25. April 2021 / 17:21 Uhr

2:0 gegen dezimierte Stuttgarter: RB Leipzig siegt sich in die Champions League

2:0 gegen dezimierte Stuttgarter: RB Leipzig siegt sich in die Champions League

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Amadou Haidara brachte RB Leipzig mit seinem Treffer kurz nach Wiederanpfiff auf die Siegerstraße.
Amadou Haidara brachte RB Leipzig mit seinem Treffer kurz nach Wiederanpfiff auf die Siegerstraße. © dpa
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Auch wenn Chancen und Tore erneut in keinem Verhältnis standen: RB Leipzig gewinnt die Partie gegen frühzeitig dezimierte Stuttgarter mit 2:0 (0:0). Die Champions-League-Teilnahme ist den Sachsen damit nur noch theoretisch zu nehmen.

Leipzig. Nein, wir machen den Titelkampf nicht wieder auf. Es glaubt trotz unerwarteter Lederhosen-Entwicklungen am 31. Spieltag eh kein Mensch, dass sich oben rum Elementares tut. Die Bayern sind in Mainz leer ausgegangen, bleiben drei Runden vorm Ende auf 71 Punkten sitzen. RB löst seine Aufgabe gegen den früh dezimierten VfB Stuttgart, gewinnt durch Tore von Amadou Haidara (46.) und Emil Forsberg (67./Foulelfmeter) nur 2:0 (0:0), sackt die Punkte 62 bis 64 ein. Ein jeder mögen sich seinen Teil über das Anstehende und die dazugehörigen Eventualitäten/Absurditäten denken.

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Dass sich die Bayern sieben Punkte Vorsprung nehmen lassen, ist trotz der Tatsache, dass Cheftrainer Hansi Flick den FCB-Bossen den mittlersten seiner Finger gezeigt hat, utopisch. Mit dem über die Maßen verdienten Dreier sichert RB den Neun-Punkte-Abstand zum unschönen fünften Platz, der die Europa League bedeuten würde. Liga war gestern, das freitägliche DFB-Pokal-Halbfinale beim SV Werder Bremen (20.30 Uhr) ist in aller Köpfe. Der zweite Finalist wird am 1. Mai in der Partie Dortmund gegen Kiel gesucht.

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RB Leipzig hat sich nach dem souveränen 2:0-Erfolg gegen dezimierte Stuttgarter für die Champions League qualifiziert. Zur Galerie
RB Leipzig hat sich nach dem souveränen 2:0-Erfolg gegen dezimierte Stuttgarter für die Champions League qualifiziert. ©

Der Pokal wirft seinen Schatten bis in die RB-Aufstellung. Marcel Sabitzer, einer der Unverzichtbaren, aber wadial verhärtet, steht nicht in der Start-Elf. Gegenüber der 1:2-Pleite in Köln neu im RB-Team: Haudegen Willi Orban, Eiffelturm Ibrahima Konaté sowie die spanischen Ausnahmekönner Angeliño und Dani Olmo. Konrad Laimer steht erstmal seit dem 18. August 2020 im Kader, könnte mit seiner Dynamik noch wichtig(er) werden. Rekordspieler Yussuf Poulsen hofft, seine Oberschenkel-Probleme bis Freitag auskuriert zu haben.

Rein in die Red-Bull-Arena, rein auch ins Duell von Julian Nagelsmann, 33, und seinem früheren Co-Trainer und jetzigen VfB-Coach Pellegrino Materazzo, 43. Kevin Kampl mit einer ersten Annäherung (6.), schlenzt neben den Kasten von Gregor Kobel. RB ist spielbestimmend, der VfB igelt sich nicht ein, sucht den Zwei-Meter-Mann Sasa Kalajdzic. Dann dezimiert sich Stuttgart. Naouiro Ahamada setzt die Stollen auf Amadou Haidaras Schienbein, sieht erst Gelb und nach Deniz Aytekins Pirsch in die Video-Area Rot (14.). Die Auszeit nutzt Konaté, um zu seiner Trikot-Nummer 6 die 6er Hose zu fügen. Bis dato trug er unten rum Dayot Upamecanos 5. Sachen gibt‘s.

Die Statik des Spiels ist jetzt eine andere, biegt sich gen RB. In der 16. Minute hat Christopher Nkunku die erste Top-Chance, scheitert an Kobel. RB bekommt gegen die gut organisierte VfB-Elf zunächst weder Tiefgang noch Präzision in entscheidenden Situationen hin. Folge: Wenig Zwingendes. Das ändert sich nach einer guten halben Stunde. In der 32. Minute setzt Alexander Sörloth Tyler Adams per Hackentrick in Szene, der US-Boy wird kurz vor knapp geblockt. Wenige Minuten später rettet der schon beim Hinspiel glänzende Kobel erst gegen Konaté und danach spektakulär gegen Nkunkus Volley. Konaté bleibt angriffslustig, köpfelt eine Adams-Flanke am Tor-Knick vorbei. Die letzte Möglichkeit vorm Wechsel bietet sich Angeliño, dessen Schuss über die Latte rauscht. 69,9 Prozent Ballbesitz. Zehn zu null Abschlüsse. 11 zu 10 Spieler. Null zu null Tore. Die Abschluss-Quote ist wie gegen Hoffenheim und in Köln eierabschreckend.

Wiederbeginn. Dayot Upamecano ersetzt Konaté und hat sogleich Grund zur Freude. Nach 23 Sekunden schlägt es im Stuttgarter Netz ein. Olmo schaut, flankt haargenau in den Lauf von Haidara, Kopfball a la Horst Hrubesch, 1:0 (46.). Haidara hat nach Doppelpass mit Nkunku das 2:0 auf dem Fuß, Kobel etwas dagegen (52.). Weltklasse-Kobel verhindert auch gegen Sörloth, Angeliño und Olmo den Einschlag. Es geht auf keine Kuhhaut, was RB am Wegesrand liegen lässt. Nagelsmann bringt Emil Forsberg und Nordi Mukiele. Ersterer entscheidet das Match, erzwingt gegen Konstantinos Mavropanos einen Elfer und verwandelt selbigen - 2:0 (67.). Willi Orban muss nach Upamecano-Schuss das 3:0 machen, macht es nicht. Dann ist das Geduldsspiel vorbei. Auf nach Bremen.