06. Oktober 2019 / 18:41 Uhr

2:1 - Spitzenreiter! Werder lobt: Dieser VfB Lübeck gehört in die 3. Liga

2:1 - Spitzenreiter! Werder lobt: Dieser VfB Lübeck gehört in die 3. Liga

Jürgen Rönnau
Lübecker Nachrichten
Die Spieler des VfB Lübeck freuen sich über die Tabellenführung.
Die Spieler des VfB Lübeck freuen sich über die Tabellenführung. © Agentur 54°
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Mit immer noch einem Spiel weniger als die "Jungwölfe" des VfL Wolfsburg führt der VfB die Tabelle wieder an

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Die Tabellenführung in der Regionalliga hatte der VfB Lübeck am Wochenende zur mal eben für nicht mal 24 Stunden an Verfolger Wolfsburg II abgegeben - aber unverzüglich holten sich die Grün-Weißen den Platz an der Sonne, der am Saisonende den Aufsteig in die 3. Liga bedeuten würde, durch einen verdienten 2:1-Sieg gegen Werder Bremen II vor 3049 Zuschauern auf der Lohmühle zurück. Patrick Hobsch (41.) und Tommy Grupe (57.) erzielten die Lübecker Tore, der Gast war durch David Philipp in Führung gegangen (26.).

VfB spielt "in falscher Liga"

Konrad Fünfstück, Trainer der Werder U23, gab nach dem Spiel unumwunden zu: "Der Sieg war verdient, es war ein gutes Spiel für unsere junge Mannschaft, zu lernen. Ich glaube, dies war die jüngste Werder-U23 aller Zeiten - und der VfB hat richtigen Männerfußball gespielt. Qualität, Umfeld - in Lübeck stimmt alles, sie spielen nur in der falschen Liga. Alles gute auf dem Weg zum Aufstieg." Nach dieser öffentlichen Aussage im VIP-Bereich der Lohmühle, die von starkem Applaus begleitet wurde, gab VfB-Trainer Rolf Landerl das Lob zurück. "Es war eine gute, spannende Regionalligapartie, die wir am Ende verdient gewonnen haben", sagte er. "Werder hat eine spielstarke Mannschaft mit hochtalentierten Talenten, von denen wir einige ganz siche bald schön höheer spielen sehen werden." Gemeint war vor allem Ilia Gruev und der kaum zu bändigende Kebba Badjie, auf den der VfB vor der Saison ebenfalls ein Auge geworfen hatte.

Lübeck fahrlässig vor dem Tor

Die Gastgeber begannen die Partie bei gutem Fußballwetter (11 Grad) auf schwierigem Geläuf nach dem vielen Regen der letzten Tage sehr druckvoll und engagiert, immer wieder über die rechte Powerseite mit Florian Riedel und Yannick Deichmann, oft in Szene gesetzt vom umsichtigen Sven Mende, der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld war. Schon nach 25 Minuten hätte es 2:0 oder gar 3:0 stehen können, ja fast schon müssen - die größte Chance verstolperte Hobsch, als er nach einem SVW-Abwehrpatzer allein auf Keeper Plogmann zulief, den Ball aber nicht anständig kontrollieren konnte (6.).

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Umso überraschender fiel dann die Führung für die Bremer. Ilia Gruev war im Mittelfeld angetreten, führte den Ball, Dennis Hoins verfolgte ihn nicht konsequent, der Bremer durfte durch die Mitte der VfB-Formation marschieren, spielte dann schlau in die Schnittstelle zwischen den Innenverteidigern Grupe und Halke auf David Philipp, der aus sehr spitzem Winkel vom linken Fünfmeterraumeck an Keeper Raeder, der die kurze Ecke dicht machte, vorbei ins lange Eck zum 1:0 traf (26.).

Hobsch belohnt sich

VfB und Fans waren gleichermaßen überrascht - und kurz genervt. Dann gings weiter. Auf dem Rasen und auf den Rängen. Die Grün-Weißen erspielten sich weitere Chancen, oft gut über die Außen - nur leider kam nicht jede Flanke präzise an die richtige Adresse. Bis die 41. Minute schlug: Riedel hatte sich durchgeackert, den Ball fast verloren, ihn dann doch noch auf rechts zu Ahmet Arslan gebracht. Und der servierte ihn aus eigentlich unmöglicher Position in die Mitte. Diesmal war Hobsch zur Stelle. Trotz enger Bewachung drehte er sich um seinen Ggenspieler und köpfte den Ball zum 1:1 ins Werder-Tor.

Malone als VfB-Waffe

Aber der VfB wollte mehr. In der zweiten Halbzeit drehte der bis dahin eher blasse Hoins auf, endlich wurde auch über links gespielt, hatte Kresimir Matovina etliche Szenen dort - aus denen er manhmal mehr hätte machen können. Und der VfB griff zu einer weiteren Waffe: Ryan Malone, der links in der Innenverteidigung den gesperrten Tim Weißmann ersetzte (rechts neben Abwehchef Gruppe spielte Daniel Halke), schleuderte ein ums andere Mal seine flankenähnlichen Einwürfe messerscharf weit in den Sechzehner der Bremer - ohne dass der VfB daraus Kapital geschlagen hätte. Landerl gab später zu: "Diese Varianten können wir im Training natürlich noch besser einüben."

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Eine andere Sache, die der VfB immer wieder praktiziert, klappt dafür umso besser. Es geht um Standards, genauer um Ecken (von denen der VfB gestern 9 zugesprochen bekam). 57. Minute: Ecke von links durch Arslan, Kopfballungeheuer Tommy Gruppe rauscht heran und hämmert den Ball per Kopf unhaltbar zum 2:1 für den VfB in die Maschen. Danach hätte Arslan selbst noch zweimal zum Torschützen werden können, verpasste aber die Chance in der Torjägerliste mit dem Wolfsburger John Iredale (elf Tore) gleichzuziehen. Egal. Wichtiger ist ein anderes Ranking: der VfB Lübeck ist wieder Tabellenführer in der Regionalliga Nord. Diese Position gilt es am kommendne Sonntag in Norderstedt zu verteidigen.

mit Volker Giering


VfB: Raeder - Riedel, Halke, Gruppe, Malone, Matovina - Decihmann (76. Schelle), Mende, Hoins (86. Kim) - Hobsch (70. Hebisch), Arslan

Werder II: Plogmann - Poznanski, Fionouke, Becker, Rorig - Gruev (77. Mensah), Straudi, Pudic (85. Karbstein) - Philipp, Badjie, van den Berg (63. Schumacher)

SR: Konrad Oldhafer (Hamburg) - Zuschauer: 3049. Tore: 0:1 Philipp (26.), 1:1 Hobsch (41.), 2:1 Gruppe (57.). Gelb: Matovina - Gruev

VfB Lübeck gewinnt 2:1 gegen Werder Bremen II. (06.10.2019)

Dennis Hoins ist vor Bennet van den Berg am Ball. Zur Galerie
Dennis Hoins ist vor Bennet van den Berg am Ball. ©
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