18. Februar 2021 / 21:05 Uhr

2:1 nach Penaltys! Millimeter fehlen zum Dreier, aber Jormakka rettet die Siegesserie der Grizzlys Wolfsburg 

2:1 nach Penaltys! Millimeter fehlen zum Dreier, aber Jormakka rettet die Siegesserie der Grizzlys Wolfsburg 

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
(L-R) Sebastian Furchner, Max Gšrtz, Matti JŠrvinen und Ryan Button von den Grizzlys Wolfsburg feiern das Tor zum 1:1 wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Iserlohn Roosters am 18.02.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)
Die Siegesserie hält: Sebastian Furchner (l.) und Co. bezwangen Iserlohn nach Penaltys mit 2:1. © Grizzlys Wolfsburg/City-PressGmbH
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Millimeter fehlten Wolfsburg zu einem Punkt mehr, aber die Siegesserie hielt. Die Grizzlys landeten im Eishockey-Oberhaus Erfolg Nummer 6 in Serie durch ein 2:1 (0:0, 1:1, 0:0) im Penaltyschießen gegen die Iserlohn Roosters.

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Es roch schon stark nach Verlängerung, da sah es plötzlich am Donnerstagabend doch nach drei Punkten für die Grizzlys Wolfsburg im Eishockey-Erstliga-Spiel gegen die Iserlohn Roosters aus. 30 Sekunden vor Schluss trudelte der Puck über die Linie, aber offenbar nicht weit genug. Nach Videobeweis blieb es beim 1:1. Die Gastgeber aber landeten dennoch den ersten Saison-Erfolg gegen die Roosters, gewannen 2:1 (0:0, 1:1, 0:0) nach Penaltys und setzten sich in den Play-Off-Rängen fest. In regulärer Zeit hatte Spencer Machacek für das Team von Trainer Pat Cortina ausgeglichen. Im Penaltyschießen trafen Garrett Festerling und Pekka Jormakka mit dem entscheidenden Tor.

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Personal

Die Grizzlys spielten mit dem gleichen Aufgebot wie in Düsseldorf, Phillip Bruggisser war überzähliger Ausländer, Dustin Strahlmeier stand zum fünften Mal in Folge im Tor. Und: Valentin Busch kehrte nach überstandener Corona-Pause ins Aufgebot zurück, hatte am Mittwoch erstmals wieder trainiert, war 13. Stürmer. Die Roosters hatten mit Verteidiger Griffin Reinhart einen neuen Akteur dabei.

Seine erste nennenswerte Aktion im DEL-Debüt: Iserlohns zweite Strafzeit. Reinhart, da klingelt was? Richtig: Dessen Bruder Max hat mal für die Kölner Haie gespielt, Bruder Sam ist ein Dauerbrenner bei NHL-Klub Buffalo Sabres. Es war das erste Spiel für die Roosters, nachdem Coach Jason O'Leary verkündet hatte, aus persönlichen Grünen nicht für eine weitere Spielzeit zur Verfügung zu stehen. Einer der beiden Schiedsrichter war übrigens Aleksander Polaczek, der einige Jahre Profi bei den Grizzlys gewesen war.

Szenen vom Eishockey-Spiel Grizzlys Wolfsburg gegen Iserlohn Roosters am 18. Februar 2021.

Szenen vom Eishockey-Spiel Grizzlys Wolfsburg gegen Iserlohn Roosters am 18. Februar 2021. Zur Galerie
Szenen vom Eishockey-Spiel Grizzlys Wolfsburg gegen Iserlohn Roosters am 18. Februar 2021. © Britta Schulze / Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Die Gäste, in in der Tabelle ab- und aus den Play-Off-Rängen gerutscht, begannen gut, buchten einige Schüsse, die Grizzlys wirkten ein wenig klebrig, erholten sich aber nach ihrem ersten noch nicht so überzeugenden Powerplay. Wolfsburg, mit fünf Siegen in Serie im Rücken, spielte zunehmend selbstbewusster. Im zweiten Powerplay, das die Grizzlys wie zuletzt stark aufzogen, hatten unter anderem Toto Rech und Fabio Pfohl die Führung auf dem Schläger, später scheiterte Gerrit Fauser am guten Andreas Jenike.


Ding-Dong-Dong

Im zweiten Abschnitt wurde es lebhafter. Iserlohn ging im Powerplay durch Bobby Raymond in Führung, nachdem zuvor schon Alexandre Grenier nur den Pfosten getroffen hatte, als die Gäste gut gekontert hatten. Wolfsburg lag erstmals in seiner Sieges-Serie hinten, blieb aber unbeeindruckt, schlug seinerseits im Powerplay zu. Für den Treffer sorgte Spencer Machacek, sein fünfter in den vergangenen sechs Spielen und Wolfsburgs erstes Powerplay-Tor im dritten Saisonspiel gegen Iserlohn. Die Grizzlys schnürten die Gäste ab und an förmlich ein, hatten dabei aber vorn kein Glück. Dafür hinten: In so einer Drucksituation stach Grenier Max Görtz die Scheibe bei dessen Schuss-Versuch weg, zog mit Joel Lowry davon, doch der traf beim Querpass nur den Pfosten. Auf der anderen Seite erging es Rech nicht besser - Latte.

Millimeter fehlen zu drei Punkten

Iserlohn hatte eine Woche Pause gehabt, wirkte im Schlussabschnitt frischer als die Gastgeber (drittes Spiel binnen fünf Tagen). Doch die Grizzlys-Defensive ließ sich nur selten in Verlegenheit bringen. Umgekehrt war es nicht anders. Wolfsburg aber hatte die dickste Chance: Machacek war durchgebrochen, seinen Rückhand-Querpass erwischte Jordan Boucher, gerade noch gestört von Grenier, nicht mehr richtig. Beide Mannschaften waren zunehmend darauf bedacht, einen Punkt zu halten.

Und so ging es auch im zweiten Duell der beiden Kontrahenten in dieser Spielzeit mit 1:1 in die Overtime. Wolfsburg zum achten Mal, die Roosters zum sechsten Mal - die Top-Werte im Norden. Das war allerdings Riesenglück für Iserlohn. Denn 30 Sekunden vor Ablauf war ein Hammer von Janik Möser durch Jenikes Schoner gerutscht, die Scheibe trudelte fast über die Linie, drehte sich noch ein wenig wieder auf sie. Fast drin, aber nur fast, kein Tor - meinten die Schiedsrichter nach Videobeweis. Es können nur Millimeter gefehlt haben.

Knapper geht's nicht! Der Schuss von Janik Möser blieb eine halbe Minute vor dem Ende der Partie genau so hinter dem Roosters-Goalie Andreas Jenike liegen.
Knapper geht's nicht! Der Schuss von Janik Möser blieb eine halbe Minute vor dem Ende der Partie genau so hinter dem Roosters-Goalie Andreas Jenike liegen. © Screenshot/Magentasport

Das "Ding" am Laufen gehalten

Routinier Garrett Festerling meinte: "Ich fand' es stark, wie wir als Team zusammengearbeitet haben, alle haben an einem Strang gezogen, das Ding zu gewinnen, die kleinen Dinge gut gemacht, um das Ding am Rollen zu halten." Das Ding, damit meint er die Siegesserie. Keeper Strahlmeier staunte: "Der Penalty von Pekka war einer der krassesten Moves, die ich je in einem Penaltyschießen gesehen habe." Der Stürmer hatte Jenike auf eine Seite gelockt, dann locker aus dem Handgelenk an der Fanghand vorbeigeschlenzt. Der Finne fröhlich: "Meine letzten zehn Penaltys waren nicht so toll gewesen, ich dachte, ich müsste mal was anderes machen, hatte geübt." Verteidiger Julian Melchiori war zufrieden: "Ein starkes Spiel, wir haben das Selbstvertrauen aus den vergangenen Partien weitergetragen." Grizzlys-Coach Cortina: "Es war das dritte Spiel in fünf Tagen für uns, wir haben Energie gefunden, Iserlohn war im ersten Drittel besser, aber wir haben gut reagiert."

Statistik

Grizzlys: Strahlmeier - Melchiori, Likens; Button, Möser; Raabe, Adam - Machacek, Festerling, Boucher; Görtz, Järvinen, Furchner; Jormakka, Olimb, Rech; Fauser, Pfohl, Hungerecker, Busch.

Iserlohn: Jenike - Riefers, Orendorz; Johnston, Raymond; Ankert, Baxmann; Reinhart – Aubin, Raedeke, Friedrich; Grenier, Suter, Lowry; Bailey, Jentzsch, Whitney; Fleischer, Proske, Lautenschlager.

Schiedsrichter: Schrader/Polaczek. - Strafminuten: Wolfsburg 6/Iserlohn 8.

Tore: 0:1 (21:30) Raymond (Jentzsch/Raedeke - 5:4), 1:1 (24:49) Machacek (Furchner/Görtz), 2:1 (65:00) Jormakka (im Penaltyschießen).