19. Dezember 2017 / 06:11 Uhr

17 Spieltage, 10 Geschichten: Die Bundesliga-Hinrunde im Überblick

17 Spieltage, 10 Geschichten: Die Bundesliga-Hinrunde im Überblick

Udo Muras
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski liefern sich ein spannendes Duell um die Torjägerkanone.
Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski liefern sich ein spannendes Duell um die Torjägerkanone. © imago
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Die Bundesliga ist ein Wettbewerb, in dem 18 Mannschaften hinter dem Ball her laufen und bei dem schon nach der Hinrunde alle wissen: Am Ende gewinnen wieder die Bayern. Zumal nach dieser Halbserie nichts gegen diese These spricht. Die Münchner sicherten sich zum siebten Mal in Folge und zum 23. Mal überhaupt den Herbstmeistertitel.

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Was bleibt von dieser Hinrunde in der Fußball-Bundesliga? Wir haben Rekorde, Kuriositäten und Auffälligkeiten gesammelt.

Kurioserweise sicherte sich der FC Bayern München diesen Titel mit dem größten Vorsprung der Geschichte (elf Punkte – wie 2014/2015), obwohl sie statistisch ihr schwächstes Jahr seit 2011/2012 spielen und irgendwann im Herbst in Carlo Ancelotti ein großer Trainername auf der Strecke blieb. Aber nach dem Italiener übernahm Jupp Heynckes – und alles wurde wieder gut – aus Bayern-Sicht.

Ein Blick auf die Merkwürdigkeiten der Bundesliga-Hinrunde

Die Verfolgerchen: Im Vorjahr noch war RB Leipzig der beste Tabellenzweite der Ligageschichte. Diese Saison liefert das Kontrastprogramm: So stolz der FC Schalke 04 auf Platz zwei sein darf, 30 Punkte haben dafür noch nie gereicht. Leverkusen (31 Punkte) ist seinen 17 Jahre alten Rekord los. Dass die Teams von Platz drei bis sechs punktgleich sind (je 28), gab’s auch noch nie.

Das Trainerkarussell: Obwohl es sich im Dezember noch etwas schneller drehte, sind fünf Entlassungen ein spürbarer Rückgang zum Vorjahr (sieben). Aber erstmals in 55 Bundesliga-Jahren feuerten Bayern und Dortmund ihre Trainer vor Weihnachten. Was dazu führte, dass Jupp Heynckes als erster Trainer viermal bei einem Klub landete (Bayern) und der Erste ist, der als Spieler und Trainer 500 Bundesliga-Spiele gewann.

Die Elfmeterflut: Lag es an der Einführung des Videobeweises? Gleich 57-mal zeigten die Schiedsrichter auf den Punkt, zuweilen erst auf Zuruf aus der Kölner Videozentrale. Das ist eine Steigerung um 39 Prozent und der höchste Wert seit 32 Jahren, als es einen mehr gab. Besonderen Anteil hat daran der 1. FC Köln, der gleich acht Strafstöße verursachte, die alle drin waren. Schalke erhielt die meisten (6), die Schützen trafen immer. Die allgemeine Treffsicherheit stieg von 62,4 auf phänomenale 82,46 Prozent. Das ist der drittbeste Wert überhaupt und der beste seit 1993/1994.

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Die neue Unentschiedenheit: Remis sind, seit es für Siege drei Punkte gibt, oft gefühlte Niederlagen. Und doch haben sie Hochkonjunktur: schon 45 – Höchstwert seit 2009/2010. Einen Riesenanteil daran hat der VfL Wolfsburg (10), der gleich sieben aneinanderreihte und Waldhof Mannheims Rekord von 1985 (acht) nur knapp verfehlte. Sogar das 4:4 (Hannover – Leverkusen und Dortmund – Schalke) kam in dieser Hinrunde schon zweimal vor (wie zuletzt 1978/1979).

Ewige Torrivalen: Am letzten Spieltag der Hinrunde fiel der Saisonrekord (36 Treffer), der Torschnitt pro Spiel wurde noch auf 2,77 getrieben. Eine Verbesserung gegenüber 2016 (2,66). Im Kampf um die Torjägerkanone liegen zum dritten Mal in Folge Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang vorn, erstmals aber führt der Pole zur Halbzeit. Trost für den Gabuner: Mit 98 Toren ist er nun Rekord-Afrikaner der Bundesliga.

Bremens Verwandlung: Tore satt – dieses Motto gehört seit Jahrzehnten zur DNA von Werder Bremen. Manchmal auch auf der falschen Seite. Im Vorjahr waren die Werder-Spiele noch die torreichsten (3,67) – plötzlich sind sie die torärmsten (1,94). Gebracht hat der Rückzug auf die Defensive nichts, Werder spielt die schlechteste Vorrunde der Vereinsgeschichte.

Osako ist der Seuchenvogel

Kölns annus horribilis: Erst im letzten Spiel kam der 1. FC Köln zu einem Sieg. Wenigstens diesen Minusrekord verhinderte der erste Meister der Fußball-Bundesliga, Nürnberg (2013/2014 mit siegloser Hinrunde) behält ihn. Aber sechs Punkte auf halber Strecke sind die wenigsten, seit es drei für einen Sieg gibt (gleichauf mit Hertha BSC 2009/2010). Auch hatte kein Letzter seit 1995/1996 je einen größeren Rückstand zum rettenden Ufer. Statistisch steht der Abstieg also fest ...

Kölns Japaner Yuya Osako ist zudem der Seuchenvogel der Saison: Keiner spielte öfter, ohne zu siegen (13-mal).

Wilde Leipziger: Es gab nur 23 Platzverweise (statt zuvor 35) – trotz oder wegen des Videobeweises? Sieben Mannschaften haben noch gar kein Rot gesehen. Am häufigsten flogen die – na logisch – „Roten Bullen“ (vier) vom Platz. In der kompletten vergangenen Saison hatten sie nur zwei Platzverweise.

Zuschaueranstieg: Die Aufsteiger sorgten für die höchsten Zuschauerzahlen seit sieben Jahren und einen Anstieg des Schnitts pro Spiel von 41 125 auf 44 335. Die Stadien von Hannover und Stuttgart sind eben deutlich größer als die der Absteiger Ingolstadt und Darmstadt 98. Immer ausverkauft seit Januar 2007: die Münchner Allianz-Arena. Dortmund hat seit 1998 die meisten Zuschauer (diese Saison 80 877), Freiburg die wenigsten (23 833).

Frauenpower: Am dritten Spieltag fiel eine der letzten Männerdomänen in der Bundesliga. Mit Bibiana Steinhaus pfiff erstmals eine Frau (beim Spiel Hertha gegen Werder)! Einen weiblichen Trainer hatten wir noch nicht.

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