer