19. Juni 2021 / 18:26 Uhr

17:0! BSG Chemie Leipzig fährt Kantersieg gegen Zeitz ein

17:0! BSG Chemie Leipzig fährt Kantersieg gegen Zeitz ein

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Torfestival von Chemie Leipzig: Die Gäste aus Zeitz waren chancenlos.
Torfestival von Chemie Leipzig: Die Gäste aus Zeitz waren chancenlos. © Alexander Prautzsch
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Freundschaftskick und Hitzeschlacht: Die BSG Chemie Leipzig hat vor über 300 Zuschauern im heimischen Alfred-Kunze-Sportpark den 1. FC Zeitz 17:0 abgeschossen. Nebenbei gingen für gleich mehrere Spieler Kindheitsträume in Erfüllung.

Leipzig. Erster Testauftritt der BSG Chemie: 17 Tore im Glutofen Alfred-Kunze-Sportpark, 324 (nicht zahlende) Zuschauer, jede Menge schöner Treffer, ein bedauernswerter Gegner aus Zeitz, der trotzdem die 90 Minuten genoss, so gut es eben ging.

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Doch vor der Statistikpflicht zu den schönen Dingen des Lebens. Für gleich mehrere Spieler gingen Kindheitsräume in Erfüllung. Da wären zunächst Ben (18)und Max (22) Keßler, die beiden Brüder aus Grimma. Max hatte sicherlich seinen Anteil daran, dass sein dreieinhalb Jahre jüngerer Bruder Ben nun auch nach Leutzsch kam. Beide kickten erstmals zusammen in einer Mannschaft, was im Nachwuchs aufgrund des Altersunterschiedes nie möglich war. Beide waren happy: „Ein echt geiles Gefühl, das habe ich nicht so schnell erwartet, dass das wahr wird“, strahlte Max, der nun in sein viertes Jahr bei der BSG geht. „Kann nicht jeder von sich behaupten, mal mit seinem Bruder in einer Mannschaft gespielt zu haben“, ließ sich Abwehrrecke Ben entlocken. Der andere Glückspilz heißt Steven Nietzold (19), spielt in Zeitz und war im Alter von zarten sieben Monaten erstmals im Alfred-Kunze-Sportpark zugegen.

Durchklicken: Die Bilder vom ersten Testspiel der Leipziger BSG

Torfestival der BSG Chemie Leipzig: Die Gäste aus Zeitz bleiben beim Testkick ohne Treffer. Zur Galerie
Torfestival der BSG Chemie Leipzig: Die Gäste aus Zeitz bleiben beim Testkick ohne Treffer. ©

Sein Vater Steffen, stolzer Beobachter des Spieles und seit den 80er Jahren eiserner Chemie-Fan im Fanclub „Green Devils“ Altenburg, nahm ihn seinerzeit mit auf den Norddamm. Seither ist Steven Fan und konnte seinem ersten Auftritt als Spieler im AKS kaum erwarten: „Das war schon etwas besonderes, klar war ich aufgeregt“, erzählte er stolz nach dem Spiel unter dem Nicken des noch stolzeren Papas, der seit dem Morgen in glühender Hitze auf den Knien liegend mit 15 anderen Hartgesottenen die Umrandung des neuen Kunstrasenplatzes gepflastert hatte. Sein Auftritt begann zur Halbzeit und endete zehn Minuten vor dem Ende, nachdem er mit der eisernen Figur von Gegenspieler Manuel Wajer Bekanntschaft gemacht hatte.

Dauerkartenbesitzer kostenfrei im AKS

Zum Spiel: Gegen den vier Klassen tiefer spielenden Gegner aus der Landesklasse Sachsen-Anhalt konnten eigentlich nur die Stürmer glänzen, denn defensiv wurde Chemie – erwartbar – kaum gefordert. Zweimal schossen die Gäste auf das Tor. Nicht alles klappte, Stockfehler und ungenaue Anspiele gab es natürlich nach nur einer Woche konzentriertem Training.

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Zu erwähnen sind zumindest die schönsten Tore: die Fernschüsse von Horschig und Wendschuch, die zu Toren führten sind ebenso aufzuführen wie das 10:0 durch Luis, dem eine Seitenverlagerung Wajers und eine sehr schön getimte Flanke vor der Abwehr von Surek vorausging. Nach dem Spiel gab es reichlich Beifall der 324 Fans, die eingelassen worden waren. Weil noch kein bestätigtes neues Hygienekonzept vorlag, ließ Chemie die Dauerkartenbesitzer der letzten Saison kostenfrei hinein, um wenigstens eine Geste des Dankes an die Geduld der Treuesten der Treuen zu richten.

Begeisterung trotz Packung

Nicht dabei waren die Routiniers Stefan Karau (Urlaub) und Benny Boltze, der nach seiner zweiten Impfung am Donnerstag einige Folgen spürte und vorsichtshalber aussetzte. Flo Kirstein ist in zwei Wochen soweit, wieder ins Spielgeschehen eingreifen zu können. Trainer Miro Jagatic zeigte sich zufrieden: „Schön, dass wir wieder spielen konnten. Die Temperaturen waren extrem, dafür haben wir es gut gemacht. Das gibt vor allem Selbstvertrauen für die Stürmer!“

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Einer war am Ende trotz der Packung trotzdem begeistert: Oliver Tille, Vereins-Historiker der Zeitzer. Er zog mit einem signierten Trikot der Leipziger Chemiker von dannen und wünschte sich vor allem eines: „Dass wir uns bald im Rückspiel wieder sehen!“ Immerhin feiert Zeitz in diesem Jahr 100 Jahre Stadion am Tiergarten Zeitz. Am liebsten mit dem großen Namensvetter aus Leipzig-Leutzsch.

BSG: 1:0 Bury (8.), 2:0 Mvibudulu (10.), 3:0 Bury (21.), 4:0 Surek (29.), 5:0 Horschig (34.), 6:0 Bury (37.), 7:0 Jäpel (40.), 8:0 Müller (43.), 9:0 Jäpel (45.), 10:0 Luis (49.), 11:0 Surek (52.), 12:0 Luis (60.), 13:0 Eigentor Eiteljörge (67.), 14:0 Wendschuch (68.), 15:0 Wajer (75.), 16:0 Jäpel (82.), 17:0 Mvibudulu (89.).

Bellot, Müller, B. Keßler, Horschig, Surek, M. Keßler, Kanther, Brügmann, Bury, Jäpel, Mvibudulu (eingewechselt: Janke, B. Schmidt, Wajer, Reinhardt, Wendschuch, Wendt, Luis).

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