28. Mai 2019 / 11:15 Uhr

Koffer gepackt, Lauf gesucht: Nadine Lofski gewinnt den 14. Wennigser Cruising-Lauf

Koffer gepackt, Lauf gesucht: Nadine Lofski gewinnt den 14. Wennigser Cruising-Lauf

Norbert Fettback
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die letzten Meter: Nadine Lofski vor der Ziellinie des Fünf-Kilometer-Wettbewerbs, bei dem sie die schnellste Frau war.
Die letzten Meter: Nadine Lofski vor der Ziellinie des Fünf-Kilometer-Wettbewerbs, bei dem sie die schnellste Frau war. © Norbert Fettback
Anzeige

So ein Heimaturlaub ohne Bewegung ist ja auch nichts. Also hat Nadine Lofski, die aus Wunstorf stammt, ihre Rückkehr in die Region mit der Teilnahme am Fünf-Kilometer-Lauf beim 14. Wennigser Cruising-Lauf verbunden - und sich den Sieg gesichert. Bei den Männern hatte Robin Eckert die Nase vorn.

750 Kilometer Anreise, um ein Wettrennen über fünf Kilometer zu gewinnen? Hinter Nadine Lofski liegt so ein Parforceritt: von Baden in der Schweiz bis nach Wennigsen am Deister. Dort hat die 30-Jährige, in der hiesigen Laufszene eine gute alte Bekannte, am Sonnabend in 18:26 Minuten auf die Schnelle Nägel mit Köpfen gemacht und sich den Sieg geholt. Am Tag darauf ging es schon wieder zurück Richtung Zürich. Eine Geschichte wie diese zeigt: Es hat sich herumgesprochen, dass es sich lohnt, zu diesem Wettkampf nach Wennigsen zu reisen.

Anzeige

Ohne Laufen geht es nicht

Auch wenn Lofski – sie absolviert in Baden ihre Facharztausbildung zur Kinderärztin, stammt aus Wunstorf und war für einige Tage auf „Heimaturlaub“, wie sie sagt – nicht unbedingt den Cruising-Lauf im Hinterkopf hatte, als sie in der Schweiz ihren Koffer packte. Kam angekommen in Wunstorf, habe sie sich jedoch nach Wettkämpfen in der Region umgeschaut. Und stieß dabei auf Wennigsen. „Da habe ich mir gesagt: Diesen Lauf nehme ich mit.“

168 weitere Frauen und Männer waren der gleichen Meinung – das Rennen über fünf Kilometer, was zwei Runden auf dem Kurs durch das Ortszentrum entsprach, hatte den größten Zuspruch bei der „Nacht von Wennigsen“. Auch der Sieger bei den Männern kam vom TuS Wunstorf, und Robin Eckert (17:39) setzte sich auch ähnlich klar durch wie Lofski.

Anzeige

Bilder vom 14. Wennigser Cruising-Lauf

Ehre, wem Ehre gebührt: Heike Zündorf vom Organisationsteam zeichnet junge Läuferinnen aus.  Zur Galerie
Ehre, wem Ehre gebührt: Heike Zündorf vom Organisationsteam zeichnet junge Läuferinnen aus.  ©

Der kleine Unterschied: Eckert hatte von einem befreundeten Läufer einen heißen Tipp bekommen. „Rene Menzel, der hier zu Hause ist, hatte mir den Lauf empfohlen“, sagte der 27-Jährige, der erstmals in Wennigsen startete. Und der so viel Gefallen daran fand, dass er nach den fünf Kilometern nur eine halbe Stunde später auch noch zum Rennen über die doppelt so lange Distanz antrat und hier Platz drei belegte.

Unterstützung verleiht Flügel

„Mir hat es sehr viel Spaß gemacht“, sagte Eckert. „Die Stimmung war einfach super.“ Bei seinem Doppelstart ließ er sich davon beflügeln. Die abschließenden zehn Kilometer, für die der Startschuss um 21 Uhr fiel, wollte er eigentlich in „rund 35 Minuten“ schaffen. Im Ziel zeigte die Uhr für ihn 34:08 an. Und das bei einem Kurs, der nicht ohne ist. „Hier und da ein bisschen wellig“, so Eckert, „und Passagen mit Kopfsteinpflaster gibt es auch.“ In solchen Momenten verleiht dann die Unterstützung am Streckenrand Flügel, und daran fehlte es in Wennigsen nicht.

Zwei andere waren noch um einiges schneller. David Brecht (31:05 Minuten) von der LG Braunschweig und Vorjahressieger Raoul Jankowski (31:11) von Hannover Athletics liefen lange Zeit Seite an Seite weit vornweg und konnten sich über ein klasse Ergebnis beim zwölften Rennen der „Laufpass“-Serie freuen.

Mehr über den Laufpass

Erst zum Schluss, bei Einbruch der Dunkelheit, setzte sich Brecht ein wenig ab, holte sich den Sieg und 25 Punkte für das SPORTBUZZER-Ranking. Bei den Frauen hatte Saskia Pingpank (VfL Eintracht Hannover, 39:27) alles im Griff. Angefeuert von den Eltern setzte sich die 20-Jährige vor Lena Sommer (Hannover 96, 40:23), der Gewinnerin vom Vorjahr, und Mandy Krause (Rot-Gold Lehrte, 42:34) durch.

Spendenlauf sorgt für Stimmung

Vor den Erwachsenen hatte die Kinder ihren großen Auftritt. Ob über 900 Meter oder 2,5 Kilometer: Es gab große Starterfelder bei den Jüngsten und riesige Begeisterung vor allem auf der Hauptstraße, wo sich Start und Ziel befanden. Für zusätzliche Stimmung sorgte ein Spendenlauf (eine Runde, ohne Zeitmessung), bei dem allein das Dabeisein zählte. Er war dem im Dezember 2018 im Alter von 86 Jahren verstorbenen Ernest Radulian gewidmet, der als Trainer die Leichtathletik am Deister geprägt hatte.

Sein Werk ist bei der SG Bredenbeck-Holtensen anscheinend in guten Händen. Zum zweiten Mal trat der Verein bei der 14. Auflage des Cruising-Laufs als Veranstalter in Aktion. Und zu hören gab es bei Aktiven und Zuschauern viel Lob und Anerkennung. Heike Zündorf vom Organisationsteam mit mehr als 60 Helfern konnte sich mit nahezu 900 Anmeldungen für die sieben Läufe über das zweitbeste Ergebnis in all den Jahren freuen. „Der Zuspruch und die Stimmung an der Strecke haben unseren Einsatz belohnt“, sagte sie. „Wir sind absolut zufrieden.“


Bewegtbilder vom 14. Wennigser Cruising-Lauf

Das traf am Sonntag dann auch auf die Verantwortlichen des TSV Neustadt zu. Beim 8. Stadtlauf überquerten in den sieben Rennen insgesamt 871 große und kleine Sportler die Ziellinie – ein weiterer Sprung nach vorn im Vergleich zum Vorjahr. Im Hauptrennen über zehn Kilometer gab es durch Fabian Hartig (33:49) ebenfalls einen Braunschweiger Sieger.

Bemerkenswert: Platz zwei holte sich Andreas Solter (LAC Langenhagen, 34:16), obwohl ihm vom Vortag noch der „Lauf zwischen den Meeren“ in den Beinen steckte. Dieser Staffelwettbewerb, bei dem Solters Team nach 6:02 Stunden Sechster wurde, führt über 96 Kilometer von Husum an der Nordsee zum Ostseeort Damp. Bei den Frauen sammelte in Neustadt Lisa Huwatscheck (Hannover 96, 40:13) als Schnellste 25 Punkte für das SPORTBUZZER-Ranking.