22. Juni 2020 / 12:08 Uhr

15 Teams: Nordsachsenliga wird nun doch aufgestockt

15 Teams: Nordsachsenliga wird nun doch aufgestockt

Steffen Enigk
Leipziger Volkszeitung
Der Oschatzer Peter Gärtner (Nr. 8) behauptet den Ball im Spiel gegen den SV Pressel.
Der Oschatzer Peter Gärtner (Nr. 8) behauptet den Ball im Spiel gegen den SV Pressel. © Gerhard Schlechte
Anzeige

Der Nordsächsische Fußballverband lässt Oschatz als zweiten Aufsteiger zu. Grün-Weiß Selben darf dadurch in die Kreisliga nachrücken.

Anzeige

Nordsachsen. Die quälende Ungewissheit ist vorbei, das lange Zittern Erleichterung gewichen: Der FSV Oschatz darf künftig in der Fußball-Nordsachsenliga spielen. „Es ist schön, dass meine Jungs für ihre starke Saison doch noch belohnt worden sind“, sagte Trainer Steffen Wiesner, der nach der erlösenden Nachricht sofort seine Spieler um Kapitän Sirko Zoike informierte. „Wir haben nach dem Training dann gleich ein Bierchen getrunken.“

Der FSV war in der Kreisliga wegen des schlechteren Punktquotienten nur Zweiter hinter Delitzsch II geworden. Der Nordsächsische Fußballverband (NFV) hatte dem Oschatzer Aufstiegsantrag nach reiflicher Überlegung schließlich stattgegeben. „Anspruch darauf hatte der Verein nicht, aber wir haben den nachvollziehbaren Belangen der Oschatzer Rechnung getragen“, sagte Spielausschuss-Vorsitzer und NFV-Vizepräsident Volkmar Beier.

Denn vor der Saison konnten die Döllnitzstädter davon ausgehen, auch als Zweiter aufzusteigen. Der NFV hatte nach dem coronabedingten Abbruch aber bekanntgegeben, dass nur der Tabellenerste aufsteigt. Nun also die Kehrtwende. „Die Entscheidung ist vertretbar, war aber schwierig für uns“, sagte Beier, „weil viele Vereine und auch die unteren Ligen betroffen sind.“

„Verband sehr dankbar für die Entscheidung“

Nach dem Votum für Oschatz wird die Nordsachsenliga auf 15 Mannschaften aufgestockt. Heißt: Es müssen vier Spieltage mehr ausgetragen werden. Heißt auch: Die Termine für den Kreispokal werden knapp. „Wir werden voraussichtlich auch am Buß- und Bettag und im Winter Pokalspiele ansetzen“, so Beier. Weitere Konsequenz: Die plötzlich nur noch 13 Teams umfassende Kreisliga muss aufgefüllt werden. Erster Nachrücker ist der West-Zweite Grün-Weiß Selben als quotientenbester Kreisklasse-Vertreter hinter den beiden Staffelsiegern. Selben darf nun in die Kreisliga, wenn der Verein denn will.

Doch zurück nach Oschatz, wo natürlich gejubelt wurde. „Wir sind dem Verband sehr dankbar für diese Entscheidung“, bekannte Coach Wiesner. Für kommenden Freitag haben Team und Vorstand eine kleine interne Abschlussfete im Stadion angekündigt, zur offiziellen Saisoneröffnung (Termin noch offen) soll dann groß mit Sponsoren und Fans gefeiert werden, wenn die Pandemie-Bestimmungen das hergeben.

Mehr zu Nordsachsen

Wichtiger jedoch: Der FSV kann nun konkret für die höhere Liga planen. Ein Neuzugang steht bereits fest: Nico Köppe vom Kreisligisten SV Merkwitz trainiert schon mit, er gilt als Alternative für die linke Außenbahn. Fast einig ist sich Wiesner mit einem Verteidiger („Ein junger Mann vom einem Kreisoberligisten“), der die mitunter schwächelnde Abwehr stabilisieren soll. Außerdem hätte der Trainer gerne noch einen zweiten guten Torwart hinter Stammkeeper Dominik Ferl.

Vier Testspiele im August

Priorität in der neuen Saison habe natürlich der Klassenerhalt, Wiesner hofft jedoch auf einen sicheren Mittelfeldfeldplatz. Dass sein Team mithalten kann, bewies es schon bei Testspielen im vergangenen Winter, als es gegen den späteren Nordsachsenliga-Champion Hartenfels Torgau ein 4:4 und gegen den Muldental-Kreisoberligisten Roßwein ein 3:3 gab.

Nach einer vierwöchigen Sommerpause wird der FSV in der zweiten Juli-Hälfte in die Vorbereitung einsteigen und im August vier Tests bestreiten – gegen Wiederitzsch (Stadtklasse Leipzig), Burkartshain (Kreisoberliga Muldental), Tapfer Leipzig und Hartenfels Torgau (beide Landesklasse Nord). Dabei geht das Team stets auf Reisen. „Im nächsten Winter kommen diese Mannschaften dann nach Oschatz zu Tests auf unserem Kunstrasen“, erklärt Steffen Wiesner.

Aufstieg wichtig für die Region

Der Coach hofft in der Nordsachsenliga, die ab dem 5. September wieder um Punkte kämpft, auch auf mehr Zuschauer – und freut sich besonders auf die Derbys gegen Wermsdorf, Mügeln und Dahlen: „Das ist ein Traum, das werden Kracher, dafür lebt man als Fußballer.“

FSV-Präsident David Hagemeister ist froh darüber, dass sein Verein „nach vielen mageren Jahren die sportliche Trendwende geschafft“ hat und bezeichnet den Aufstieg als wichtig für die Region, die Stadt Oschatz und auch den eigenen Nachwuchs. „Unsere Talente bestimmen bereits seit einiger Zeit das Niveau in Nordsachsen mit und haben jetzt wieder Vorbilder und eine bessere Perspektive bei den Männern.“