24. April 2022 / 15:53 Uhr

2:1-Sieg bei Verfolger Hoffenheim: Turbine Potsdam beweist erneut Comeback-Qualitäten

2:1-Sieg bei Verfolger Hoffenheim: Turbine Potsdam beweist erneut Comeback-Qualitäten

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Dina Orschmann jubelt über ihren Siegtreffer in Hoffenheim.
Dina Orschmann jubelt über ihren Siegtreffer in Hoffenheim. © Saskia Nafe
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Frauen-Bundesliga: Im Kampf um Europapokalstart gelingt 2:1-Auswärtssieg bei den TSG-Frauen. Erneut geraten die Brandenburgerinnen durch einen umstrittenen Elfmeter in Rückstand.

„Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandierten die mitgereisten Potsdamer Fans auf der Tribüne, auf dem Rasen hüpften die Spielerinnen im Takt auf und ab. Alle wussten: Dieser 2:1 (0:1)-Sieg am Samstagnachmittag beim Tabellennachbarn TSG 1899 Hoffenheim war ein richtungsweisender Erfolg des 1. FFC Turbine in der Frauenfußball-Bundesliga auf dem Weg zum heiß ersehnten dritten Platz im Abschlussranking, der Turbine nach acht Jahren wieder auf die internationale Bühne verhelfen würde. Einmal mehr waren von den Potsdamerinnen aber Comeback-Qualitäten gefragt.

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Zu 100 Prozent, lobte Trainer Sofian Chahed am Morgen danach gewohnt ruhig, sei dieser Sieg im direkten Duell eine außerordentliche Willensleistung gewesen. „Wir waren sicherlich nicht die Frischesten“, verwies er auf den Pokalfight fünf Tage zuvor in Leverkusen, der erst nach 120 Minuten und Elfmeterschießen den Einzug ins DFB-Pokalfinale gebracht hatte. Drei Änderungen nahm Chahed im Vergleich zum Halbfinale vor: Malgorzata Mesjasz ersetzte die erkrankte Sophie Weidauer, für Dina Orschmann rückte Isabel Kerschowski in die Startelf und Sara Holmgaard begann anstelle von Maria Plattner.

Die Spielerinnen von Turbine Potsdam bedanken sich bei ihren Fans.
Die Spielerinnen von Turbine Potsdam bedanken sich bei ihren Fans. © Saskia Nafe

Die Gastgeberinnen hatten im Dietmar-Hopp-Stadion zunächst mehr vom Spiel und durch Tine de Caigny in der 28. Minute auch die erste Kopfballchance. „Wir haben aber gut verteidigt und eigentlich wenig klare Torchancen zugelassen“, sagte der Turbine-Trainer, der kurz darauf verletzungsbedingt wechseln musste. Für Gina Chmielinski ging es nach zweifacher Behandlung nicht weiter. „Wir müssen die Untersuchung abwarten“, wollte Chahed am Sonntag noch keine Prognose abgeben. Für die Ludwigsfelderin kam Plattner ins Spiel – und die junge Österreicherin vergab prompt die beste Potsdamer Torchance der ersten Hälfte (39.).

Chahed ärgert sich über Elfmeter-Entscheidung

Auf der anderen Seite zeigte Schiedsrichterin Karoline Wacker nach einem vermeintlich regelkonformen Tackling von Teninsoun Sissoko gegen Jana Feldkamp auf den Punkt (40.). „Darüber habe ich mich tierisch aufgeregt“, gab Chahed zu. „Man arbeitet zwei Jahre für so eine Gelegenheit und wird dann durch so eine Fehlentscheidung zurückgeworfen“, haderte der 39-Jährige. Chantal Hagel interessierte sich dafür nicht und verwandelte sicher zur Hoffenheimer Führung. Keeperin Anna Wellmann verhinderte mit ihrer Parade gegen de Caigny Sekunden später einen Doppelschlag. Und es war immer noch nicht Pause: Fabienne Dongus traf Potsdams Malgorzata Mesjasz in der Nachspielzeit mit hohem gestreckten Bein und sah dafür die Rote Karte.

„Das hat uns sicherlich in die Karten gespielt“, betonte Chahed, dessen Team mit mehr Engagement und Ballbesitz in Durchgang zwei startete. Aber zunächst rettete Wellmann erneut gegen de Caigny (53.). „Hoffenheim ging dann aber zunehmend auch auf dem Zahnfleisch“, so der Turbine-Trainer. Als Melissa Kössler den Ball aus einem Gewühl heraus ins Tor stocherte (65.), war die Partie wieder offen. Und drei Minuten später zog die eingewechselte Dina Orschmann nach einem Ballgewinn im rechten Strafraumeck ab und traf flach zum 2:1 (68.).

Durch den Erfolg vergrößert Potsdam den Abstand auf die TSG auf sechs Punkte. „Wir haben uns selbst in eine komfortable Situation gebracht“, sagte Chahed. Für das letzte Saisonheimspiel gegen Verfolger Eintracht Frankfurt am 7. Mai will man nun neue Kräfte sammeln. „Die Pause tut uns jetzt nach diesen zwei Spielen aber erstmal ganz gut“, bemerkte der Coach.


Turbine Potsdam: Wellmann – Gerhardt, Sissoko, Barth, Agrez – Kerschowski (46. Orschmann), Mesjasz, K. Holmgaard (63. Graf), S. Holmgaard – Chmielinski (33. Plattner), Kössler (90. Kuznezov)