12. Januar 2021 / 15:13 Uhr

15-Jähriger trainiert mit RB Leipzigs Profis: Wer ist eigentlich Sidney Raebiger?

15-Jähriger trainiert mit RB Leipzigs Profis: Wer ist eigentlich Sidney Raebiger?

Antje Henselin-Rudolph / Bjarne Johannsen-Schmidt
Leipziger Volkszeitung
Sidney Raebiger gehört zum Kader von RB Leipzigs U17.
Sidney Raebiger gehört zum Kader von RB Leipzigs U17. © imago images/motivio
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Steht der nächste Youssoufa Moukoko schon in den Startlöchern? Bei RB Leipzig trainiert aktuell ein 15-jähriges Talent gemeinsam mit Emil Forsberg, Dani Olmo und Kollegen mit. Coach Julian Nagelsmann bescheinigt Sidney Raebiger großes Potential, tritt aber dennoch auf die Bremse.

Leipzig. Sein Name ist Sidney Raebiger. Geboren am 17. März 2005 und mit 15 Jahren das Toptalent im Bullenstall. Aktuell trainiert der zentrale Mittelfeldspieler bei RB Leipzigs Profis unter Julian Nagelsmann mit. Der lobt den sehr jungen Mann in den höchsten Tönen. „Er ist ein großes Talent. Gerade was die Körperlichkeit und die Athletik angeht, wird er noch Zeit brauchen. Aber er hat eine große Gabe und viel Potential“, so der Coach des aktuellen Bundesliga-Zweiten.

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Jugendfördervertrag unterschrieben

Dass Raebiger mit derzeit mit Emil Forsberg, Dayot Upamecano und Dani Olmo auf dem Platz stehen darf, hat er, so paradox es klingt, der Corona-Pandemie zu verdanken. „Grundsätzlich ist es ja so, dass alle Jugendspiele nicht stattfinden“, so Nagelsmann „Da ist es dann natürlich ein idealere Zeitpunkt, Spieler wie Sidney zu testen. Gerade jetzt in den Wochen, in denen wir normal trainieren können.“

DURCHKLICKEN: Diese RB-Talente schafften den Sprung

<b>Alexander Sorge:</b> Jahrgang 1993; aktuell Türkgücü München. Zur Galerie
Alexander Sorge: Jahrgang 1993; aktuell Türkgücü München. ©

Dass es diesen besonderen Kicker im Nachwuchsleistungszentrum der Roten Bullen gibt, hat sich längst bis zu den ganz großen der Branche herumgesprochen. Schon in der U13 hielt sich lange das Gerücht, der FC Barcelona sei an dem Toptalent interessiert. In der Regel kommen derartige Gerüchte in den ganz jungen Jahren der Spieler eher über das private Umfeld der Kinder an die Öffentlichkeit und sind oft mehr Wunschdenken als Realität. Der U16-Nationalspieler ist aber nach wie vor bei RB Leipzig, obwohl es immer wieder und oftmals Abwanderungsgedanken gab.

Die Beharrlichkeit und Kontinuität seit 2017 am Cottaweg zu spielen, scheint sich nun aber auszuzahlen. Seinen ersten Jugendfördervertrag durfte der aus Mittelsachsen stammende eher zierliche Spielmacher offiziell erst im vergangenen Sommer unterschreiben. RB kümmerte sich natürlich schon im Vorfeld des Vertrages intensiv um das Ausnahmetalent und lies Raebiger schon frühzeitig mit älteren Spielern trainieren und spielen. Offiziell gehört der Kicker zum Kader der U17 von Trainer Tim Krömer.

"Der wird jetzt erstmal bei uns bleiben"

Die Einheiten unter Julian Nagelsmann sind nun der nächste Höhepunkt. Verdient hat er sich den durch seine eigene Leistung. „Er ist ein ganz feiner Kerl, der zuhört, der sich verbessern will, der so gut wie ich ihn kenne, auch das Herz am rechten Fleck hat“, sagt der RB-Coach über den 15-Jährigen. „Auch für sein Verhalten im Internat bekommt er nur Top-Kritiken. Dann hat es so ein Spieler auch mal verdient, bei uns zu trainieren. Er ist ein großes Talent. Wir trauen ihm in der Zukunft viel zu.“ Wie die genau aussieht, entscheidet vor allem an Raebiger selbst, sagt Nagelsmann. „Natürlich ist er noch sehr jung. Es liegt am Ende des Tages an ihm, was er aus seinem Potential macht und wie er den Weg weitergehen will in Richtung Profifußball oder auch nicht.“

Dass bereits blutjunge Kicker den Weg zu den „Großen“ erfolgreich gehen können, hat jüngst Borussia Dortmunds Youssoufa Moukoko eindrücklich bewiesen. Lionel Messi war sogar erst 13 Jahre alt, als ihn ein Jugendtrainer des FC Barcelona entdeckte und dem Vernehmen nach so begeistert vom Argentinier war, dass er ihn einen Vertrag auf einer Serviette unterschrieben ließ. Dass viel Talent und Potential allein kein Garant für eine große Karriere sind, zeigt das Beispiel von Sinan Kurt. Der durchlief alle U-Nationalmannschaften des DFB, wechselte noch im Junioren-Bereich von Borussia Mönchengladbach zu Bayern München, schaffte dort aber nie den Sprung zu den Profis. Nach über einem Jahr ohne Verein spielt der 24-Jährige inzwischen in der Regionalliga West beim SV Straelen. Ähnliche Fälle gibt es zuhauf, auch bei RB selbst. Marcel Becher (23) kickt mittlerweile beim FC Lößnitz in der Sachsenliga. Er war als 15-Jähriger vom FC Erzgebirge Aue an den Cottaweg gewechselt. Felix Beiersdorf (22) spielt mittlerweile für den LSV Südwest in der Landesklasse.


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Mit und für Sidney Raebiger soll das anders laufen. Abseits der Auswirklungen der Corona-Pandemie dürfte Julian Nagelsmann ihn auch deshalb schon so früh unter seine Fittiche nehmen. Denn so schnell wird nicht Schluss sein für den 15-Jährigen bei den Profis. „Der wird jetzt erstmal bei uns bleiben“, stellt der RB-Coach klar. „Solange wir normal trainieren und wir ihn auch bewerten und begutachten und entwickeln können, werden wir das nach bestem Wissen und Gewissen auch tun.“