25. Juli 2020 / 05:36 Uhr

130 Jahre Ruppiner Segler-Club Eintracht: Stille Feier zum großen Jubiläum

130 Jahre Ruppiner Segler-Club Eintracht: Stille Feier zum großen Jubiläum

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Der Ruppiner Segler-Club Eintracht wurde vor 130 Jahren gegründet.
Der Ruppiner Segler-Club Eintracht wurde vor 130 Jahren gegründet. © Privat
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Segeln: Am 25. Juli 1890 wurde der RSC gegründet – Geschwaderfahrt zum Geburtstag.

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Das Segeln in Neuruppin hat eine lange Tradition: Schon zu Kaiserzeiten setzten die Segler des Ruppiner Segler-Club Eintracht (RSC) die Segel. Am 25. Juli 1890, also auf den Tag genau vor 130 Jahren, wurde der Verein, welcher einer der ältesten in Ostprignitz-Ruppin und einer der ältesten Segelvereine in ganz Deutschland ist, gegründet. Dass in der Fontanestadt, genauer gesagt auf dem Ruppiner See, dem Revier des RSC Eintracht, seit nunmehr 13 Jahrzehnten Segelsport betrieben wird, darauf sind die Mitglieder spürbar stolz. Den Verein gibt es beispielsweise länger als die Fußballer vom MSV, deren Verein 1919 gegründet wurde.

Die Anfänge der Segler sind sogar auf das Jahr 1874 zurückzuführen, als das erste Segelschiff – eine holländische Tjalk, ein Flachbodenschiff – zu „Lustfahrten“ in Neuruppin einfuhr. Im Laufe der Jahre vereinigten sich dann neun Bootsbesitzer und Wassersportfreunde zur Gründung des „Ruppiner Ruderer- und Seglerclubs“. Im Jahr 1912 trennten sich die Wege der Ruderer von den Seglern – der Neuruppiner Ruderclub gründete sich am 12. März 1912. Aus Rücksicht auf den neuen Club erfolgte die Umbenennung der Seglerclubs in RSC: Ruppiner Seglerclub.

In Bildern: Die Besten der Besten: Sportler des Jahres 2019 in Ostprignitz-Ruppin geehrt.

In Neuruppin kam die Sportprominenz aus Ostprignitz-Ruppin zusammen. In insgesamt sechs Kategorien zeichnete der Kreissportbund seine Sportler des Jahres 2019 aus. Zur Galerie
In Neuruppin kam die Sportprominenz aus Ostprignitz-Ruppin zusammen. In insgesamt sechs Kategorien zeichnete der Kreissportbund seine Sportler des Jahres 2019 aus. © Marius Böttcher

Dem Verhältnis geschadet hat dieser Schritt aber bis heute nicht, wie Kay Späth verrät: „Mit allen Wassersportvereinen der Region pflegen wir sehr gute Kontakte, es gibt kein Prestige-Denken. Im letzten Jahr gab es ja sogar einen gemeinsamen Wassersporttag.“ Erst im März diesen Jahres löste der 46-Jährige Egbert Simons als Vorsitzenden beim RSC ab, verbunden ist er der gebürtige Neuruppiner dem Verein aber bereits seit 1980: „Meine Eltern waren hier und haben mich immer mitgenommen. Nun habe ich die Möglichkeit erhalten, diesen tollen Verein zu führen.“

Obwohl Kay Späth erst seit wenigen Monaten im Amt ist, weiß er über die Historie und prägenden Persönlichkeiten Bescheid. Die sportlichen Aktivitäten während der Weltkriege waren zwar eher bescheiden und zwischen 1945 und 1949 wurde es auch sehr ruhig, den Ruppiner Segler Club brachte aber selbst der stärkste Wind in den letzten 130 Jahren nicht zu Fall – zur Pfingstregatta 1939 zählte man anlässlich der 700-Jahr-Feier der Stadt Neuruppin sage und schreibe 238 Boote auf dem Ruppiner See. Von solch einem Andrang ist man heute weit entfernt, dennoch läuft es beim RSC intakt, was auch an den Aufschwung nach der Wende liegt.

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„Unter Bernd Steinberg wurde in den 90er-Jahren das Vereinshaus saniert, 2007 die Steganlage gebaut. Und im letzten Jahr haben wir im Mai unsere Krananlage erhalten“, erklärt Späth. Derzeit hat man keine Bootsliegeplätze mehr anzubieten, die Mitgliederzahl steigt ebenfalls rapide an: „Wir sind aktuell knapp 100, dazu kommt noch eine Jugendgruppe mit etwa 25 Personen. Wir sind auch dabei, uns zu verjüngen. Das haben meine Vorgänger bereits in die Wege geleitet.“

Statt einer Party auf dem Gelände an der Regattastraße anlässlich des Jubiläums – so wie ursprünglich geplant – legt der RSC am Samstag gegen 11 Uhr zur Geschwaderfahrt ab. „Wir wollen den See runterfahren, danach isst jeder auf seinem Boot Kuchen. Es wird nur eine stille Feier. Aber der nächste Geburtstag wird sicherlich kommen.“