01. November 2020 / 15:28 Uhr

2:0! Bärenstarke BSG Chemie Leipzig entzaubert Profis vom Chemnitzer FC

2:0! Bärenstarke BSG Chemie Leipzig entzaubert Profis vom Chemnitzer FC

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
Stephane Mvibudulu (BSG 14) 

BSG Chemie Leipzig vs Chemnitzer FC (CFC), Fußball, Regionalliga, 01.11.2020
Stephané Mvibudulu (li.) erzielte das 2:0 für Chemie Leipzig gegen den Chemnitzer FC. © Christian Modla
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Mit einem Erfolgserlebnis geht Chemie Leipzig in die Corona-Pause: Kirstein und Mvibudulu sorgen für den 2:0-Liga-Heimerfolg gegen den Chemnitzer FC - der erste Sieg der Grünen gegen die Himmelblauen seit 1966.

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Leipzig. Ein packendes Spiel lieferten sich die BSG Chemie Leipzig und der Chemnitzer FC am 13. Spieltag der Regionalliga, mit dem besseren Ende für die Leutzscher. Als Tabellendritter verabschiedet sich die BSG in die Corona-Zwangspause und ist somit wirklich die Überraschungsmannschaft der Liga. Letztes Wochenende erklärte Benjamin Schmidt nach dem 5:1-Sieg über Bischofswerda gegenüber dem SPORTBUZZER: "Wir spielen so als wäre es das letzte Spiel." Das Spiel gegen den Chemnitzer FC ist nun vorerst das letzte Spiel vor 999 Zuschauern.

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Die BSG Chemie Leipzig unterlag am Mittwochabend Halberstadt mit 1:2. Der CFC gewann gegen Bischofswerda und davor gegen Luckenwalde. Das gelang der BSG ebenfalls in dieser Saison. CFC-Trainer Daniel Berlinski erklärte in der Pressekonferenz vor dem Spiel, dass die Siege "wichtig für das Selbstvertrauen und die Sicherheit" waren. Der BSG bescheinigte er, dass sie "nicht zu unrecht da oben stehen." Denn wer hätte zu Beginn der Saison gedacht, dass Chemie als Tabellendritter Chemnitz als Tabellenachten empfangen würde?

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Manuel Wajer (BSG 4) 

BSG Chemie Leipzig vs Chemnitzer FC (CFC), Fußball, Regionalliga, 01.11.2020 Zur Galerie
Manuel Wajer (BSG 4) BSG Chemie Leipzig vs Chemnitzer FC (CFC), Fußball, Regionalliga, 01.11.2020 © Christian Modla

Berlinski betonte die kompakte Defensive von Chemie und ließ auch nicht die Offensive außen vor - in der Reihenfolge: "Fassbender, Mvibudulu, Kirstein, Bury und Wendschuch auf der 6". Er kam zu dem Schluss: "Da kommt offensiv eine andere Wucht auf uns zu als in beiden letzten Spielen". Was bei Berlinski zu der Einschätzung führte, dass die BSG "gute Kicker in ihren Reihen" besitze. Seine Mannschaft um Kapitän und Ex-RB-Spieler Niklas Hoheneder stellte er auf viele lange Bälle ein.

Kurzweilige erste Halbzeit

Der Trainer wusste allerdings auch: "Das wird eine schwere Aufgabe für uns". Das Motto der BSG nach der Halberstadt-Niederlage - "punkten", so Trainer Jagactic bereits am Mittwochabend. Für diese Mission rückte Manuel Wajer für Benjamin Schmidt in die Startelf als einzige Veränderung zum Spiel am Mittwoch in Halberstadt. Daniel Berlinski nahm im Gegensatz zum Sieg gegen Bischofswerda keinen personellen Wechsel vor. Der Stadionsprecher schürte die Erwartungen der Chemie-Fans mit der Bemerkung, dass die Hausherren zu einem Sieg fähig sind.

Kein Geplänkel herrschte in den ersten 45 Minuten. Auch den lautstarken Traineranweisungen auf beiden Seiten war anzumerken, dass es sich um kein normales Spiel handelt. Jagatic motivierte seine Elf bereits in der zweiten Minute mit „Raus“-Rufen. Sie sollten die Chemnitzer unter Druck setzen und Tempo in Richtung Chemnitzer Tor aufbauen. Als in der 5. Minute der CFC einen Freistoß erhielt, war Bellot zur Stelle. In der 12. Minute konnte Andy Wendschuch im Chemnitzer Strafraum mit dem Ball am Fuß keine Torgefahr entwickeln. In der 19. Minute rettete Halili das 0:0. Ab der 28. Minute baute Chemie Druck auf und tauchte immer wieder vor dem Tor von Jakubov auf. Allein der Ball wollte nicht ins Tor gelangen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff geht Shala in Benjamin Bellot rein. Einer von einigen Aufregern, die die Chemnitzer Spieler im Alfred-Kunze-Sportpark ablieferten.

Torreiche zweite Hälfte

Die BSG betritt als erste Mannschaft den Platz und zeigt mit Aktionen von Mvibudulu, dass es hier nicht um eine Punkteteilung von chemischer Seite gehen kann. Der Pfosten steht in der 49. Minute nach der Ecke von Surek im Weg. Als Fassbender allein vor Jakubov in der 53. Minute auftaucht, hätte es die Führung sein müssen. Und dann passierte das, was Stürmer Florian Kirstein vor wenigen Tagen sagte: „Mein Tor wird kommen.“ Sein erstes Saisontor fiel in der 55. Minute. Bedacht rausgespielt ins lange Eck. Leutzsch stand Kopf.

Florian Schmidt ersetzte in der 60. Minute Morgan Fassbender, der unter großem Applaus auf der Bank Platz nahm. In der 62. Minute passte dieser Florian Schmidt auf Mvibudulu. Er führt die BSG zum 2:0. Nach einer Ecke vom CFC hat Mvibudulu im Konter fast das 3:0 auf dem Fuß. Chemie gibt nicht auf und drängt zum 3:0. Chemnitz versucht den Anschlusstreffer, aber die oft gelobte Defensive um Kapitän Stefan Karau wirft sich in alle Bälle. Tomas Petracek kommt für Kirstein in der 71. Minute. Benjamin Luis und Max Kessler ersetzten zehn Minuten vor Schluss Mvibudulu und Surek. Dann drückt Chemnitz und fordert Bellot heraus, einmal segelt der Ball knapp am Tor vorbei, einmal wackelt die Querlatte nach einem Fernschuss. Aber alles ohne Erfolg, die Punkte bleiben in Leutzsch.